Canadian Soccer
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Blues tanzen den Huskies davon - Quebec gewinnt klar mit 2:0

Ein frostiger Februarabend in Quebec, 42.080 Zuschauer mit dicken Schals und heißen Getränken - und ein Spiel, das so gar nichts Kühles an sich hatte. Die Quebec Blues legten gegen die Halifax Huskies einen heißen Start hin, führten nach 16 Minuten mit 2:0 und ließen die Gäste danach 74 Minuten lang im eigenen Eisschrank schmoren. Am Ende stand ein deutlicher 2:0-Heimsieg, der in seiner Klarheit täuscht: Halifax hatte zwar ein bisschen mehr Ballbesitz, aber so gefährlich wie eine eingeschneite Gartenbank.

Dabei begann alles, wie es sich Trainer Lutz Lindemann kaum besser hätte wünschen können. Schon nach zehn Minuten knallte Diego Sousa den Ball ins Netz, nach feiner Vorarbeit des umtriebigen Yves Crichton. Sousa grinste später: "Yves hat mich gesehen, bevor ich überhaupt wusste, dass ich da stehe. Ich hab einfach draufgehalten - und zack!" Das "Zack" hallte noch durchs Stadion, da legte Tom Brees nach. Wieder Crichton der Passgeber, wieder war Halifax’ Abwehr mehr Deko als Bollwerk. 2:0 nach 16 Minuten, und die Zuschauer sangen sich die Kälte aus der Lunge.

Danach wurde’s ein einseitiges Schauspiel: Quebec schoss aus allen Lagen - 27 Torschüsse insgesamt -, während Halifax mit einem einzigen Schuss auf das Tor von Jerome Leachman den Abend statistisch zumindest nicht ganz torlos beendete. "Wir wollten defensiv stabil stehen", erklärte Gästecoach Julian Resch nach dem Spiel mit stoischer Ruhe. "Das hat in der Theorie gut funktioniert." In der Praxis sah es so aus, als hätten sich seine Huskies in ihre eigene Hälfte verlaufen und den Weg nach vorn nicht mehr gefunden.

Lindemann dagegen stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, grinste und rief seinen Spielern zu: "Weiter, Jungs, die frieren uns sonst da hinten fest!" Quebecs offensive Ausrichtung - in allen taktischen Phasen blieb sie unverändert mutig - sorgte dafür, dass Halifax kaum einmal Luft bekam. Besonders auffällig: Linksaußen Kobe Piersens, der gleich fünfmal gefährlich abzog, und der agile Brees, der nicht nur traf, sondern später auch noch Gelb sah - offenbar, weil er das Spiel zu sehr genoss. "Ich dachte, der Schiri möchte auch mal in den Bericht", scherzte Brees hinterher.

Die zweite Halbzeit war dann eher ein Trainingsspiel unter Wettbewerbsbedingungen. Sousa traf noch Latte, Crichton verzog knapp, und Ersatzmann Jaime Mourino prüfte in der Nachspielzeit den wackeren Dagfinn Kjeldsen im Halifax-Tor. Der Keeper war trotz zweier Gegentore der einzige Husky, der keinen Winterschlaf hielt. "Wenn du 90 Minuten lang Bälle fängst, wirst du irgendwann warm", meinte Kjeldsen, während ihm der Atem dampfend aus dem Mund stieg.

Die Statistiken erzählten eine Geschichte, die auf dem Platz kaum zu glauben war: 50,6 Prozent Ballbesitz für Halifax - aber was nützt der Ball, wenn man ihn nur im eigenen Drittel streichelt? Quebec gewann 60 Prozent der Zweikämpfe, spielte mit Volldampf und holte sich verdient die Punkte. Lindemann zeigte sich dennoch kritisch: "Zwei Tore sind schön, aber bei 27 Schüssen darf’s ruhig ein drittes geben. Wir müssen noch lernen, Gnade walten zu lassen - für die Zuschauer, nicht für den Gegner."

Resch nickte höflich, als er das hörte, und murmelte: "Wenigstens haben wir kein drittes kassiert." Seine Spieler schlichen schweigend in die Kabine, während die Blues sich vom Publikum feiern ließen. Sousa und Brees umarmten Crichton, der mit zwei Assists und unzähligen Laufwegen glänzte. "Ich fühl mich heute wie 25", sagte der 34-Jährige und lachte.

Als die Lichter im Stadion langsam erloschen, blieb das Gefühl, dass Quebec an diesem Abend mehr als nur drei Punkte geholt hatte: Es war ein Statement. Offensiv, bissig, selbstbewusst - und mit jener Mischung aus Spaß und Ernst, die eine Spitzenmannschaft ausmacht. Halifax dagegen wird sich fragen müssen, ob "defensiv" wirklich bedeutet, 90 Minuten lang zu hoffen, dass der Schnee das Tor zudeckt.

Und irgendwo, zwischen den letzten Bierbechern und der Stadionhymne, hörte man einen Fan sagen: "Wenn die Blues so weiterspielen, brauchen wir bald Sonnencreme statt Handschuhe." Kein schlechter Gedanke für einen Winterabend in Quebec.

22.06.643990 03:00
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