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Bremen feiert jugendliche Spielfreude - Düsseldorf geht die Luft aus

Wenn man am 27. Spieltag der 3. Liga Deutschland im Bremer Stadion saß, bekam man nicht nur vier Tore zu sehen, sondern auch eine Lektion darin, wie jugendlicher Übermut manchmal einfach besser ist als taktische Rechenkunst. Der SV Bremen gewann am Freitagabend vor 12.500 Zuschauern mit 3:1 gegen Düsseldorf - und das durchaus verdient.

Schon die Anfangsphase versprach Unterhaltung: Nach nur zwölf Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Der erst 17-jährige Kay Buchholz, der vermutlich noch Hausaufgaben offen hatte, zog nach Pass von Nelio Henrico ab und ließ Düsseldorfs Keeper Nuno Costinha keine Chance. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste Buchholz später, "der Trainer sagt immer, ich soll’s versuchen, bevor ich’s bereue." Trainer Jack Schlakowski nickte dazu und murmelte: "Der Junge hört wenigstens zu - das ist ja heutzutage selten."

Doch Düsseldorf antwortete prompt: In der 20. Minute stand Ingvar Bengtsson goldrichtig, nachdem Fernando Benitez von links quergelegt hatte. Ein klassischer Konter, eiskalt abgeschlossen - 1:1. "Da waren wir kurz nicht wach", gab Bremens Innenverteidiger Roberto Martinez zu, "ich dachte, der Ball wäre schon draußen. War er aber nicht. Blöd gelaufen."

Bis zur Pause ging es hin und her. Beide Teams kamen auf je zwölf Torschüsse, doch Bremen hatte mehr vom Spiel - 56 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache. Düsseldorf wirkte bemüht, aber sobald sie den Ball hatten, schien ihnen die Idee abhanden zu kommen.

Nach dem Seitenwechsel drehte Bremen auf, als hätte man in der Kabine Espresso gereicht. Der 18-jährige Lewis Baptiste traf in der 54. Minute nach Vorlage von Martinez - ein satter Rechtsschuss, der unter die Latte krachte. "Ich wollte den eigentlich flach schießen", gestand Baptiste lachend, "aber so war’s natürlich schöner." Düsseldorf-Trainer Matze Mustermann verzog das Gesicht: "Wir verteidigen gut, bis jemand auf die Idee kommt, nicht zu verteidigen."

Nur neun Minuten später machte Henrico selbst das 3:1 - ausgerechnet der Vorlagengeber des ersten Tores. Nach einem cleveren Pass von Felipe Carballo zog er von links in die Mitte und schloss trocken ab. Die Fans im Stadion sangen, Henrico ballte die Faust, und Schlakowski brüllte von der Seitenlinie: "So will ich das sehen!"

Danach wurde’s unruhig: Düsseldorfs Innenverteidiger Xabi Nunez sah Gelb (69.), und Lucas Bremer musste nach einem unglücklichen Zusammenprall verletzt raus (77.). Drei Wechsel auf einmal sollten das Ruder noch herumreißen, aber es blieb beim Versuch. Sven Groß ersetzte den wackligen Pietro im Tor, Ashton MacMillan kam für Petrenko - ein Zeichen, dass Mustermann wohl schon an Schadensbegrenzung dachte.

In den letzten Minuten versuchte Düsseldorf verzweifelt, das Spiel noch einmal spannend zu machen. Bailey Musgrave prüfte Bremens Keeper Mark Engel zweimal (79. und 87.), doch Engel hielt stark. "Ich hatte heute einen guten Tag", sagte er später trocken. "Und außerdem wollte ich nicht der Einzige ohne Tor sein."

Statistisch war’s ein offenes Spiel, optisch nicht. Bremen spielte reifer, ruhiger, zielstrebiger - und das mit einem Durchschnittsalter, das eher an eine U21 erinnerte. "Wir haben keine Stars, aber wir haben Spaß", so Schlakowski. "Und Spaß ist im Fußball oft der Unterschied."

Düsseldorf hingegen wirkte nach dem Rückstand ideenlos. Mustermann versuchte in der Schlussphase noch, mit aggressivem Pressing Druck aufzubauen, aber Bremen ließ den Ball laufen, als wäre er an einem Gummiband befestigt.

Als der Schlusspfiff kam, applaudierte das Publikum stehend. 3:1, drei Punkte, drei junge Torschützen - das war ein Abend, den man in Bremen noch eine Weile erzählen wird.

Und während die Düsseldorfer Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine trotteten, rief ein Bremer Fan: "Kopf hoch, Jungs - beim nächsten Mal dürft ihr auch mal führen!" Mustermann drehte sich kurz um und grinste bitter. "Wenn wir so weiterspielen, führen wir demnächst höchstens beim Einlaufen."

Ein sarkastischer, aber ehrlicher Schlusspunkt eines Abends, an dem der Fußball wieder einmal zeigte, dass Zahlen nicht alles sind - manchmal entscheidet einfach der Mut zum Schuss.

27.11.643987 15:17
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