Jamaica News Bulletin
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Buff Bay Saints retten spät ein 1:1 gegen die Falmouth Villagers

Ein lauer Abend im Januar, 40.000 Zuschauer im Buff Bay Stadium, und am Ende das Gefühl, dass beide Teams mehr gewollt, aber keines wirklich verdient hatte: Die Buff Bay Saints und die Falmouth Villagers trennten sich am 11. Spieltag der 1. Liga Jamaica mit einem 1:1-Unentschieden - ein Ergebnis, das so gerecht wie unbefriedigend klingt.

Dabei war vieles los auf dem Rasen: Kampf, Krämpfe, Karten - und zwei Tore, die in ihrer Dramaturgie fast schon literarisch wirkten.

Die Villagers legten los wie ein tropischer Wirbelsturm. Bereits in der zweiten Minute zwang Jasper Van Achte Saints-Keeper Thomas Mayhew zur ersten Glanztat. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber dann kam der Typ aus dem Nichts", schnaufte Mayhew später mit einem Grinsen. Die Gäste aus Falmouth spielten, als hätten sie den Busfahrer in der Kabine gelassen: aggressiv, auf Konter lauernd, jeder Ball wurde nach vorne gedroschen, als gäbe es Punkte fürs Weitschießen.

Buff Bay hingegen - wie immer unterkühlt und strukturiert - ließ den Ball laufen. 53,7 Prozent Ballbesitz sprechen für gepflegtes Passspiel, aber eben auch für gepflegte Ideenlosigkeit. Vier Torschüsse in 90 Minuten sind in etwa so viel wie ein Drittel einer Halbchance.

In der 17. Minute sah Vincent Tonel Gelb, weil er offenbar vergessen hatte, dass Grätschen in der Nähe der Außenlinie keine olympische Disziplin ist. Trainer der Saints - namentlich ein gewisser Mr. "Wir bleiben ruhig" - schüttelte nur den Kopf. "Vincent meinte, er habe den Ball gespielt. Ich habe ihm gesagt, das war wohl der falsche Ball - der Spielball flog längst in die andere Richtung."

Dann, in Minute 49, der erste Schreckmoment für die Villagers: Routinier Jasper Van Achte musste verletzt raus, nachdem er mit einem Torschussversuch eher den Rasen als das Tor getroffen hatte. Ersatzmann Theo Boyle kam - jung, schnell, und vor allem: unerschrocken.

Genau diese Frische zahlte sich in der 70. Minute aus. Nach langem Ball von Daniel Gaudin, der seine Gelbe Karte später als Souvenir mitnahm, landete der Ball bei Joel Marshal. Der 21-Jährige nahm Maß und drosch den Ball aus 18 Metern ins rechte Eck - 0:1. Mayhew streckte sich vergebens, und das Stadion schwieg kurz, bevor ein paar unverbesserliche Falmouth-Fans im Gästeblock eine Polonäse starteten.

Doch Buff Bay wäre nicht Buff Bay, wenn sie nicht das Chaos lieben würden. Nach drei Gelben Karten (Guillen, Frey, Boyer) und einer Phase, in der mehr diskutiert als gespielt wurde, kam die Erlösung spät. In der 88. Minute flankte der junge Jack Frey von der rechten Seite, und Philip Brückner - 34 Jahre, alter Hase und ewiger Hoffnungsträger - stieg höher als alle anderen. Kopfball, Tor, 1:1.

"Ich hab’ einfach die Augen zu und gehofft, dass der Wind hilft", witzelte Brückner nach dem Spiel. Trainer Hermann Tüllinghoff von den Villagers hingegen sah weniger Humor: "Wenn du elf Torschüsse hast und nur ein Tor machst, dann bist du kein Pechvogel, sondern ein schlechter Schütze." Sein Team hatte tatsächlich mehr vom Spiel, mehr Zug, mehr Aggressivität - aber eben auch weniger Geduld in der Schlussphase.

Statistisch liest sich das Ganze wie ein Gleichstand mit Schönheitsfehler: 4:11 Torschüsse, 53 zu 46 Prozent Ballbesitz, 5 Gelbe Karten, eine Verletzung und ein spätes Happy End für die Hausherren. Das Publikum bekam zumindest Spannung bis zum Schluss, auch wenn es fußballerisch eher ein Abend für Liebhaber der rustikalen Sorte war.

Als der Schlusspfiff ertönte, stand Tüllinghoff mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, während sein Gegenüber nur still lächelte. Vielleicht, weil er wusste: Manchmal reicht ein später Kopfball, um aus einem grauen Abend eine kleine Geschichte zu machen.

Und so verließen die 40.000 Fans das Stadion mit diesem typischen Fußballgefühl: halb enttäuscht, halb erleichtert - und irgendwie ganz zufrieden.

"Wir nehmen den Punkt", murmelte Brückner beim Abgang. "Und vielleicht auch ein bisschen Selbstvertrauen."

Vielleicht war das das ehrlichste Statement des Abends.

14.05.643987 19:21
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