Noticiero VeneVision
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Bolivar tanzt Caracas aus - Frühe Doppelschläge entscheiden das Spiel

Ein lauer Abend in La Paz? Nein, das war ein heißer Mittwoch in Bolivar. 20.000 Zuschauer verwandelten das Estadio Minerden in einen brodelnden Hexenkessel, als Minerden Bolivar Real Caracas mit 2:0 besiegte. Zwei frühe Tore, ein bisschen Chaos in der Hintermannschaft der Gäste und ein Heimteam, das danach klug verwaltete - mehr brauchte es nicht, um den zehnten Spieltag der 1. Liga Venezuela zum Fest für die blau-weißen Fans zu machen.

Kaum hatte Schiedsrichter Ramirez das Spiel um Punkt 20 Uhr angepfiffen, da rollte der Ball schon unaufhaltsam Richtung Tor von Real Caracas. Die Gäste wirkten, als hätten sie den Anstoßplan in der Kabine liegen lassen. Humberto Poncela, der rechte Mittelfeldmotor Bolivars, nutzte das in der 10. Minute eiskalt aus. Nach einem geschmeidigen Zuspiel von Javier Granero zog er aus 16 Metern ab - keine Chance für Keeper Sergio Cortes. 1:0, und die Heimkurve explodierte.

Nur vier Minuten später der nächste Nadelstich: Diesmal kam der Angriff über links, wo der 22-jährige Nelio Allegri mit jugendlichem Übermut in die Tiefe sprintete, den Ball flach in die Mitte brachte - und Paulo Diez vollendete mit einem trockenen Flachschuss. 2:0 nach 14 Minuten, und Caracas schien kurzzeitig nicht zu wissen, in welcher Stadt es sich eigentlich befand.

"Wir wollten eigentlich ruhig anfangen", brummte Real-Trainer Ortega nach dem Spiel in die Mikrofone. "Aber meine Jungs haben wohl den Plan mit dem Feuer verwechselt." Und Feuer gab’s reichlich - allerdings vor dem falschen Tor.

Caracas fand danach besser ins Spiel, ohne jedoch Minerdens Abwehr wirklich zu erschüttern. Xavi Eusebio, der Denker und Lenker im Mittelfeld, prüfte den überragenden Keeper Carl Mocana mehrfach (9., 65. Minute), doch der 33-Jährige zwischen den Pfosten parierte, als sei er aus Gummi und Stahl zugleich. "Ich habe einfach Spaß gehabt", grinste Mocana später. "Und Xavi schießt wenigstens so, dass man als Torwart was zu tun hat."

Bolivar, das Team von Coach Ramirez (der diesem Spiel wohl noch lange ein Lächeln abgewinnen wird), kontrollierte das Geschehen mit knapp 52 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen. Real Caracas kam auf zwölf Abschlüsse - viele davon harmlos. Das statistische Gleichgewicht täuscht: Die wirklich gefährlichen Szenen gehörten den Hausherren.

In der 41. Minute dann die einzige Schrecksekunde für Bolivar: Verteidiger Esteban Barbosa sah Gelb, nachdem er Vitor Andrade unsanft gestoppt hatte. Der junge Andrade rappelte sich auf, grinste - und rief Barbosa im Vorbeigehen etwas zu, das man nicht zitieren sollte, aber die Lippenbewegung deutete auf "Beim nächsten Mal läuft’s anders!" hin.

Nach der Pause passierte das, was Fußballromantiker "eine taktische Meisterleistung" nennen - oder Zyniker "Verwaltung mit Stil". Beide Teams blieben bei ihrer ausgewogenen Formation, das Tempo ging runter, und Bolivar spielte die Zeit souverän herunter. Marco Valdes versuchte es in der 57. und 75. Minute noch zweimal mit wuchtigen Abschlüssen, aber Cortes im Caracas-Tor verhinderte Schlimmeres.

Caracas kämpfte, doch es fehlte die Durchschlagskraft. Der junge Rafael Leao rannte sich die Lunge aus dem Leib, Xavi Eusebio winkte und dirigierte, aber da war kein Raum, kein Moment, kein Wunder. Als Andrade in der 89. Minute noch einmal abzog, hielt Mocana den Ball mit einer Hand - zur Freude der Fans, die längst "Olé" sangen, als wäre die Meisterschaft schon sicher.

Nach dem Abpfiff fasste Bolivars Torschütze Paulo Diez das Spiel trocken zusammen: "Heute war’s einfach. Zwei Tore früh, danach Tee trinken." Sein Trainer nickte zustimmend, fügte aber lächelnd hinzu: "Und den Tee haben wir bitter serviert."

Real Caracas hingegen verließ das Feld mit hängenden Köpfen, aber ohne Drama. "Wir sind keine Schauspieler, wir sind Fußballer", meinte Kapitän Eusebio und versprach, "nächste Woche anders aufzutreten - mit mehr Biss und weniger Staub in den Augen".

So blieb ein klarer 2:0-Erfolg für Minerden Bolivar, der in seiner Ruhe fast beängstigend wirkte. Keine wilden Grätschen, keine Scharmützel, kein Chaos - nur ein Team, das seine Chancen nutzte und dann auf Autopilot schaltete.

Oder, wie ein alter Fan auf der Tribüne beim Verlassen des Stadions murmelte: "Früher hat Bolivar solche Spiele verloren. Heute machen sie’s wie Erwachsene."

Und ehrlich gesagt - das war das Reifste, was man von Bolivar seit Langem gesehen hat.

06.03.643994 03:33
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