Dagbladet Sport
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Benitez schießt Nordsjälland zum Sieg - Kopenhagen verzweifelt an der Effizienz

Wer am Samstagabend im ausverkauften Right to Dream Park saß - 37.209 Zuschauer, die sich den Januarwind um die Ohren pusten ließen - bekam ein Spiel zu sehen, das weniger ein Offensivfeuerwerk war, sondern eher ein Lehrstück in Sachen "Wie verteidige ich eine 1:0-Führung mit Stil". Nordsjälland schlägt den SC Kopenhagen mit eben jenem knappen Ergebnis und darf sich über drei Punkte freuen, während die Gäste aus der Hauptstadt ratlos in die kalte Nacht hinausstarrten.

Das Tor des Abends fiel in der 39. Minute und war so etwas wie ein Kunstwerk aus Präzision und Timing. Sören Jessen, der junge Linksaußen mit der Eleganz eines Balletttänzers, spielte einen millimetergenauen Pass in den Lauf von Amaury Benitez. Der wiederum nahm den Ball mit der rechten Sohle an, drehte sich um seinen Gegenspieler wie ein Tänzer um die eigene Achse und schob eiskalt ins rechte Eck ein. "Ich hab nur gedacht: Wenn ich jetzt schieße, dann kracht’s", grinste Benitez nach dem Spiel. Es krachte - und wie.

Danach war Kopenhagen zwar bemüht, aber das Bemühen blieb das Schlüsselwort des Abends. Ruben Carstensen, der bullige Mittelstürmer, versuchte es in der 6., 16. und 46. Minute mit Schüssen, die alle samt und sonders an Nordsjällands Nachwuchstorwart Sergio Makukula scheiterten. Der 18-Jährige strahlte nach dem Spiel, als hätte er gerade das Abitur bestanden. "Ich hab einfach versucht, ruhig zu bleiben", sagte er, während ihm Coach Kiki Ötzi die Schulter tätschelte: "Er war heute unser Eisklotz im Tor - und das ist als Kompliment gemeint."

Die Statistik spricht dabei eine deutliche Sprache: 16:4 Torschüsse für Nordsjälland, fast 59 Prozent Ballbesitz. Von den Zahlen her war das kein knapper Sieg, sondern ein Spiel, das eigentlich 3:0 hätte enden müssen. Doch Robert Bech und Amaury Benitez schossen, als hätten sie sich für die Kunst des Beinahe-Treffers eingeschrieben. Bech etwa scheiterte dreimal - in der 27., 31. und 88. Minute - jeweils um Zentimeter. "Ich wollte es halt schön machen", murmelte er nach Abpfiff, während Trainer Ötzi trocken konterte: "Beim nächsten Mal darf’s auch einfach nur reingehen."

Kopenhagens Coach Abe Boy hingegen stand nach dem Spiel etwas verloren in der Mixed Zone. Sein Team spielte von Beginn an offensiv, doch die Pässe in die Tiefe fanden selten ihr Ziel. "Wir haben offensiv angefangen und defensiv aufgehört", analysierte er mit bitterem Lächeln. Besonders die Gelbe Karte gegen den jungen Innenverteidiger Severin Westergaard (54.) schien das Team zu verunsichern. Danach ging es eher um Schadensbegrenzung als um Aufholjagd.

In der 65. Minute brachte Boy den erfahrenen Bertil Andreasen - und tatsächlich, plötzlich kam etwas Schwung in die Partie. Andreasen hatte in der 82. Minute die große Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss aus 14 Metern klatschte an den Außenpfosten. Der Torjubel, der im Gästeblock schon angesetzt war, erstickte in einem kollektiven "Oh nein!". "Wenn der reingeht, reden wir hier über ein anderes Spiel", meinte Andreasen später mit einem Schulterzucken.

Taktisch blieb Nordsjälland erstaunlich konstant offensiv, obwohl sie führten. Kein Rückzug, kein hektisches Ballwegdreschen, sondern geordnetes, balanciertes Spiel, wie es im Lehrbuch steht. Kopenhagen dagegen warf in den letzten Minuten alles nach vorne, spielte lange Bälle, presste, kämpfte - aber es blieb beim Versuch.

"Manchmal gewinnt nicht das bessere Team, sondern das klügere", fasste Nordsjällands Trainer Kiki Ötzi das Spiel zusammen und grinste verschmitzt. "Und heute waren wir klüger. Vielleicht auch ein bisschen schöner."

So endete ein Spiel, das kein Feuerwerk, aber ein solides Lehrstück über Effizienz und Willenskraft war. Nordsjälland holt sich drei wichtige Punkte im Rennen um die oberen Tabellenplätze, Kopenhagen dagegen fährt mit hängenden Köpfen zurück.

Zum Schluss fasste es ein älterer Fan auf der Tribüne wohl am besten zusammen: "Schöner Fußball ist was für den Sommer. Im Januar zählt nur, wer das Ding reinmacht." Und das war an diesem Abend eben Amaury Benitez - der Mann mit dem rechten Fuß und dem Lächeln eines Siegers.

03.08.643987 05:09
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