Canadian Soccer
+++ Sportzeitung für Kanada +++

Blues tanzen vor heimischem Publikum - 4:1 gegen Windsor Astros

Ein kühler Märzmorgen in Quebec, aber im Stade des Neiges wurde es am Donnerstagabend heiß: Die Quebec Blues haben am 11. Spieltag der 1. Liga Kanada die Windsor Astros mit 4:1 abgefertigt und dabei eine Lektion in Effizienz erteilt. 39.841 Zuschauer klatschten sich warm, während die Blues mit präzisem Offensivspiel und einer Prise Humor den Gästen aus Windsor die Grenzen aufzeigten.

Trainer Lutz Lindemann hatte seine Elf offensiv eingestellt - und das sah man vom Anpfiff an. Schon nach zwei Minuten prüfte Barend Veeder den gegnerischen Keeper mit einem Schuss, der mehr Wucht als Zielgenauigkeit hatte. Zwei Minuten später tat es ihm Windsor-Stürmer Lucas Bachellier gleich - ebenfalls ohne zählbares Ergebnis. Doch während die Astros ihre Chancen liegen ließen, waren die Blues eiskalt: In der 12. Minute zirkelte Altmeister Julien Malfoy den Ball aus 16 Metern in den Winkel. "Ich hatte kurz überlegt, ob ich passen soll", witzelte der 36-Jährige später verschmitzt, "aber dann fiel mir ein, dass ich das Toreschießen nicht verlernt habe."

Nur neun Minuten später erhöhte Veeder nach einem feinen Angriff über die linke Seite auf 2:0. Zwei Torschüsse, zwei Treffer - Quebec zeigte sich gnadenlos effektiv. Windsor versuchte es mit Ballbesitzfußball (am Ende 54 Prozent), doch das Spiel erinnerte eher an eine elegante Ballettprobe ohne Pointe: viel Bewegung, wenig Wirkung.

Die Pausenführung von 2:0 schmeichelte den Gästen fast, denn die Blues hatten noch zwei, drei gute Gelegenheiten. "Wir waren im Tunnel", erklärte Lindemann nach dem Spiel. "Meine Jungs haben gespielt, als hätten sie vergessen, dass es draußen minus fünf Grad sind."

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, sorgte Innenverteidiger Gustav Barre für die Vorentscheidung. Nach einer Ecke stieg der 32-Jährige so hoch, dass selbst die Flutlichtmasten neidisch wurden, und köpfte das 3:0 - in der 46. Minute, direkt nach Wiederanpfiff. "Ich hab einfach die Lücke gerochen", grinste Barre, "und den Ball gerochen. Der roch nach Tor."

Windsor gab sich nicht völlig geschlagen. Der junge Ewan Stanton, 22 Jahre alt und schnell wie ein kanadischer Eishockeyspieler auf Kufen, traf in der 66. Minute nach Vorarbeit von Alain Benett zum 3:1. Doch die kleine Hoffnung der Astros wurde schnell wieder eingefroren: Erst sah Benett Gelb für ein hartes Einsteigen (53.), später holte sich auch der 20-jährige Brandon Marley in der Nachspielzeit eine Verwarnung - sinnbildlich für einen Abend, an dem Windsor zwar engagiert, aber oft einen Schritt zu spät kam.

Lindemann reagierte klug: In der 60. Minute brachte er den erfahrenen Carsten Döring für Veeder - und der Joker stach. In der 82. Minute schob Döring nach Vorlage von Hanns Lauer zum 4:1 ein. Der Jubel war laut, die Erleichterung greifbar. "Hanns hat mich gesehen, bevor ich mich selbst gesehen habe", lachte Döring. "Das nennt man Telepathie - oder einfach Routine."

Am Ende standen 13 Torschüsse für Quebec, 9 für Windsor - eine Statistik, die täuscht, denn die Blues waren in jeder Phase gefährlicher. Auch in den Zweikämpfen lag das Heimteam leicht vorne (52,5 Prozent). "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber weniger Tore", murmelte Windsor-Trainer - der lieber anonym bleiben wollte - nach Spielende in seinen Schal. "Vielleicht war das Konzept ’balanciert’ etwas zu… nun ja, balanciert."

Die Quebec-Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations. Im Pressebereich wurde Lindemann gefragt, was sein Team jetzt noch stoppen könne. "Vielleicht nur noch die Eismaschine im Stadion", grinste er.

Ein kleiner Junge mit Blues-Schal fasste es beim Hinausgehen treffend zusammen: "Papa, die waren heute einfach cooler." Und cooler waren sie tatsächlich - in einem Spiel, das zeigte, dass Ballbesitz allein noch keine Punkte bringt. Die Quebec Blues bleiben heiß auf mehr, während Windsor nach dieser frostigen Lehrstunde wohl lieber schnell wieder südlichere Gefilde aufsuchen möchte.

Ein Abend, an dem Quebec nicht nur gewann, sondern glänzte - mit Humor, Härte und dem unnachahmlichen Blues-Gefühl.

07.03.643994 08:42
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