Anpfiff
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Blumenthaler SV tanzt den Bremen-Blues - 3:1 im Flutlichtspektakel

Wenn das Flutlicht glüht und der Rasen dampft, dann weiß man: In Blumenthal wird wieder Fußball gearbeitet, nicht gespielt. 13.684 Zuschauer bekamen am Freitagabend beim 3:1-Heimsieg des Blumenthaler SV gegen den SV Bremen alles, was ein norddeutscher Fußballabend braucht - frühe Tore, gelbe Karten, einen leicht genervten Gästetrainer und einen Heimcoach, der sich nach Abpfiff so freute, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

Schon nach vier Minuten bebte die kleine Arena, als Joaquin Pelegrin, der quirlige rechte Mittelfeldmotor, einen Abpraller nach Pass von Taylor Brodie humorlos ins lange Eck drosch. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Pelegrin später, "aber dann dachte ich, probier’s halt mal." Manchmal belohnt der Fußball eben ehrliche Verwirrung.

Bremen wirkte anschließend, als hätte man ihnen das Navi im Kopf ausgeschaltet. Der Plan von Trainer Jack Schlakowski - defensiv stehen, lange Bälle, Geduld - hielt exakt bis Minute 27. Da nämlich kombinierte sich der Blumenthaler SV einmal durch die Mitte, Fritjof Gade schickte Riley Urquhart in die Tiefe, und der traf so abgeklärt, dass man kurz dachte, er hätte die Zeit angehalten. 2:0, die Tribüne sang, der Gästeblock schwieg.

"Wir haben die erste Halbzeit verschlafen - oder besser gesagt, gar nicht erst angefangen", knurrte Schlakowski später, während er seinen Notizblock zerknüllte. Kein Wunder: Seine Mannschaft kam bis zur Pause kaum über die Mittellinie, und wenn doch, dann landeten die langen Bälle meist bei Blumenthals Innenverteidiger Rene Barthez - der nicht nur alles wegräumte, sondern in der 14. Minute sogar selbst einen Torschuss wagte. "Manchmal muss man zeigen, dass man auch anders kann", lachte Barthez.

Nach der Pause wurde Bremen mutiger. Vielleicht hatte Schlakowski in der Kabine die Worte gefunden, die weh tun. Jedenfalls kam Daniel Morriss in der 54. Minute aus dem rechten Halbfeld frei zum Schuss und traf nach Pass von Roberto Verdasco zum 2:1-Anschluss. Plötzlich war das Spiel wieder offen, und die 49,9 Prozent Ballbesitz der Blumenthaler fühlten sich verdächtig nach Zittern an.

Doch während Bremen anlief, lauerte Blumenthal auf den entscheidenden Konter. Mason Piccard, der junge Linksaußen mit dem Dauerlächeln, hatte bereits in der 59. und 81. Minute gefährlich abgeschlossen, ehe er in der 82. endlich belohnt wurde. Nach feiner Vorarbeit von Julien Gaudin setzte er den Ball flach ins Eck - 3:1, Deckel drauf, Platzregen, Jubel. "Ich hab den Regen kommen sehen und wollte nicht nass in die Kabine", grinste Piccard.

In der Schlussphase verteilte der Schiedsrichter noch zwei gelbe Karten - an Pelegrin (72.) und Barthez (79.) -, was Trainer Matthias Kaiser mit einem Achselzucken kommentierte: "Wenn meine Jungs so viel laufen, dürfen sie auch mal Gelb sehen. Das ist wie ein Ehrenabzeichen."

Statistisch gesehen war das Spiel fast ausgeglichen: 17:9 Torschüsse für Blumenthal, 50:50 beim Ballbesitz. Doch wer dabei war, weiß: Das war kein Unentschieden auf dem Platz, sondern ein klarer Punktsieg in Sachen Leidenschaft. Die Blumenthaler pressten, kombinierten mutig und wirkten in jeder Phase gefährlicher - ein offensives Konzept, das Kaiser seit Saisonbeginn predigt. "Wir spielen lieber 3:1 als 1:0", sagte er mit einem Zwinkern.

Und Bremen? Die ließen sich trotz allem nicht hängen, hatten durch John Pelletier und Nelio Henrico noch Chancen, aber Torwart Owen Preher pflückte alles weg, was kam. "Der hatte heute Magnet-Handschuhe", murmelte Pelletier nach Abpfiff.

Als die Fans nach 94 Minuten in den kalten Abend hinausströmten, blieb das Gefühl, dass Blumenthal in dieser Liga mehr ist als nur ein Aufsteiger mit Elan. Sie spielen frech, sie spielen schnell - und sie spielen mit einem Lächeln, das selbst dann bleibt, wenn’s mal kracht.

Oder wie Kapitän Urquhart es auf den Punkt brachte: "Wir haben heute nicht nur Bremen geschlagen, sondern auch die Zweifel."

Und irgendwo hinter der Trainerbank grinste Matthias Kaiser - nass vom Regen, glücklich wie ein Kind - und sagte leise: "So darf’s weitergehen."

Ein Abend, der zeigte: Fußball kann auch in der 3. Liga ganz groß sein - zumindest, wenn er aus Blumenthal kommt.

10.04.643987 03:35
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