Canadian Soccer
+++ Sportzeitung für Kanada +++

Blues überrollen Toronto - Sousa trifft dreifach beim 6:0-Auftakt-Feuerwerk

Es war ein eiskalter Februartag in Quebec, doch die Quebec Blues sorgten zum Saisonauftakt der 1. Liga Kanada für tropische Temperaturen auf dem Rasen: 6:0 hieß es am Ende gegen den völlig überforderten Toronto SC. 36.282 Zuschauer wärmten sich mit stehenden Ovationen, während die Gäste sich eher nach einer warmen Decke sehnten.

Schon in der Anfangsphase wurde klar, dass Trainer Lutz Lindemann seine Blues auf Angriff programmiert hatte. "Wir wollten zeigen, dass wir in dieser Saison mehr vorhaben als Mittelmaß", grinste Lindemann später, als hätte er es schon vor dem Anpfiff gewusst. Seine Elf legte los, als gäbe es kein Morgen: Bereits in der ersten Minute prüfte Olivier Krieger den Torwart Frederic Weise. Nur vier Minuten später schepperte es fast wieder - diesmal durch Diego Sousa, den späteren Mann des Abends.

In der 21. Minute war es dann so weit: Daan Bolsius setzte Sousa perfekt in Szene, und der Stürmer drosch den Ball humorlos ins Netz. 1:0! Toronto wirkte zu diesem Zeitpunkt wie ein Team, das noch im Bus saß. Der Versuch, mit "balanciertem Angriffsspiel" und "sicherem Schussverhalten" (so stand’s wohl im Taktikzettel) dagegenzuhalten, blieb Theorie.

Nach einer halben Stunde gelang Toronto immerhin ein Torschuss - Joshua Martel aus 20 Metern, doch Blues-Keeper Jerome Leachman musste sich kaum bücken. Kurz darauf zeigte Quebec, wie man’s richtig macht: In der 41. Minute flankte Andre Pare butterweich auf Tom Brees, der volley zum 2:0 traf. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass ich ihn treffe", lachte Brees später. Man möchte sagen: Hat geklappt.

Mit 2:0 ging’s in die Pause, und während Toronto-Coach (dessen Name sich nach diesem Abend wohl niemand merken wollte) in der Kabine lautstark die "Balance" suchte, bereitete Lindemann offenbar Kaffee und Feuer vor - für Halbzeit zwei.

Denn das, was nach Wiederanpfiff folgte, war ein Sturm, bei dem sich selbst der Wetterdienst Sorgen gemacht hätte. Sousa legte in der 58. Minute mit seinem zweiten Treffer nach - diesmal nach Vorlage von Brees. Und als Joseph Johnstone in der 71. Minute flankte, stand Sousa wieder goldrichtig. 4:0, Hattrick, Standing Ovations. "Ich wollte eigentlich raus", grinste Sousa, "aber Lutz hat gesagt, ich solle noch einen machen. Dann hat er mich trotzdem ausgewechselt." So kam Marwin Sonnenschein für ihn - ein Name, der an diesem Abend Programm war.

Doch die Blues hatten noch nicht genug. In der 76. Minute zirkelte Kobe Piersens den Ball nach Vorarbeit von Oscar Sancho ins obere Eck - 5:0. Toronto verteidigte inzwischen mit der Körpersprache einer geschlagenen Schachfigur. Und als Brees in der 88. Minute seinen zweiten Treffer erzielte, wieder nach Vorlage von Sancho, begann das Publikum, jede Ballberührung der Blues zu bejubeln.

Die Statistik sprach Bände: 32 Torschüsse für Quebec, ein (!) Schuss für Toronto. Und trotzdem ein Ballbesitz von 49 zu 51 Prozent - was wohl beweist, dass Toronto viel mit dem Ball, aber wenig mit Ideen hantierte.

Lutz Lindemann fasste den Abend trocken zusammen: "Wir haben heute gezeigt, dass wir Tore schießen können. Vielleicht sollten wir das nicht jede Woche so übertreiben, sonst wird’s langweilig." Sein Gegenüber murmelte beim Abgang lediglich: "Das war... nicht unser Tag." Recht hatte er.

Ein kleiner Zwischenfall am Rande sorgte für Heiterkeit: Als der vierte Offizielle in der 65. Minute die Tafel für den Wechsel Sancho/Bolsius hochhielt, grinste der 35-jährige Sancho und rief: "Endlich darf der Junge mal ran!" - Bolsius, immerhin fünf Jahre jünger, klopfte ihm lachend auf die Schulter.

Als das Flutlicht erlosch, blieb das Gefühl, Zeuge eines Statement-Spiels gewesen zu sein. Quebec spielte nicht einfach Fußball - sie tanzten, kombinierten, schossen aus allen Lagen. Sousa, Brees, Piersens - sie alle wirkten, als wollten sie der Liga persönlich mitteilen: Hier wird um Titel gespielt.

Toronto dagegen? Nun, sie werden sich wohl an die Worte ihres Verteidigers Noah Dunn erinnern müssen, der schon nach seiner frühen Gelben Karte seufzte: "Ich hab das Gefühl, wir spielen gegen zwölf." An diesem Abend waren es vielleicht sogar dreizehn.

Fazit: Ein Auftakt, wie ihn sich jeder Trainer wünscht - und jeder Gegner fürchtet. Quebec Blues 6, Toronto SC 0. Und wenn Sousa heute Nacht gut schläft, träumt er vermutlich von seinem vierten Tor - dem einzigen, das er nicht mehr brauchte.

29.05.643990 21:58
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