Canadian Soccer
+++ Sportzeitung für Kanada +++

Bouchard zerlegt die Astros - Bulls feiern ein 4:0-Feuerwerk in Okanagan

Ein Flutlichtspiel, 49.548 Zuschauer und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - beste Bedingungen also für einen heißen Fußballabend. Und heiß wurde es tatsächlich, zumindest für die Okanagan Bulls, die am 21. Spieltag der 1. Liga Kanada die Windsor Astros mit 4:0 (0:0) aus dem Stadion schossen. Drei Tore von Hanns Bouchard, ein Treffer von Antonio Arrondo und ein Publikum, das sich nach der Pause die Hände warmklatschte - mehr braucht ein Winterabend in Okanagan nicht.

Dabei begann alles zäh wie ein Februar-Schneesturm. Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Geduld - und für Torhüter Georges Burton von den Astros gleichzeitig ein Bewerbungsvideo für die Liga-Highlights. Sechsmal parierte er glänzend, während seine Vorderleute den Ball zwar 55 Prozent der Zeit hatten, aber so gar nichts damit anzufangen wussten. "Wir hatten den Ball, aber offenbar ohne Bedienungsanleitung", knurrte Astros-Stürmer Paulus Samuelsson nach dem Spiel.

Die Bulls dagegen standen tief, lauerten - und hatten mit Bouchard einen Stürmer, der offensichtlich beschlossen hatte, den Winterschlaf zu beenden. In der 49. Minute zündete er nach Pass von Arjen Scranton den Turbo, zog aus 18 Metern ab - und plötzlich war das Eis gebrochen, im wahrsten Sinne des Wortes. 1:0, und das Stadion vibrierte. Trainer Markus Merk klatschte kurz, dann brüllte er seine Mannschaft weiter nach vorn: "Weiter, Jungs, das riecht nach mehr!" - und er sollte recht behalten.

In der 62. Minute legte Antonio Arrondo nach, diesmal nach schöner Vorarbeit von Roberto Ferrer. Ein präziser Schlenzer ins lange Eck, 2:0 - und Ferrer sah danach aus, als wolle er gleich selbst jubelnd durch die Coaching-Zone tanzen. "Ich hab’ ihm den Ball so serviert, dass er gar nicht anders konnte", grinste Ferrer später.

Die Astros wirkten da schon angezählt. Ihr "offensives" Konzept - laut Taktiktafel tatsächlich so angelegt - blieb reine Theorie. Zwei kümmerliche Torschüsse in 90 Minuten sprechen eine deutliche Sprache. Die Bulls dagegen schossen aus allen Lagen: 17 Mal zielten sie auf Burtons Kasten, und nicht selten musste der Keeper Kopf und Kragen riskieren.

In der 75. Minute war es wieder Bouchard, diesmal nach Flanke von Freddie Aubin. Der Franzose stieg höher als alle anderen, köpfte wuchtig ein - 3:0. Während die Fans sangen, grinste Bouchard nur und sagte später trocken: "Ich hab’ einfach den Huttrick gerochen." Neun Minuten vor Schluss machte er das Paket komplett: Ein Abstauber nach einem Abpraller, 86. Minute, 4:0. Der Jubel war grenzenlos, die Bank der Bulls tanzte, während Merk mit stoischer Miene an der Seitenlinie stand. "Ich hab’ ihn heute Morgen noch gefragt, ob er ausgeschlafen ist", sagte der Trainer anschließend lachend. "Er meinte nur: ’Warten Sie ab.’ Tja, das hab’ ich jetzt davon."

Ganz ohne Kratzer ging’s trotzdem nicht: Arjen Scranton, der Vorlagengeber des ersten Tores, musste in der Nachspielzeit angeschlagen vom Platz. "Nichts Schlimmes", versicherte Merk, "nur ein Tritt, kein Drama." Zwei Gelbe Karten - an Adriano Quevedo und Ferrer - rundeten den robusten, aber fairen Auftritt der Bulls ab.

Statistisch gesehen war das Spiel ein Paradoxon: Weniger Ballbesitz (45 Prozent), aber mehr Biss - 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Die Bulls spielten pragmatisch, zielstrebig, effizient. "Wir haben nicht gezaubert, wir haben gearbeitet", sagte Kapitän Lasse Michaud nach dem Spiel, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Und manchmal ist das schöner als jedes 5:4."

Die Windsor Astros dagegen standen nach Abpfiff verloren auf dem Platz. Trainer Dave McKinnon (der Gastcoach, blass und wortkarg) fasste es resigniert zusammen: "Wir waren offensiv, aber ohne Offensive. Das war… speziell."

Als das Flutlicht erlosch, blieb in Okanagan ein Gefühl zurück: Hier wächst etwas zusammen. Ein Team, das nicht glänzen muss, um zu gewinnen - und ein Publikum, das seine Bulls wieder liebt. "Wenn Bouchard so weitermacht, muss ich ihm bald eine eigene Tribüne bauen", scherzte Merk beim Verlassen des Stadions.

Und während die Fans in dicken Jacken den Heimweg antraten, hallte ein Satz durch die Nacht, vermutlich von einem euphorischen Zuschauer: "Vier Tore? Das war kein Spiel, das war ein Statement!"

Ein Statement, das die Liga gehört hat.

27.01.643991 22:00
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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