Anpfiff
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Blumenthaler Gala: 6:0 gegen Flensburg - Fußball mit Ausrufezeichen

Manchmal weiß man schon nach zehn Minuten, dass es ein langer Abend für die Gäste wird. Am 18. Spieltag der 3. Liga Deutschland (1. Div) war es genau so: Blumenthaler SV empfing Weiche Flensburg, und 13 689 Zuschauer im Stadion sahen, wie sich die Partie schon früh in eine einseitige Vorstellung verwandelte. Am Ende stand ein 6:0 auf der Anzeigetafel - und das war noch schmeichelhaft für die Flensburger.

Schon in der Anfangsphase rollte Angriff auf Angriff auf das Tor des jungen Torhüters Hanns Schön, der mit seinen 18 Jahren wohl noch nie so viele Schüsse an einem Abend gesehen hat. 21 Torschüsse verzeichnete der Blumenthaler SV, Flensburg dagegen ganze zwei - und einer davon landete fast auf dem Parkplatz hinter der Nordtribüne.

In der 17. Minute brach Julien Gaudin den Bann. Der 21-jährige Mittelfeldspieler zog aus zentraler Position ab, nachdem Jake Armstrong den Ball sauber aus der Abwehr nach vorne getragen hatte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Gaudin später. "Wenn du so oft probierst, muss irgendwann einer rein." Trainer Matthias Kaiser schüttelte lachend den Kopf: "Eigentlich soll er da abspielen - aber wenn’s so endet, sage ich dazu nichts mehr."

Flensburg wirkte geschockt, fand aber zumindest defensiv etwas Stabilität bis zur Pause. 1:0 zur Halbzeit - noch war alles offen, theoretisch. Praktisch allerdings stand Weiche Flensburg einem Gegner gegenüber, der in der zweiten Hälfte plötzlich alles traf, was sich bewegte.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, klingelte es erneut. Mason Piccard, der flinke Linksaußen, verwandelte in der 48. Minute nach Vorlage von Nicolas Wilke mit einem satten Schuss ins lange Eck. 2:0 - und das war der Startschuss für ein Offensivfeuerwerk, das selbst die Stadionuhr kaum mitkam.

Zwölf Minuten später traf Vitorino Baiao nach mustergültiger Vorarbeit von Alberto Vidigal (59.). Der Brasilianer hob beim Jubel beide Arme und rief Richtung Tribüne: "Das war Samba, oder?" - Das Publikum stimmte ihm zu.

Nur sieben Minuten später stellte Mittelstürmer Riley Urquhart auf 4:0 (66.). Wieder kam der Pass von Vidigal, der an diesem Abend auf der rechten Seite alles überlief, was sich ihm in den Weg stellte. "Ich hab irgendwann aufgehört, mitzuzählen, wie oft er an mir vorbeiging", gab Flensburgs Linksverteidiger Pascal Grimm ehrlich zu.

In der 77. Minute durfte dann Vidigal selbst ran: Nach einem Querpass von Wilke schob er überlegt ein - 5:0. Und weil’s so schön war, legte Baiao in der 83. Minute noch einen drauf. Wieder kam der letzte Pass von Wilke, der an diesem Abend zwei Assists sammelte und als stiller Held glänzte.

"Wir haben uns in der zweiten Hälfte in einen Rausch gespielt", meinte Trainer Kaiser hinterher. "Manchmal funktioniert einfach alles - und manchmal ist dein Gegner Weiche Flensburg." Ein Satz, der für ein leichtes Raunen im Presseraum sorgte.

Flensburgs Coach Basti Schaaf versuchte, Haltung zu bewahren: "Wir wollten offensiv spielen, aber irgendwann war das wie gegen den Wind rennen. Unsere Jungs haben alles gegeben, aber Blumenthal war heute einfach zwei Klassen besser." Und tatsächlich: Trotz offensiver Ausrichtung und nominell mutigem Pressing blieb Weiche harmlos, der Ballbesitz von 44 Prozent täuschte über die Wirkungslosigkeit hinweg.

Das Einzige, was Flensburg aus diesem Abend mitnimmt, ist eine Gelbe Karte für Innenverteidiger Knud Fleischer (87.). "Wenigstens bin ich in der Statistik", witzelte dieser später, bevor er seufzte: "Aber lieber wäre mir ein Tor gewesen."

Die Blumenthaler Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. 6:0 - das war Fußball mit Ausrufezeichen, ein Statement für die Konkurrenz und ein Fest für alle, die an einem kalten Januarabend gekommen waren.

"Wenn wir so weiterspielen, kann der Winter ruhig länger dauern", grinste Gaudin beim Verlassen des Rasens. Und während die Flensburger in den Bus stiegen, blieb über dem Stadion nur noch das Echo der Heimfans, die ausgelassen sangen - ein Abend, den in Blumenthal so schnell keiner vergisst.

Oder wie ein Zuschauer auf der Tribüne es trocken formulierte: "Ich bin eigentlich wegen der Bratwurst gekommen - aber das Spiel war auch nicht schlecht."

24.08.643987 23:25
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