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Borussia Fulda stolpert über Kreuzberger Effizienz

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 25.559 Zuschauer im Fuldaer Stadion - und ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotionen, Gelbe Karten und eine gehörige Portion Ärger im Gesicht von Trainer Ali Baba, als der Schlusspfiff das 1:2 gegen den FC Kreuzberg besiegelte.

Dabei fing es gar nicht so schlecht an für Borussia Fulda. Schon in der ersten Minute prüfte Niclas Lang mit einem beherzten Linksschuss den Kreuzberger Keeper Arne Henkel, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend mit seinen Handschuhen Freundschaft zu schließen. Fulda drückte, wie man es von einer Mannschaft mit "offensiver Ausrichtung" erwarten darf, während Kreuzberg - taktisch "balanciert" - stoisch wartete, um dann zuzuschlagen.

Und das taten sie. In der 35. Minute kombinierten sich die Gäste über die rechte Seite nach vorne, Aitor Alvar legte flach in den Rückraum, und Vincent Figueras verwandelte trocken ins lange Eck. 1:0 für Kreuzberg, und das Stadion murmelte ungläubig. "Wir wussten, dass Vincent aus der Distanz gefährlich ist", sagte Gästetrainer Atze Matze später mit einem Grinsen. "Deshalb haben wir ihn einfach mal schießen lassen."

Fulda schüttelte sich kurz, reagierte prompt - und wie! Drei Minuten später dribbelte Niclas Lang über links, flankte butterweich in die Mitte, wo Christiano Mascarenhas hochstieg, als wäre er aus Federstahl. Kopfball, Tor, 1:1. Das Stadion explodierte, und Mascarenhas rannte jubelnd zu Trainer Baba, der später lachend erzählte: "Ich wollte ihn eigentlich zur Ordnung rufen, aber dann war er einfach zu schnell bei mir."

Die erste Halbzeit endete mit gelben Erinnerungen für Volker Zimmermann, der sich im Mittelfeldduell etwas zu sehr auf die rustikale Seite des Fußballs verlegte. "Ich hab nur den Ball gespielt - also fast", kommentierte er mit einem schiefen Lächeln in der Mixed Zone.

Nach der Pause übernahm Kreuzberg endgültig das Kommando. 60 Prozent Ballbesitz, ruhiger Aufbau, Pässe wie an der Schnur gezogen - es war, als ob sie Fulda mit Geduld hypnotisieren wollten. Fulda blieb kämpferisch, doch das Pressing blieb aus, die Beine wurden schwerer. Trainer Baba brachte in der 60. Minute Emiliano Monti für Connor Hensley, später Jakub Lukes für den verwarnten Zimmermann. Doch die Gäste hatten längst den Rhythmus gefunden.

In der 72. Minute fiel dann die Entscheidung. Wieder war es Figueras, diesmal als Vorbereiter: ein kluger Pass auf Ion Stancu, der mit dem linken Fuß abzog. Fulda-Keeper Manfred Kuehn flog, die Fans hielten den Atem an - und der Ball zappelte im Netz. 2:1 für Kreuzberg. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Stancu danach bescheiden. "Und gehofft, dass keiner im Weg steht." Stand keiner.

Fulda versuchte noch einmal alles. Mario Bischoff prüfte Henkel gleich mehrfach (73., 75., 81.), doch es blieb beim "Beinahe". Stattdessen sammelten die Gastgeber fleißig Gelbe Karten - Lang (78.) und Monti (86.) reihten sich in die Liste ein, als wollten sie wenigstens in dieser Statistik den Ausgleich schaffen.

In der 89. Minute wurde es dann noch einmal laut: Der junge Luis Strauss kam für Liam Metzger ins Spiel, und während das Publikum noch klatschte, holte sich Kreuzbergs Aitor Alvar seine Verwarnung ab - ganz im Geiste der Fairness, damit es am Ende auch auf beiden Seiten gelb blinkt.

"Wir haben gut gespielt, aber Fußball ist manchmal ein grausamer Lehrer", sagte Fulda-Coach Ali Baba nach Abpfiff. "Wir hatten mehr Schüsse, aber weniger Glück. Vielleicht sollte ich den Jungs das nächste Mal beibringen, dass Ballbesitz kein Fremdwort ist." Tatsächlich hatten die Fuldaer mit nur knapp 40 Prozent Ballbesitz deutlich weniger vom Spiel.

Atze Matze dagegen war in Feierlaune: "Wir sind Kreuzberg - wir brauchen keine 20 Chancen. Zwei Tore, drei Bier, fertig." Seine Spieler lachten, einer stimmte kurz ein Vereinslied an, bevor der Mannschaftsbus hupte.

Fulda dagegen suchte Trost im Applaus der Zuschauer. Mascarenhas, Torschütze und Publikumsliebling, winkte ins Rund und seufzte: "Manchmal reicht ein Moment Unaufmerksamkeit. Heute war’s leider zweimal."

Am Ende blieb ein Abend, der zeigte, dass Effizienz im modernen Fußball oft die schönste Taktik ist. Kreuzberg nahm drei Punkte mit, Fulda die Erkenntnis, dass Einsatz allein nicht immer belohnt wird. Und irgendwo in der Kabine soll Niclas Lang trocken gesagt haben: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil." Recht hat er.

Ein bitterer, aber ehrlicher Fußballabend - mit viel Drama, etwas Gelb und einer Portion Kreuzberger Coolness.

22.02.643987 22:33
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