Anpfiff
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Bremen bremst Münster aus - Teenager Buchholz glänzt beim 2:1-Auswärtssieg

Preußen Münster gegen SV Bremen - das klang auf dem Papier nach einem ordentlichen Drittligaduell, wurde aber am Ende zu einer kleinen Geschichtsstunde über Mut, Effizienz und einen 17-jährigen, der offenbar keine Nerven kennt. Vor 10.585 Zuschauern im Preußenstadion holte sich Bremen mit 2:1 den Auswärtssieg, während Münster trotz offensiver Ausrichtung und viel Herzblut wieder einmal an der eigenen Chancenverwertung scheiterte.

Dabei fing alles recht verheißungsvoll an für die Gastgeber. Trainerbank, Tribüne, Bratwurststand - überall war man sich einig: "Heute geht was." Und tatsächlich: Aaron Cantwell, der 31-jährige Mittelstürmer mit britischem Einschlag, traf in der 32. Minute nach schöner Vorarbeit von Harald Wild zum 1:0. Ein Treffer, der so mustergültig war, dass selbst die Ersatzspieler kurz das Klatschen vergaßen. "Das war genau das, was wir trainiert haben - einmal in der Woche", grinste Cantwell nach dem Spiel.

Doch die Bremer Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der 43. Minute ließ der 17-jährige Kay Buchholz, der aussieht, als müsste er eigentlich noch Hausaufgaben machen, die Defensive der Preußen alt aussehen. Nach einem präzisen Pass von Felipe Carballo zog er trocken ab - 1:1. "Ich hab einfach draufgehalten", erklärte der Youngster später, "Coach Schlakowski meinte vorher, ich soll mutig sein. Ich dachte, schlimmer als daneben geht’s ja nicht." Ging’s auch nicht - es ging mittenrein.

Zur Pause stand’s leistungsgerecht unentschieden. Münster hatte 45 Prozent Ballbesitz, Bremen 54, und beide Trainer wirkten, als hätten sie jeweils eine andere Statistik gelesen. "Wir kontrollieren das Spiel", behauptete Preußen-Coach (dessen Name die Daten uns vorenthalten - vermutlich aus Selbstschutzgründen). Jack Schlakowski hingegen grinste: "Kontrolle ist relativ. Ich bin zufrieden, solange wir mehr Tore schießen als der Gegner."

Im zweiten Durchgang setzte sich dieses pragmatische Bremer Konzept fort. Während Münster weiter anrannte - Macleod verzog in der 63., Aznar prüfte den Keeper in der 76. Minute - konterten die Gäste klug und eiskalt. In der 54. Minute war es der 18-jährige Berndt Scherer, der nach einem feinen Zuspiel von Daniel Morriss das 2:1 markierte. Ein Treffer, der so reif wirkte, dass man dem jungen Stürmer spontan den Führerschein abnehmen wollte.

Von da an wurde es ein Spiel der verpassten Möglichkeiten - zumindest aus Münsteraner Sicht. Acht Torschüsse, viel Laufarbeit, aber wenig Zählbares. Bremen hingegen schoss 18 Mal aufs Tor, als hätten sie einen Preis für Zielstrebigkeit ausgelobt. Nur die Latte, der Torwart und gelegentlich die eigene Ungenauigkeit verhinderten ein höheres Ergebnis.

Einziger Wermutstropfen: Preußen-Verteidiger Jacob Jacob, der Mann mit dem doppelt gemoppelten Namen, sah bereits in der achten Minute Gelb - wegen "übermotivierten Klärens", wie der Schiedsrichter später schmunzelnd erklärte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", verteidigte sich Jacob, "leider war der Ball schon weg."

Bremens Coach Jack Schlakowski zeigte sich nach dem Abpfiff in bester Laune: "Wenn du mit zwei Teenagern triffst und mit dreißigjährigen Abwehrspielern überlebst, kannst du zufrieden sein." Neben ihm nickte der 33-jährige Roberto Martinez, der als Innenverteidiger gefühlt jeden Zweikampf gewann: "Heute war’s kein Fußballspiel, heute war’s Handwerk."

In Münster dagegen hingen die Köpfe. "Wir haben gekämpft, wir haben Chancen gehabt, aber Bremen war einfach effizienter", sagte Mittelfeldmann Felix Arndt, während er in die Kabine trottete. Trainer (der Unbenannte) fügte hinzu: "Wir sind offensiv ausgerichtet, aber Tore schießen bleibt weiterhin ein optionales Hobby."

Am Ende blieb die Erkenntnis: Der SV Bremen spielte nicht spektakulär, aber clever. Mit 54 Prozent Ballbesitz, klarer Chancenüberlegenheit und jugendlichem Elan verdienten sie sich den Sieg redlich. Preußen Münster dagegen darf sich über Komplimente freuen, Punkte gab’s keine.

Und so endete ein kalter Januarabend mit der einfachen Wahrheit des Fußballs: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Oder wie der Bremer Matchwinner Buchholz nach seinem ersten Drittliga-Treffer trocken meinte: "Ich hab einfach gemacht, was mir Spaß macht - und das war’s dann wohl."

Vielleicht der Anfang einer großen Karriere. Und für Münster? Nun ja - vielleicht der Anfang einer langen Trainingswoche.

30.06.643987 03:59
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