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59.000 Zuschauer im Estadio Helmántico sahen am Sonntagabend ein Spiel, das exemplarisch zeigte, warum Fußball kein Rechenschieber-Sport ist. AD Salamanca hatte mehr Ballbesitz (50,9 %), mehr Torschüsse (16:12) - und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Bull Bay siegte in der Copa Libertadores-Gruppenrunde mit 2:1 (1:1) und bewies, dass Effizienz manchmal die schönste Taktik ist. Dabei begann alles nach Maß für die Gastgeber. In der 9. Minute fasste sich Linksverteidiger Julian Pacos ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab - und traf. "Ich hab eigentlich flanken wollen", grinste Pacos später in die Mikrofone, "aber wenn der Ball so schön bittet, darf man ja auch mal." Der Assist kam von Juanito Ronaldo, der auf der rechten Seite Tempo machte, als hätte er sich heimlich ein paar Espresso mehr gegönnt. Salamanca blieb zunächst spielbestimmend, kombinierte gefällig, während Bull Bay in den ersten zwanzig Minuten mehr mit dem Rasen als mit dem Ball in Kontakt stand. Trainer Jürgen Schulz gestikulierte zufrieden, die Defensive stand kompakt, die Pässe liefen. "Wir haben’s kontrolliert, fast zu sehr", meinte Schulz später mit bitterem Lächeln. Denn kurz vor der Pause kippte das Spiel. In der 42. Minute nutzte Bull Bay eine der seltenen Lücken: Marcio Nani flankte von rechts, Robert Broderick stieg höher als alle anderen und köpfte zum 1:1. "Das war pure Routine", erklärte der 33-Jährige, "in dem Alter springt man nur noch, wenn’s sich lohnt." Salamanca war konsterniert, Schulz schimpfte an der Seitenlinie, und das Publikum murmelte etwas, das klang wie: "Nicht schon wieder." Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum - Salamanca blieb bemüht, Bull Bay blieb pragmatisch. Die Gäste standen tief, aber gefährlich. Lucas Callahan zog die Fäden im Mittelfeld, auch wenn er sich in der 71. Minute eine Gelbe Karte abholte, weil er, wie er später zugab, "dem Schiri nur erklären wollte, wie man richtig pfeift". Als Salamanca in der Schlussphase auf den Sieg drängte, schlug Bull Bay eiskalt zu. In der 79. Minute spielte Callahan einen Pass in den Lauf von Juanito Mendez, der den Ball elegant über Torhüter Jens Kirkegaard hob - 2:1. Ein Treffer, der so leise fiel wie ein Dolchstoß in ein Samtkissen. "Wir wollten eigentlich nur Konter üben", witzelte Bull-Bay-Trainer Sports Mann nach dem Abpfiff, "jetzt müssen wir wohl weitermachen." Die letzten zehn Minuten wurden zum Sturmlauf. Bernardo Niguez prüfte den Gästetorwart mehrfach (61., 85., 88.), doch Andrew Gayheart im Bull-Bay-Gehäuse war an diesem Abend unüberwindlich. "Ich hab einfach gedacht, der Ball ist ein Strandball - und die darf man nicht verlieren", sagte Gayheart mit einem breiten Grinsen. Taktisch blieb Salamanca bis zum Ende defensiv ausgerichtet, fast zu brav. Kein aktives Pressing, kein Risiko - und genau das wurde ihnen zum Verhängnis. Bull Bay dagegen spielte von Beginn an offensiv, über die Flügel, und bewies, dass "Anytime-Shooter" manchmal eben die entscheidenden Treffer landen. Nach dem Abpfiff stand Schulz lange an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, den Blick leer ins Flutlicht gerichtet. "Wir haben das Spiel nicht verloren, wir haben’s verschenkt", murmelte er. Und vielleicht hatte er recht - denn mit 16 Torschüssen und fast gleichwertigem Ballbesitz wäre ein Punkt das Mindeste gewesen. Bull Bay hingegen jubelte ausgelassen - und das, obwohl ihr Coach gewohnt trocken blieb. "Das war keine Gala, aber drei Punkte sind drei Punkte", sagte Sports Mann. "Wir sind hier, um Spiele zu gewinnen, nicht um Kunst zu machen." Salamanca muss nun in der Gruppenrunde liefern, wenn sie das Achtelfinale noch erreichen wollen. Für Bull Bay hingegen ist der Sieg mehr als nur ein Befreiungsschlag - es war ein Statement: mit Geduld, Erfahrung und einem Schuss Zynismus kann man auch in Salamanca bestehen. Und als die Flutlichter erloschen und die Zuschauer aus dem Stadion strömten, summte einer der Ordner leise vor sich hin: "Schöne Statistiken schießen keine Tore." Recht hatte er. 14.05.643987 16:28 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet