Canadian Soccer
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Blues tanzen auf Eis: Quebec siegt 2:1 in Halifax

Es war ein bitterkalter Freitagabend in Halifax, aber die 41.641 Zuschauer im Huskies-Stadion bekamen ein Spiel zu sehen, das sie warmhielt - wenn auch nicht immer im positiven Sinn. Die Quebec Blues entführten mit einem 2:1-Sieg drei Punkte aus Nova Scotia und ließen die Heimfans fröstelnd zurück - und das lag nicht nur am Wind vom Atlantik.

Bereits nach 13 Minuten schickte Barend Veeder den Ball eiskalt in die Maschen. Der quirlige Linksaußen der Blues hatte sich nach einem präzisen Zuspiel von Joseph Johnstone durch die Abwehr der Huskies geschlichen. Keeper Dagfinn Kjeldsen flog vergeblich - 0:1. Trainer Julian Resch raufte sich die Mütze. "Das war wie ein Déjà-vu. Wir reden jede Woche über frühe Gegentore, und dann passiert’s wieder", knurrte er in der Pause.

Die Huskies versuchten zu antworten, aber vieles blieb Stückwerk. Ihr Offensivkonzept - laut Statistik stolze 46,5 Prozent Ballbesitz - war eher ein höfliches Gastgeschenk an die Blues, die mit 12 Torschüssen deutlich gefährlicher wirkten. Halifax brachte es auf vier Versuche, doch keiner davon roch in der ersten Hälfte auch nur annähernd nach Tor.

Nach dem Seitenwechsel kam Quebec mit jugendlichem Elan aus der Kabine. Der 17-jährige Louis Prinsloo, eigentlich Innenverteidiger, stieg nach einer Ecke von Yves Crichton höher als alle anderen und köpfte zum 0:2 ein (48.). Ein Tor, das in jedem Lehrbuch stehen könnte - wenn es denn ein Kapitel über Teenager in Männerkörpern gäbe. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass ich treffe", grinste Prinsloo später. Trainer Lutz Lindemann lobte trocken: "Er ist jung, aber er weiß, wo der Ball hinmuss - und das ist schon die halbe Miete."

Doch Halifax gab sich nicht geschlagen. In der 58. Minute schaffte Karol Kvasnak den Anschluss. Der slowakische Rechtsaußen zog nach Vorlage von Stathis Mitroglou in den Strafraum, täuschte zweimal an - und schob dann überlegt ins rechte Eck. Endlich Jubel im Rund. "Da war kurz Strom auf dem Platz", beschrieb Kapitän Stephan Hagen die Szene. "Wir dachten, jetzt kippt das Spiel."

Kurzzeitig sah es auch danach aus. Kvasnak hatte in der 58. Minute gleich noch eine weitere gute Chance, scheiterte aber an Quebec-Keeper Thomas Trottier. Und als Trottier in der 75. Minute verletzt runter musste, kam Ersatzmann Jerome Leachman - und parierte in der Nachspielzeit einen Kopfball von Franck Abrial mit einem Reflex, der physikalische Gesetze außer Kraft setzte.

Dazwischen wurde es ruppig: Drei Gelbe Karten für die Huskies (Pelayo, Hagen, Mitroglou) zeigten, dass Frust und Frost keine gute Kombination sind. Besonders bitter: Der 17-jährige Mikel Oyarzabal, gerade erst eingewechselt, musste nach nur wenigen Minuten verletzt raus. "Er ist jung, er steht wieder auf", sagte Trainer Resch mit stoischer Miene - und verschwand Richtung Kabine, bevor die nächste Frage kam.

Die Blues spielten das Ergebnis schließlich clever herunter. Sie verteidigten mit breiter Brust, suchten immer wieder über die Flügel den Entlastungsangriff - ganz so, wie es ihre taktische Marschrichtung vorgab. Lindemann wirkte nach dem Abpfiff so zufrieden wie ein Dirigent, dessen Orchester die schwierige Passage endlich trifft: "Wir wollten mutig sein. Und mutig sein heißt manchmal einfach: den Ball nicht verlieren."

Die Statistiken unterstreichen das Bild: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, bessere Zweikampfquote (55:45). Halifax fehlte die Durchschlagskraft, Quebec das Funkeln - aber am Ende zählen Punkte, keine Poesie.

Als die Fans nach Abpfiff in die eisige Nacht strömten, hörte man einen älteren Herrn murmeln: "Wenn die Huskies so weitermachen, brauchen sie bald Schneeschuhe statt Stollen." Vielleicht war das übertrieben - aber ein bisschen Wahrheit steckte drin.

Und so bleibt: Die Quebec Blues tanzen weiter oben mit, während Halifax auf der Stelle tritt. Ein Abend voller Kälte, Kampf und kleiner Geschichten - und einer, der wieder einmal zeigt, dass Fußball in Kanada längst mehr ist als eine Randsportart. Oder wie es Barend Veeder nach seinem Treffer formulierte: "Manchmal ist’s einfach schön, das Netz wackeln zu sehen - selbst, wenn’s minus zehn Grad sind."

10.10.643987 01:34
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Da fasse ich mir doch an den Kopf. Die ticken doch alle nicht ganz richtig. Hertha spielt doch grausamen Fußball.
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