Canadian Soccer
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Blues tanzen im Schneesturm: Quebec siegt 2:0 in Toronto

Ein Abend wie gemalt für Romantiker - oder für Abwehrspieler, die gern mit langen Bällen ihre Liebe zum Risiko zeigen. Minusgrade, Wind vom Ontariosee und 32.000 hartgesottene Zuschauer im Toronto-Dome sahen am 18. Spieltag der 1. Liga Kanada ein Spiel, das mehr nach Arbeit als nach Kunst roch. Am Ende jubelten die Quebec Blues über ein verdientes 2:0, während Toronto SC ratlos in die Kälte starrte.

Schon in der 11. Minute erwischte Quebec die Hausherren eiskalt. Tom Brees, der rechte Mittelfeldmann, traf nach feinem Zuspiel von Christopher Berard - eine Kombination, die so präzise war, dass selbst die Schneeflocken kurz innehielten. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Brees hinterher, "aber der Ball hatte offenbar andere Pläne." Sein Trainer Lutz Lindemann lächelte nur dünn: "Wir trainieren das so. Auch wenn er’s nicht glaubt."

Toronto war bemüht, das Spiel zu kontrollieren. 49,8 Prozent Ballbesitz - das liest sich fast wie ein Gleichstand, sah aber anders aus. Die Blues machten aus jedem Angriff eine kleine Drohung, während die Gastgeber ihre zwei Torschüsse wie seltene Kunstwerke behandelten - schön anzusehen, aber selten zu sehen. Joshua Martel prüfte in der 46. Minute Keeper Thomas Trottier, doch der reagierte so blitzschnell, dass man meinen konnte, er habe die Zeitlupe abonniert.

Kurz danach wurde’s ruppig. Quebecs linker Verteidiger Matthijs Coster sah früh Gelb, Toronto revanchierte sich später mit Karten für Marc Donahue (66.) und Sebastien Maurice (77.). "Wir wollten zeigen, dass wir auch zupacken können", meinte Donahue mit einem Schulterzucken. Man merkte: Der Frust saß tief.

Quebec dagegen spielte, als hätten sie die Ruhe gepachtet. Jaime Mourino, der bullige Mittelstürmer, beschäftigte Torontos Innenverteidigung pausenlos, auch wenn ihm kein Treffer gelang. "Ich habe heute mehr Kilometer gemacht als mein Auto letzte Woche", lachte er nach dem Spiel. Es war diese Mischung aus Physis und Geduld, die Toronto letztlich zermürbte.

Die Entscheidung fiel in der 86. Minute: Barend Veeder, schon zuvor auffällig, drosch den Ball nach Vorlage von Rechtsverteidiger Linus Wiese kompromisslos ins Eck - 2:0. Während die Quebec-Bank jubelnd aufsprang, war im Toronto-Block nur noch das Rascheln der Plastikbecher zu hören. "Da war der Ofen aus", murmelte ein Fan, der sich in seine Decke wickelte.

Statistisch war’s ein klarer Fall: Quebec mit sieben Torschüssen, einem Tackling-Erfolg von rund 56 Prozent und einer erstaunlich stabilen Balance zwischen Offensive und Disziplin. Toronto dagegen kämpfte mehr mit sich selbst als mit dem Gegner. Trainerstatements blieben entsprechend kontrastreich. "Wir haben alles gegeben, aber manchmal ist alles einfach nicht genug", sagte ein sichtlich gefasster Heimcoach nach Abpfiff. Lindemann konterte trocken: "Wir waren heute nicht brillant, aber effizient. Und Effizienz gewinnt Spiele - Schönheit selten."

Ein paar Zuschauer sollen nach dem zweiten Tor ironisch "Ole!" gerufen haben, als Quebec den Ball minutenlang durch die eigenen Reihen laufen ließ. Das passte zum Spiel: ein bisschen Spott, ein bisschen Bewunderung, und viel Frost. Selbst der Stadionsprecher klang am Ende resigniert: "Toronto SC bedankt sich bei seinen Fans - und wünscht bessere Tage."

Im Presseraum wurde es dann kurz lauter, als ein Reporter fragte, ob Lindemann nun vom Titel träume. "Ich träume höchstens davon, dass meine Spieler mal pünktlich zum Frühstück kommen", grinste der Coach. Humor hatte er, und seine Mannschaft hatte drei Punkte.

So endete ein Abend, der sportlich kein Feuerwerk, aber taktisch eine Lehrstunde war. Quebec zeigte, dass kontrollierte Offensive und eiserne Disziplin selbst im kanadischen Winter funktionieren. Toronto dagegen bleibt im Mittelfeld stecken - mit kalten Füßen und warmen Worten.

Und irgendwo im Schneetreiben lächelte der Ball, der heute zweimal den richtigen Weg fand.

24.12.643990 07:54
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