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Bremen trotzt Köln - ein 2:2, das keiner so recht glauben wollte

Wenn der SV Bremen an einem Dienstagabend im Februar zum Flutlichtspiel lädt, dann ist das Stadion kein Hexenkessel, sondern eher ein gut geheiztes Wohnzimmer mit 12.500 Zuschauern und dem Geruch von Bratwurst und Zweckoptimismus. Doch was die Männer von Jack Schlakowski beim 2:2 gegen den SC Köln ablieferten, war zumindest in Sachen Dramatik ein echter Leckerbissen.

Köln, mit Trainer Klaus Kirpeit und der taktischen Marschroute "Attacke, aber bitte mit Stil", kam sofort auf Betriebstemperatur. Schon in der zweiten Minute prüfte Massimiliano Di Stefano Bremens Keeper Lewis Clancy - der reagierte geistesgegenwärtig und lenkte den Ball über die Latte. "Da war ich noch nicht ganz wach, ehrlich gesagt", grinste Clancy später. "Aber wenn man gleich so wachgeküsst wird, ist man für den Rest des Abends hellwach."

Bremen dagegen begann, wie man es von einem Team mit "defensiver Ausrichtung" erwarten darf - solide, unspektakulär, und mit der Hoffnung, dass vorne irgendwann mal einer stolpert. Und tatsächlich: In der 23. Minute war es Innenverteidiger Harald Parent, der nach einer Flanke des jungen Lewis Baptiste plötzlich im Strafraum stand, als hätte er sich verlaufen. Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss - 1:0. Das Stadion jubelte, und Trainer Schlakowski rief seinem Abwehrchef lachend zu: "Du bist im falschen Film, Harald!"

Doch die Freude währte kurz. Nur acht Minuten später konterte Köln, und das mit chirurgischer Präzision: Heinrich Greiner spielte sich durchs Mittelfeld, legte nach links zu Eugenio Cosenza, der aus spitzem Winkel traf - 1:1. "Wir wussten, dass Bremen hinten kompakt steht, aber irgendwann muss die Mauer halt wackeln", kommentierte Cosenza später mit dem Selbstbewusstsein eines Mannes, der weiß, dass er gleich noch einmal treffen wird.

Denn in der 71. Minute war es wieder der Italiener, der nach einem erneuten Zuspiel von Greiner die Kölner Führung erzielte. Bremen, inzwischen ohne den gelbverwarnten Parent, der kurz darauf für den routinierten Roberto Martinez weichen musste, wirkte müde, beinahe ergeben. Köln drückte, schoss, kombinierte - 19 Torschüsse insgesamt, eine ganze Batterie von Versuchen, die Clancy und seine Abwehr heldenhaft überstanden.

Doch das Fußballmärchen schrieb an diesem Abend ein anderes Ende: In der 82. Minute, als Köln schon den Auswärtssieg witterte, kam Bremen noch einmal nach vorne. Ruben Aznar, der bis dahin eher unauffällige Mittelfeldmann, setzte sich im Zentrum durch und legte perfekt auf Juan Pablo Costa ab. Der Argentinier verwandelte eiskalt - 2:2. Costa jubelte in Richtung Trainerbank, rief "¡Esto es fútbol, míster!" - und Schlakowski grinste, als hätte er gerade eine Meisterschaft gewonnen.

"Das war Leidenschaft pur", meinte der Bremer Coach nach dem Schlusspfiff. "Wir hatten vier Torschüsse, zwei Tore - das ist deutsche Effizienz." Kölns Trainer Kirpeit hingegen sah das anders: "Wenn du 19 Mal aufs Tor schießt und nur zweimal triffst, dann ist das eher Effizienz aus der Hölle."

Die Statistik sprach ohnehin Bände: 50,8 Prozent Ballbesitz für Bremen, 49,2 für Köln - also nahezu Gleichstand. Nur bei den Zweikämpfen lagen die Gäste klar vorne, 57 Prozent gewonnene Duelle, was Kirpeit mit trockenem Humor kommentierte: "Wir haben das Spiel gewonnen, nur leider nicht das Ergebnis."

Im Bremer Fanblock war man sich dagegen einig: "Ein Punkt ist ein Punkt. Und wenn Costa trifft, ist sowieso alles gut", meinte ein Zuschauer, während er sich den letzten Schluck Bier gönnte.

Am Ende war es ein 2:2, das keiner so recht einordnen konnte: Köln mit der klar besseren Spielanlage, Bremen mit dem größeren Herzen - und die Zuschauer mit der Erkenntnis, dass Fußball eben manchmal keine Mathematik ist.

Oder, um es mit Harald Parent zu sagen, der nach seinem Tor und seiner gelben Karte schmunzelnd in die Kabine trottete: "Manchmal muss man einfach da stehen, wo der Ball zufällig hinkommt. Heute war ich halt mal da."

Und so blieb das Flutlicht noch eine Weile an, als wollten die Lampen selbst sagen: Schön war’s - aber verrückt allemal.

03.07.643990 17:07
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Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet
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