Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Bissige Sevillaner beißen Mallorca im Halbfinale nieder

Im ausverkauften Estadio de la Luz de Sevilla - 36.000 Kehlen, die zwischen Hoffnung und heiserer Ekstase schwankten - legte Bites Sevilla am Mittwochabend den ersten Grundstein für den Finaleinzug im Liga-Pokal der 2. spanischen Liga. Mit einem 2:1 gegen RSO Mallorca verschafften sich die Andalusier eine ordentliche, wenn auch nicht komfortable Ausgangsposition für das Rückspiel.

Das Spiel begann mit einer Energie, als hätte man den Rasen mit Espresso getränkt. Schon in der sechsten Minute zwang Damian Viqueira Mallorcas Keeper Esteban Bergantinos zu einer Glanzparade. Sevilla war wach, bissig - ganz im Sinne des Vereinsnamens. Trainer Hamudi Salman grinste später: "Wir haben gesagt: Wenn wir schon Bites heißen, dann sollen sie das auch spüren."

Und tatsächlich, in der 20. Minute schnappte Cesc Cabrera zu. Nach klugem Zuspiel von Joseba Duran zog der 22-Jährige von links nach innen, sah Bergantinos ein Stück zu weit draußen und zirkelte den Ball mit der Nonchalance eines Straßenfußballers ins lange Eck. 1:0 - und ein Tor, das er selbst später als "mein schönstes seit der U19" bezeichnete. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er lachend zu.

Mallorca, trainiert von einem sichtlich angespannten Coach, versuchte, Ruhe in die Partie zu bringen. Doch die Gastgeber hatten Blut geleckt. Mit leichtem Übergewicht beim Ballbesitz (51,5 Prozent) und derselben Zahl an Torschüssen wie Mallorca (je neun) spielten sie eine erste Halbzeit, die zwar nicht spektakulär, aber kontrolliert war.

Nach der Pause wurde das Spiel ruppiger. David Bermudo sah Gelb, weil er Cabrera unsanft daran erinnerte, dass Flügelspiel auch schmerzhaft enden kann. Kurz darauf kassierte auch Sevillas Alejandro Xuarez die Verwarnung, nachdem er Ramon Fernandes an der Seitenlinie mit einem rustikalen "¡Bienvenido a Sevilla!" begrüßt hatte.

Der zweite Treffer fiel in der 63. Minute - und er war so typisch für dieses Spiel wie Tapas für Spanien: ein bisschen improvisiert, aber effektiv. Damian Viqueira spielte quer auf Cristobal Claverias, der mit 34 Jahren offenbar beschlossen hat, dass Alter keine Kategorie ist. Ein Haken, ein kurzer Blick - und der Ball zappelte im Netz. 2:0, Jubel, Bierduschen auf der Tribüne, und Hamudi Salman klatschte mit dem Balljungen ab. "Cristobal ist wie guter Wein", sagte der Trainer anschließend. "Er wird besser, wenn man ihn ein bisschen stehen lässt."

Doch Mallorca wäre nicht Mallorca, wenn sie nicht bis zur letzten Sekunde an den Strand der Hoffnung geschwommen wären. In der 89. Minute gelang Bernardo Pelayo der späte Anschlusstreffer, vorbereitet von Felipe Solana. Ein präziser Schuss, der Sevillas Torwart Frank Seiler ohne Chance ließ. "Wir wollten das 2:0 nach Hause schaukeln, aber dann kam der Wind von der Insel", seufzte Seiler.

Danach wurde es hektisch: Gelbe Karten flogen wie Konfetti - Bermudo, Deschanel, Viqueira und Charpentier durften sich alle eine abholen. Schiedsrichter López del Campo hatte alle Hände voll zu tun, die Emotionen auf Normaltemperatur zu bringen.

In den letzten Minuten verteidigte Sevilla mit Herz und Hektik, während Mallorca auf den Ausgleich drückte. Ramon Fernandes prüfte Seiler noch einmal in der 90. Minute, doch der Keeper reagierte mit der Coolness eines Mannes, der schon Schlimmeres erlebt hat - vermutlich den andalusischen Sommer.

Am Ende blieb es beim 2:1, ein Ergebnis, das beiden Teams Hoffnung lässt. "Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können - und dass wir uns nicht beißen lassen", sagte Mallorcas Kapitän Pelayo mit einem schiefen Lächeln.

Statistisch war die Partie fast ausgeglichen: 9:9 Torschüsse, 51 zu 49 Prozent Ballbesitz. Doch die entscheidenden Momente gehörten Sevilla. Und die Zuschauer gingen mit dem Gefühl nach Hause, dass ihre Mannschaft nicht nur gewonnen, sondern auch Charakter gezeigt hat.

Das Rückspiel auf Mallorca dürfte ein heißer Tanz werden - nicht nur wegen der Sonne. "Wir nehmen unseren Biss mit auf die Insel", versprach Hamudi Salman zum Abschied und zwinkerte. Man glaubt ihm jedes Wort.

Und irgendwo in den Katakomben murmelte Cesc Cabrera: "Wenn’s sein muss, flanke ich halt wieder rein."
Das nennt man dann wohl: andalusische Effizienz mit einem Hauch Ironie.

27.11.643987 15:11
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
Matthias Sammer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager