Anpfiff
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Bensheim dreht nach der Pause auf: 4:0-Gala gegen Kornharpen

Wenn man nur die erste Halbzeit gesehen hat, könnte man denken, beide Teams hätten sich auf ein torloses Gentleman’s Agreement geeinigt. Doch wer zur zweiten Hälfte blieb, erlebte, wie der FC Bensheim seine Gäste aus Kornharpen in ihre Einzelteile zerlegte - vier Tore in 22 Minuten, ein 4:0‑Endstand und ein Publikum, das sich fragte, ob es in der Pause heimlich den Turbo im Stadion eingeschaltet hatte.

Rund 6600 Zuschauer sahen in Bensheim ein Spiel, das zunächst so unspektakulär begann, wie ein Montagabend im März eben sein kann. Der FC Bensheim, unter der akribischen Jana Meiners gewohnt offensiv eingestellt, kombinierte gefällig, doch der letzte Pass blieb so zuverlässig aus wie die Sonne an einem Regentag. Kornharpen, etwas defensiver und auf Stabilität bedacht, verteidigte das 0:0 mit Inbrunst - und gelegentlich auch mit der berühmten "Notbremse light". So sah Innenverteidiger Kay Michael in der 61. Minute Gelb, was Trainer Meiners später trocken kommentierte: "Ich glaube, er wollte einfach mal ein Zeichen setzen - leider das falsche."

Bis zur 63. Minute hatte Kornharpen sogar seine zwei einzigen Torschüsse abgegeben - einer davon von Jürgen Fink, der aus 25 Metern abzog und Torwart Christopher Jones zum ersten Mal überhaupt beschäftigte. "Ich hab mich fast erschrocken, dass da was aufs Tor kam", grinste Jones später.

Dann kam Minute 64 - und mit ihr der Dosenöffner. Rechtsverteidiger Christiano Semedo, sonst eher als Dauerläufer denn als Torjäger bekannt, nahm sich ein Herz, zog nach feinem Zuspiel von Friedrich Hesse ab und traf wie ein brasilianischer Flügelstürmer im falschen Trikot. 1:0, Explosion auf der Tribüne, und plötzlich spielte Bensheim, als hätte jemand die Sicherungen gewechselt.

Zwölf Minuten später (76.) klingelte es erneut: Der junge Brasilianer Caio Camacho, mit 20 Jahren fast schon der Unbekümmerte in dieser erfahrenen Truppe, verwandelte nach Vorlage von Innenverteidiger Alexandre Declark - ja, richtig gelesen, der Abwehrchef assistierte aus der eigenen Hälfte - eiskalt zum 2:0. "Alex hat mir zugerufen, ich soll einfach laufen", erzählte Camacho mit einem Grinsen. "Ich dachte zuerst, er macht Witze. Dann kam der Ball wirklich!"

Declark selbst wollte wohl nicht zurückstehen und trug sich sieben Minuten später (83.) sogar selbst in die Torschützenliste ein. Nach einer Ecke von Semedo köpfte der 35‑Jährige wuchtig ein - 3:0, die Entscheidung. "Manchmal muss man zeigen, dass alte Knochen auch noch springen können", sagte er schmunzelnd beim Gang in die Kabine.

Doch Bensheim hatte noch nicht genug. In der 86. Minute legte erneut Camacho nach, diesmal nach feiner Vorlage des ebenso routinierten Billy Beauvilliers. 4:0 - und Kornharpen endgültig bedient. Der Rest war Schaulaufen, auch wenn Dilmen Kabze bis zur Nachspielzeit weiter munter aufs Tor schoss, als ginge es um einen neuen Vereinsrekord. Insgesamt 17 Torschüsse für Bensheim, nur zwei für die Gäste - eine Statistik, die das Kräfteverhältnis so klar ausdrückt, dass man fast Mitleid mit Kornharpen bekommen konnte.

Trainerin Jana Meiners zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben in der ersten Halbzeit zu kompliziert gespielt. Dann haben wir den Ball laufen lassen, statt uns selbst. Das Ergebnis ist schön, aber wichtiger ist, dass wir verstanden haben, wie wir spielen wollen."

Auf der anderen Seite wirkte Kornharpens Coach - dessen Name im Protokoll kurioserweise fehlte, was vielleicht symptomatisch war - ratlos. Ein Betreuer versuchte es mit Humor: "Wir wollten kompakt stehen. Leider standen wir am Ende nur noch rum."

Bensheim startet damit mit einem klaren Signal in die neue Regionalliga‑Saison: Offensiv, variabel, mit einer Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und routinierter Kaltschnäuzigkeit. Besonders auffällig: die Balance zwischen den Generationen. Da rackert der 38‑jährige Beauvilliers vorne, während der 17‑jährige Felipe Chalana in der Schlussphase munter mitmischt.

Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen - und einer Laune, als hätte man gerade das Ticket zur Rückrunde der Champions League gelöst.

"Ein 4:0 zum Auftakt? Das schmeckt", meinte Friedrich Hesse augenzwinkernd, "aber ich hoffe, wir lassen uns nicht von der Tabelle schwindlig spielen - sie lügt bekanntlich am ersten Spieltag am meisten."

Vielleicht tut sie das tatsächlich. Aber an diesem Abend in Bensheim log nur eines nicht: das Lächeln der Fans, das noch lange nach Abpfiff über den Rängen hing.

11.11.643993 12:51
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