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Buchholz dreht das Spiel - 2:1-Arbeitssieg gegen Dresden

Wenn ein Spiel die alte Fußballweisheit bestätigt, dass Statistiken keine Tore schießen, dann war es dieser zweite Spieltag der Verbandsliga H. Buchholz gewann zu Hause mit 2:1 gegen die SG Dresden - und das, obwohl die Gäste mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse und zeitweise auch die bessere Spielanlage hatten. Aber eben keinen Wilhelm Lorenz.

Von Beginn an machten die Dresdner klar, dass sie nicht für Sightseeing angereist waren. Schon in der ersten Minute prüfte Pauel Van Antwerp Buchholz-Keeper Volker Schlegel - und das sollte kein Einzelfall bleiben. 19 Schüsse feuerten die Sachsen im Laufe des Abends ab, so als wollten sie sicherstellen, dass jede Tribünenseite mindestens einmal den Ball vorbeifliegen sieht. In der 23. Minute belohnten sie sich endlich: Yanik Schultz, erst 20 Jahre jung und mit der Selbstverständlichkeit eines Routiniers, schob nach feinem Zuspiel von Bernt Stoll zum 0:1 ein.

"Das war eigentlich genau so, wie wir es geübt hatten", grinste Stoll nach dem Spiel. "Nur dass wir danach irgendwie aufgehört haben, das zu üben." Sein Trainer Maik Köppe sah das weniger humorvoll: "Wir haben das Spiel kontrolliert - und dann aus der Kontrolle heraus das Ergebnis verloren."

Buchholz hingegen brauchte den Rückstand offenbar als Weckruf. Bis dahin war das Team eher im Schongang unterwegs. "Wir wollten erst mal schauen, was die Dresdner so machen", erklärte Linksverteidiger Luke Hiliard, der sich in der 14. Minute eine Gelbe Karte abholte, "und dann haben wir gemerkt - na ja, die machen ziemlich viel."

Nach dem Seitenwechsel kam der Umschwung. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff kombinierte sich Buchholz erstmals flüssig nach vorn. Hiliard flankte butterweich von links, und Wilhelm Lorenz verwandelte per Kopf - 1:1, das Stadion atmete auf. 2838 Zuschauer, die bis dahin eher fröstelnd in ihre Jacken gemurmelt hatten, waren plötzlich wieder da.

"Da hab ich kurz gedacht, der Ball ist zu weit", sagte Lorenz später, "aber dann hat er mich doch noch gefunden. Und na ja - den Rest macht man dann halt."

Fünf Minuten später folgte der Moment des Abends: Jan Kraft eroberte auf der rechten Seite den Ball, passte scharf in den Strafraum, und Elias Fritsch, 34 Jahre und mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat, schob zum 2:1 ein. "Ich hab einfach gehofft, dass Jan mich sieht", meinte Fritsch. "Er sieht mich zum Glück öfter als meine Frau beim Einkaufen."

Dresden rannte danach an, verzweifelt, aber ohne Fortune. Pauel Van Antwerp versuchte es aus allen Lagen, einmal sogar aus fast 30 Metern - Torhüter Schlegel hechtete, der Ball pfiff vorbei. In der 79. Minute hielt der Keeper einen strammen Schuss von Van Antwerp, und selbst in der Nachspielzeit kam Dresden durch Schultz noch einmal gefährlich vors Tor. Doch es blieb beim 2:1.

Die Partie hatte aber noch ein hitziges Ende: Buchholz’ Innenverteidiger Matthias Kaufmann sah in der 83. Minute Gelb - und nur drei Minuten später Gelb-Rot. "Ich hab ihm doch nur gesagt, dass er schön fällt", beschwerte sich Kaufmann kopfschüttelnd, als er vom Platz schlich. Der Schiedsrichter blieb unbeeindruckt.

Trainer Köppe stellte am Ende trocken fest: "Wir haben 52 Prozent Ballbesitz, aber null Punkte. Buchholz hat 48 Prozent, dafür drei. So ist Fußball - leider."

Buchholz-Coach, der nach dem Spiel mit einem breiten Grinsen aus der Kabine kam, meinte nur: "Wir haben uns reingebissen. Wenn du weniger Torschüsse hast, musst du halt die besseren machen."

Statistisch war das Spiel ein kleiner Ausreißer: 19:9 Torschüsse für Dresden, bessere Zweikampfquote (53 zu 47 Prozent), aber eben ein Tor weniger. Buchholz zeigte, dass Effizienz und Nervenstärke manchmal mehr zählen als Spielanteile.

Als die Flutlichtanlage um 22 Uhr erlosch, lag über Buchholz ein leises Summen. Vielleicht war es der Wind, vielleicht auch das zufriedene Murmeln der Fans, die noch immer von Lorenz’ Flugkopfball schwärmten.

Und irgendwo in der Gästekabine knurrte ein Dresdner Spieler: "Nächstes Mal schießen wir halt 30 Mal." - woraufhin ein Mitspieler trocken antwortete: "Oder einfach öfter ins Tor."

Fußball kann so einfach sein.

20.06.643990 07:30
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