El Colombiano
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Bucaramanga tanzt Barranquilla aus - Decollatura dreifach, Applaus von 53.000

UD Bucaramanga hat am 6. Spieltag der kolumbianischen Liga ein kleines Fußballfest gefeiert. Vor 53.173 euphorisierten Zuschauern im Estadio Alfonso López sahen die Fans ein 4:0 der gold-grünen Gastgeber gegen UD Barranquilla - und einen Mann, der den Abend zu seinem machte: Damiano Decollatura. Drei Tore, ein Dauerlächeln und ein Trainer, der kaum wusste, ob er lieber die Arme hochreißen oder den Hut ziehen sollte.

"Ich hab’ einfach Spaß gehabt", grinste Decollatura nach Spielende, als er mit dem Spielball unter dem Arm aus der Mixed Zone schlenderte. "Rui hat mir die Dinger auf den Teller gelegt, ich musste sie nur noch essen." Tatsächlich lieferte Flügelspieler Rui Mascarenhas bei allen drei Treffern Decollaturas die Vorarbeit - eine Kooperation, die Barranquillas Abwehr in den kollektiven Feierabendmodus versetzte.

Dabei begann das Spiel, so scheint es, mit einem stillen Abkommen: Bucaramanga spielte offensiv, Barranquilla hoffte, das würde schon vorbeigehen. Nach 15 Minuten war der Plan der Gäste schon Makulatur. Joaquin Estevo flankte von links, Xavier Santos zog aus vollem Lauf ab - 1:0. Santos riss die Arme hoch, die Tribüne vibrierte, und Trainer Papa Ancelotti klatschte mit seinem gesamten Trainerstab ab, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

Fünf Minuten später folgte das 2:0: Damiano Decollatura, mit einer Mischung aus Eleganz und Rücksichtslosigkeit, schob den Ball nach feiner Vorarbeit von Mascarenhas über die Linie. Barranquillas Innenverteidiger Marian Majewski stand dabei so ungünstig, dass er sich kurz darauf nur noch per Gelber Karte in Szene setzen konnte - ein Frustfoul der alten Schule.

Bucaramanga hatte Blut geleckt. Angriff auf Angriff rollte, und Mascarenhas schien den Ball mit einem inneren GPS direkt auf Decollaturas Stiefel zu programmieren. In der 44. Minute war es wieder soweit: 3:0, erneut Decollatura, wieder Rui als Vorlagengeber. In der Pause soll Ancelotti in der Kabine gesagt haben: "Bleibt hungrig, Jungs - aber lasst mir vom Buffet auch noch was übrig."

Barranquilla? Bemühte sich, wirklich. James Morrison und Luís Sousa schossen sogar aufs Tor - insgesamt fünf Mal. Doch Torhüter Finlay Linney im Bucaramanga-Kasten war so unterfordert, dass er in der 56. Minute angeblich seinen Handschuhen Namen gab. "Ich nenne dich Mario, und dich Luigi - vielleicht habt ihr ja bald auch was zu tun", witzelte er später mit britischem Humor.

Im zweiten Durchgang ließ Bucaramanga ein wenig den Ball laufen, 50,4 Prozent Ballbesitz zeigen ein ausgeglichenes Bild - zumindest auf dem Papier. Auf dem Feld aber war es ein Klassenunterschied. Selbst als Ancelotti in der 45. Minute zwei Teenager brachte - Julian Galindez (18) und Rafael Galindo (ebenfalls 18) - blieb der Spielfluss erhalten. "Ich wollte sehen, ob sie sich trauen", sagte der Trainer hinterher. "Sie haben sich getraut. Zum Glück nicht zu viel."

In der 76. Minute sah Xavier Santos noch Gelb, vermutlich, weil er zu fröhlich grinste. Barranquillas Majewski ließ sich dagegen zu einem zweiten Foul hinreißen - Gelb-Rot in der 88. Minute, sinnbildlich für den Abend: Einer weniger, aber eigentlich schon lange keiner mehr.

Und dann, als die Zuschauer längst mit den Gedanken beim Feiern waren, kam Decollatura noch einmal. 92. Minute, wieder Mascarenhas von rechts, wieder dieser eiskalte Abschluss - 4:0. Der Schlusspunkt eines Abends, der sich für Barranquilla wie ein besonders langer Montag anfühlte.

"Wir sind nicht gut genug in die Zweikämpfe gekommen", murmelte Gästetrainer unschuldig. Ein Reporter fragte, ob er etwas Positives aus dem Spiel mitnehme. "Ja", sagte er nach kurzem Überlegen, "die Luft in Bucaramanga ist wirklich schön klar."

Papa Ancelotti dagegen lächelte breit. "Das war kolumbianischer Espresso-Fußball - stark, heiß, und man bleibt wach davon."

Ein Sieg mit Stil, ein Dreier mit Humor, und ein Decollatura, der an diesem Abend wohl jede Kamera liebte. Die Zuschauer gingen beschwingt nach Hause, Barranquilla eher bedrückt - und irgendwo in Bucaramangas Kabine soll jemand gesagt haben: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald eine Vitrine mehr."

Ein wenig übertrieben? Vielleicht. Aber nach einem 4:0 darf man das.

18.03.643987 05:32
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