Marca
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Blitzstart der Leones: Bilbao schlägt Levante mit 2:0 in feurigem Heimspiel

Wenn man zu spät einschaltete, hatte man schon die halbe Show verpasst. Denn kaum hatte der Schiedsrichter die Partie am 6. Spieltag der 1. Liga Spanien angepfiffen, zappelte der Ball bereits im Netz: Nach exakt einer Minute donnerte Linksverteidiger José Mendivil das Leder nach Vorlage von Mittelfeldmotor Raúl Bujia in die Maschen - 1:0! Ein Tor, das so früh kam, dass selbst der Stadionsprecher noch an seinem Mikrofon herumfummelte.

"Ich wollte eigentlich erst mal hinten absichern", grinste Trainer Ferdinand Mayer später, "aber José scheint mich da falsch verstanden zu haben." Ein Missverständnis, mit dem 49 220 Zuschauer im Estadio de Bilbao bestens leben konnten.

Und als Levante noch versuchte, den Schock aus den Beinen zu schütteln, schlug es schon wieder ein: In der 9. Minute zirkelte Diego di Catanzaro den Ball aus halblinker Position ins lange Eck. Wieder hatte Bujia seine Füße im Spiel, wieder sah die Defensive der Gäste nur zu. 2:0 - und Mayer klatschte auf der Bank so heftig, dass der vierte Offizielle kurz nach dem Ersatzball griff.

Dabei war das Spiel keineswegs so einseitig, wie das Ergebnis vermuten lässt. Levante hatte mit 56 Prozent Ballbesitz gefühlt ständig den Ball, wusste aber herzlich wenig damit anzufangen. Zehn Torschüsse - viele davon harmlos, einige übermotiviert, keiner zählend. Besonders auffällig: Stürmer Sergio Futre schoss sich in der 85. Minute derart in Rage, dass selbst die Eckfahne in Deckung ging. "Wir hatten Kontrolle, aber null Durchschlagskraft", seufzte Levantes Coach (dessen Name man in Bilbao wohlweislich nicht zu laut ausspricht).

Bilbao dagegen agierte mit 14 Torschüssen zielstrebiger, bissiger und - man möchte fast sagen - unverschämt effizient in der Anfangsphase. Danach verwalteten die Leones ihren Vorsprung eher wie ein baskischer Familienbetrieb: Mit viel Herz, aber gelegentlichem Chaos. Drei Gelbe Karten (Benito 15., Cercas 26., Dominguez 71.) belegen, dass man den Gästen das Leben lieber mit Körpereinsatz als mit zarten Pässen schwer machte.

Besonders bemerkenswert war der Auftritt des 17‑jährigen Juan Pablo Álvarez, der mehrfach gefährlich auftauchte - und mit jugendlichem Übermut lieber drei Mal aufs Tor drosch, als einmal querzulegen. "Er hat keine Angst, das gefällt mir", lobte Mayer, um dann süffisant nachzuschieben: "Aber vielleicht erkläre ich ihm irgendwann das Konzept des Passspiels."

Auch das Publikum zeigte sich in bester Laune. Als in der 57. Minute Felipe Pero für den ausgepumpten Raúl Bujia kam, hallte ein kollektives "Raaauuul" durchs Stadion, das selbst in der Altstadt noch zu hören war. Acht Minuten später durfte der 17‑jährige Adrian Cascon den erfahrenen Harvey Gallagher ablösen - eine symbolische Staffelübergabe von Generation zu Generation, die Mayer später als "Investition in die Zukunft und in mein Nervenkostüm" bezeichnete.

Levante mühte sich weiter, aber selbst ihre beste Phase zwischen Minute 65 und 75 brachte nur eine Gelbe Karte für Innenverteidiger Sancho (76.) ein. Der Rest war Stückwerk. Ortega und Poncela rackerten im Mittelfeld, fanden aber weder Lücken noch Inspiration. Torhüter Emilio Velez verhinderte mit mehreren Paraden Schlimmeres, sodass das Ergebnis am Ende für die Gäste fast schmeichelhaft blieb.

Bilbao hingegen hatte nach dem frühen Doppelschlag kaum noch Lust auf Risiko. Die Taktik blieb bis zum Schluss offensiv deklariert, in Wahrheit aber spielte man kontrolliert, ja beinahe gemütlich. "Wir haben das gemacht, was nötig war - nicht mehr, nicht weniger", bilanzierte Mayer trocken.

In der 93. Minute sah Pedro Mouriño noch Gelb, weil er offenbar fand, dass der Schiedsrichter zu wenig Schreibarbeit hatte. Und als Felipe Pero in der 95. Minute zum letzten Mal abzog, ging ein Raunen durchs Stadion - fast hätte er den Deckel mit einem dritten Tor draufgemacht.

So blieb es beim 2:0 (2:0) - ein Ergebnis, das auf dem Papier klar aussieht, in Wahrheit aber von einer disziplinierten Abwehrarbeit und einem frühen Doppelschlag lebt. Die Leones klettern damit in der Tabelle weiter nach oben, während Levante sich fragen muss, wie man so viel Ballbesitz in so wenig Gefahr ummünzen kann.

Oder, wie es Mayer mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Manchmal ist Fußball eben wie Paella - du kannst alle Zutaten haben, aber wenn du sie zu lange umrührst, schmeckt’s am Ende fad."

Ein Satz, den sich Levante wohl hinter die Kabinentür pinnen sollte.

27.03.643987 11:18
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
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