A Bola
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Braga siegt dank Valentes spätem Paukenschlag - und viel Glück

Es war einer dieser Abende im Estádio Municipal de Braga, an denen 18.521 Zuschauer sich fragten, ob der Fußballgott wohl gerade im Urlaub sei. 80 Minuten lang dominierte Vitoria Setúbal das Geschehen, schoss aus allen Lagen - und bekam dafür nichts als Frustration und einen müden Handschlag vom Schiedsrichter. Dann kam Carl Valente. Der 31-jährige Rechtsaußen des FC Braga verwandelte den ersten echten Torschuss seines Teams in den späten Siegtreffer zum 1:0. Und plötzlich war das Stadion hellwach.

Die Partie am 5. Spieltag der portugiesischen Liga begann mit einer frühen Verwarnung für Setúbals 17-jähriges Abwehrtalent Nael Jorge - offenbar wollte der Youngster gleich zeigen, dass er keine Angst vor großen Namen hat. "Ich wollte nur ein Zeichen setzen", grinste er später entschuldigend. Das tat er, allerdings eher in Richtung gelbe Karte. Danach spielte fast nur noch Setúbal: Marvin Hoppe prüfte Bragas Keeper Alexander Besson bereits in der 4. Minute, Filipe Barros drückte in der 23. ab, und Julian Barbosa schoss gleich dreimal so gefährlich, dass die Eckfahne lieber einen Schritt zurückwich.

Braga hingegen? Eher im Verwaltungsmodus. 44 Prozent Ballbesitz und zwei kümmerliche Torschüsse sprechen Bände. Trainer Seidel von Setúbal schüttelte nach der Partie den Kopf: "Wir hatten zehn Abschlüsse. Die müssten für zwei Spiele reichen. Aber der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war das Tor zu klein - oder Besson zu groß."

Tatsächlich zeigte Bragas Torwart eine dieser Leistungen, die in der Kabine mindestens eine Kiste Bier wert sind. Er fischte einen Schuss nach dem anderen aus der Luft und brüllte seine Vorderleute zusammen, als wolle er sie persönlich daran erinnern, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. "Alexander war heute unser dritter Innenverteidiger", kommentierte Bragas Kapitän Vicente Nene trocken.

Nach einer ereignisarmen ersten Halbzeit ging es genauso weiter: Setúbal schnürte Braga hinten ein, Hoppe zog in der 56. Minute ab - wieder nichts. Dann, als sich alles auf ein torloses Remis einstellte, schlug Braga plötzlich zu.

Carl Peyroteo, der junge Mittelfeldspieler mit dem traditionsreichen Namen, spielte in der 80. Minute einen Pass in die Tiefe, der so präzise war, dass man ihn rahmen könnte. Valente nahm den Ball mit der Brust, schaute kurz, und drosch ihn mit einem satten Rechtsschuss ins lange Eck. 1:0! Der erste Schuss aufs Tor - und gleich drin. "Ich dachte, das ist zu schön, um wahr zu sein", lachte Valente nach dem Spiel, "aber der Ball hat es offenbar auch mal satt, immer nur zuzuschauen."

Der Treffer war ein Stich ins Herz von Vitoria Setúbal. Arnau Iniguez versuchte es noch zweimal in der Schlussphase, doch Besson blieb unbezwingbar. Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Bragisten, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen. Die Statistik sah zwar aus, als hätte Setúbal die Partie mit 3:0 gewonnen - 10:2 Torschüsse, 56 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfwerte - doch auf der Anzeigetafel stand eben nur dieses eine, entscheidende Tor.

"Manchmal ist Fußball einfach grausam", murmelte Trainer Ramon Seidel später in die Mikrofone. "Wir haben alles richtig gemacht - bis auf das mit dem Toreschießen." Sein Gegenüber, Bragas Coach, grinste nur und meinte: "Wir hatten einen Plan - und der hieß Geduld."

In den Katakomben des Stadions war die Stimmung entsprechend geteilt: Während Setúbals Spieler mit hängenden Köpfen Richtung Bus trotteten, klopfte Valente seinem Torwart auf die Schulter und fragte: "Wie viele hattest du heute eigentlich?" Besson antwortete trocken: "Genug, um morgen frei zu kriegen."

So bleibt Braga nach diesem glücklichen 1:0-Sieg oben dran, während Setúbal sich fragt, wie man ein Spiel verlieren kann, das man fast durchgehend kontrolliert. Vielleicht hilft ein Blick auf die Statistik nicht weiter, sondern nur die Erkenntnis, dass Fußball manchmal kein Spiel der Zahlen, sondern des Moments ist. Und dieser Moment gehörte Carl Valente - dem Mann, der aus einer halben Chance ein ganzes Stadion erlöste.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Ich hab schon viele Spiele gesehen - aber so ein Diebstahl war selten so schön."

06.03.643987 15:35
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