Canadian Soccer
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Blues beißen sich am Remis fest - 1:1 gegen die Wolves

Es war ein Abend für die Freunde des gepflegten Dauerfeuers: 43.500 Zuschauer im Stade de Québec erlebten ein Spiel, das eher an eine Schießbude als an einen taktischen Schlagabtausch erinnerte. Am Ende stand allerdings nur ein 1:1 zwischen den Quebec Blues und den Trois Wolves - ein Ergebnis, das wohl nur den neutralen Beobachter zufriedenstellte.

Dabei begann die Partie so, als wollten beide Teams früh die Entscheidung erzwingen. Schon nach acht Minuten zappelte der Ball im Netz der Blues: Michel Cabell, der Linksaußen der Wolves, traf nach feiner Vorarbeit von Serge Letourneur trocken ins rechte Eck. "Ich wollte eigentlich flanken, ehrlich!", grinste Cabell später, "aber wenn der Ball schon mal reinfliegt, sage ich nicht nein."

Die Antwort der Blues ließ keine drei Minuten auf sich warten. Olivier Krieger, der mit 33 Jahren zwar nicht mehr der Schnellste, aber offenbar der Zielstrebigste ist, vollendete eine Kombination über Christopher Berard zum schnellen Ausgleich. Trainer Lutz Lindemann sprang an der Seitenlinie auf wie ein Teenager, der gerade sein erstes Tor auf der Konsole erzielt hat. "Das war genau der Mut, den ich sehen wollte", rief er später in die Mikrofone.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das man diplomatisch als "einseitig engagiert" bezeichnen könnte. Die Blues feuerten aus allen Lagen - 20 Schüsse aufs Tor zählte die Statistik, während die Wolves mit sechs Versuchen auskamen. Doch Torhüter Marcos Estevo im Kasten der Gäste schien an diesem Abend einen Pakt mit den Torpfosten geschlossen zu haben. Immer wieder war der Portugiese zur Stelle, lenkte, faustete, flog. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", meinte er trocken. "Ich glaube, ich hab heute mehr Bälle gefangen als meine Katze in einem Jahr."

Währenddessen versuchten die Wolves, das Spiel zu beruhigen, was ungefähr so gut gelang wie einem Fallschirmspringer, der vergessen hat, die Leine zu ziehen. Trotz eines leichten Ballbesitzvorteils (51 Prozent) wirkten sie selten gefährlich. Ihre Taktik blieb über die gesamten 90 Minuten ausgewogen, fast stoisch - als hätte Trainer Renato Napoli schon beim Anpfiff beschlossen: "Wir nehmen den Punkt mit, egal wie."

Die Blues dagegen steigerten im Verlauf der zweiten Halbzeit ihre Aggressivität und ihr Pressing sichtbar. Lindemann ließ auf Offensive schalten, und spätestens, als Emilio Vidigal in der 58. Minute Estevo erneut prüfte, war klar: Das hier war ein Spiel auf ein Tor. Nur das Netz blieb unbeeindruckt.

Zwischendurch sorgten die Schiedsrichterkarten für Farbtupfer im kanadischen Abendlicht: Julien Malfoy sah Gelb in der 24. Minute, Julio Ordonez gleich danach - offenbar, weil er zu leidenschaftlich applaudierte. Christopher Berard holte sich in Minute 72 ebenfalls eine Verwarnung ab, bevor Daan Bolsius kurz vor Schluss noch Gelb kassierte. Man könnte sagen, die Blues sammelten Karten wie Hockeyspieler Strafminuten.

"Wir wollten unbedingt gewinnen", sagte Berard nach dem Spiel, "aber der Ball wollte heute einfach nicht. Vielleicht sollten wir ihm ein GPS spendieren." Sein Trainer Lindemann ergänzte mit trockenem Humor: "Wenn Chancen Tore wären, hätten wir 5:1 gewonnen. Aber Fußball ist halt kein Wunschkonzert."

Auf der anderen Seite grinste Napoli breit: "Wir sind glücklich mit dem Punkt. Wenn man 20 Schüsse überlebt, darf man sich feiern lassen." Und Michel Cabell, der Torschütze, fügte an: "Ich mag solche Spiele. Man läuft, verteidigt, schwitzt, und am Ende tut’s trotzdem weh, weil man kaum am Ball war."

Die Schlussphase bot noch ein paar verzweifelte Versuche der Blues: Krieger drosch in der 83. Minute den Ball über die Latte, Vidigal setzte einen wuchtigen Kopfball neben das Tor. Die Fans stöhnten, pfiffen, klatschten - alles gleichzeitig. Als Schiedsrichter Dupont endlich abpfiff, wirkte es, als fiele eine Last von beiden Teams.

Das Fazit dieses Abends? Quebec spielte, Trois überlebte. Die Blues werden sich fragen, wie man ein derart einseitiges Spiel nicht gewinnen kann. Und die Wolves werden sich freuen, dass Fußball keine Schönheitswertung kennt.

"Das war kein schlechtes Spiel", resümierte Lindemann, "aber wir müssen lernen, aus Dominanz Kapital zu schlagen - sonst sind wir am Ende die nettesten Verlierer der Liga."

Ein Zuschauer fasste es auf der Tribüne mit einem Lächeln zusammen: "Schön war’s, spannend auch - aber nächstes Mal bitte mit einem Tor mehr für die Richtigen."

So blieb es beim 1:1, das weder weh tat noch glücklich machte - ein Ergebnis, das man in Quebec wohl unter "typischer Blues-Abend" abheftet.

20.01.643994 00:20
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