Jamaica News Bulletin
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Blues-Derby mit Donnerhall: Conklin schießt die Junglists aus dem Stadion

Kingston, 6. Januar 2026 - Manchmal schreibt der Fußball Drehbücher, die selbst Hollywood als zu übertrieben abtun würde. Das Stadtderby der 1. Liga Jamaica zwischen den Kingston Blues und den Kingston Junglists endete mit einem krachenden 4:0 - und das schon nach einer Halbzeit. Danach war das Spiel nur noch eine Mischung aus Schaulaufen, Ballbesitzstatistik und leichtem Gruppentraining.

Vor 53.280 Zuschauern im ausverkauften National Stadium legten die Blues los wie ein tropischer Orkan. Schon in der zwölften Minute zappelte der Ball im Netz - Max Bethune, der bullige Mittelstürmer, hatte nach einem feinen Pass von Leon Marot keine Lust auf Abtasten. "Ich hab den Ball gesehen und gedacht: Warum lange fackeln?", grinste Bethune später. Der Schuss, halb Volley, halb Wuchtgeschoss, ließ Junglists-Keeper Erik Günther keine Chance.

Was dann folgte, war ein Lehrstück in Effektivität. Die Blues hatten zwar nur 47 Prozent Ballbesitz, aber 23 Torschüsse - fast sechsmal so viele wie die überforderten Junglists. In der 22. Minute erhöhte Andre Conklin, der Altmeister auf dem linken Flügel, nach Flanke von Rechtsverteidiger Lewis Brongniart auf 2:0. Zehn Minuten später wieder Conklin, diesmal nach Vorlage des agilen Valentino Belvedere. Und weil’s so schön war, legte Conklin nur zwei Minuten später noch das 4:0 nach - diesmal mit freundlicher Unterstützung des 20-jährigen Thierry Neville, der über links durchgebrochen war.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu jubeln", sagte Conklin nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. "Man will ja nicht unhöflich sein." Trainer Kevin Tüllinghoff grinste über beide Ohren: "Wir wollten offensiv spielen, aggressiv pressen und die langen Bälle konsequent nutzen - das war heute wie aus dem Lehrbuch. Naja, zumindest aus meinem Lehrbuch."

Die Junglists dagegen wirkten, als hätten sie ihre Taktiktafel im Bus vergessen. Zwar hatten sie mit gut 52 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber was sie damit anfingen, blieb ein Rätsel. Vier Torschüsse in 90 Minuten - das klingt eher nach Gelegenheitsarbeit. "Wir wollten ruhig aufbauen", erklärte Trainer Andreas Müller hinterher, "aber die Blues haben uns gleich am Anfang den Stecker gezogen." Dann seufzte er und fügte hinzu: "Manchmal ist Ballbesitz halt nur Ballbesitz."

Kurz vor der Pause wurde es noch hitzig: Junglists-Verteidiger Louis Michaud sah Gelb, nachdem er Conklin rustikal stoppte - oder es zumindest versuchte. Geert Vanderveer revanchierte sich in der zweiten Halbzeit auf seine Weise und holte sich seinerseits Gelb für ein taktisches Foul, das der Schiedsrichter als "leidenschaftlich, aber ungeschickt" wertete.

Die zweite Halbzeit? Nun ja. Man könnte sagen, sie fand statt. Die Blues verwalteten, die Junglists versuchten Schadensbegrenzung zu betreiben, und das Publikum sang sich durch das Abendprogramm. Die Statistik blieb eindeutig: Die Blues schossen weiter munter aufs Tor - Belvedere, Bethune, selbst Innenverteidiger Isaac Bail wollte sich in die Schützenliste eintragen. Doch das Netz blieb diesmal unberührt.

In der 45. Minute hatte Tüllinghoff Marot ausgewechselt und Paulus Bengtsson gebracht - ein Zeichen, dass der Trainer trotz der klaren Führung den Laden stabil halten wollte. "Ich dachte, Leon hat genug getan für heute. Außerdem wollte ich Paulus auch mal wieder laufen sehen", witzelte Tüllinghoff. Später durfte auch der junge Christophe Besson ran, der für den gelbbelasteten Vanderveer kam und das Publikum mit ein paar eleganten Flanken erfreute.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Zuschauer minutenlang. Die Blues hatten ein Statement gesetzt: Offensiv, gierig, kompromisslos. Die Junglists dagegen verließen das Feld mit gesenkten Köpfen - und der Erkenntnis, dass "balanced attacking" in der Theorie besser klingt als in der Praxis.

"Das war kein Spiel, das war eine Demonstration", fasste ein Fan auf der Tribüne zusammen, während er seine Stimme irgendwo zwischen Begeisterung und Ungläubigkeit suchte. Und tatsächlich: Man hatte das Gefühl, die Blues hätten an diesem Abend alles getroffen - außer vielleicht den Bus, der sie später nach Hause bringen sollte.

Am Ende bleibt ein klarer Befund: Kingston ist blau. Zumindest für diese Nacht. Und wenn Andre Conklin in dieser Form bleibt, könnte man in Jamaica bald wieder von einer echten Titelchance sprechen. Trainer Tüllinghoff versprach jedenfalls: "Wir bleiben dran. Und wenn’s nach mir geht, schreiben wir diese Geschichte noch ein paar Kapitel weiter."

Ein Derby mit Donnerhall also - eines, das noch lange nachklingen dürfte, nicht nur in den Ohren der Junglists.

17.03.643987 21:13
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