El Colombiano
+++ Sportzeitung für Kolumbien +++

Barranquilla badet in Gelb: Bucaramanga zerlegt UD Barranquilla mit 5:2

Ein lauer Abend in Barranquilla, 32.000 Zuschauer, tropische Luft und fünf Gegentore - die Heimfans dürften sich ihren Samstagabend etwas anders vorgestellt haben. UD Bucaramanga kam, sah und traf - und das gleich fünfmal. UD Barranquilla dagegen schwankte zwischen Offensivdrang und Abwehrchaos und verlor am Ende deutlich mit 2:5 (2:2).

Dabei hatte das Ganze so hoffnungsvoll begonnen - zumindest für jene, die auf Spektakel aus waren. Schon in der 7. Minute klingelte es das erste Mal: Iker Allegri, der Mann mit dem Namen eines Torwarts, aber dem Instinkt eines Torjägers, schob nach starker Vorarbeit von Rui Mascarenhas zum 0:1 ein. "Ich hatte eigentlich gar nicht richtig gezielt", grinste Allegri später, "aber der Ball wollte einfach rein - manchmal liebt er mich."

Barranquilla war kurz geschockt, und während man sich noch sortierte, legte Bucaramanga nach. Antonio Hermenegildo (23.) vollstreckte nach Pass des jungen Rafael Galindo zum 0:2. Auf der Tribüne rieb sich mancher Fan die Augen: War das hier ein Heimspiel oder ein Freundschaftsbesuch des Tabellenführers?

Doch Barranquilla zeigte Herz - oder zumindest Stolz. Nur fünf Minuten später haute Luís Sousa (28.) den Ball nach einer klugen Ablage von Agustin Ferreira ins Netz. Das Stadion erwachte. Und kurz vor der Pause (44.) zauberte Routinier Ivar Johansson das 2:2 - ein klassischer Johansson: halb Volley, halb Verzweiflung, ganz Tor. "Ich dachte mir: Wenn ich ihn nicht treffe, fällt wenigstens jemand um", lachte der 34-Jährige nach dem Spiel.

Mit 2:2 ging es in die Kabine, und man hätte meinen können, dass UD Barranquilla nun das Momentum auf seiner Seite hätte. Doch Bucaramanga hatte andere Pläne - und offenbar eine bessere Halbzeitansprache von Trainer Papa Ancelotti, der nach eigener Aussage "nur ein paar sehr italienische Worte" gefunden habe.

In der 63. Minute war es wieder Hermenegildo, der nach Vorarbeit von Dimas Mascarenhas eiskalt zum 2:3 traf. Barranquilla wirkte nun wie ein Boxer, der in der sechsten Runde merkt, dass die Arme schwer werden. Und tatsächlich: Sechs Minuten später (69.) machte Dimas selbst das 2:4 - nach einem Angriff, der so leichtfüßig war, dass man dachte, Bucaramanga trainiere Ballett statt Fußball.

Das Publikum murrte, der Trainer des Heimteams schimpfte, und als sich Joao Tellez (58.) auch noch verletzte und ausgewechselt werden musste, kippte die Partie endgültig. Ersatzmann Francisco Carvalho kam rein und bekam prompt den Auftrag, die rechte Seite dichtzumachen - was er auch tat, allerdings eher im geografischen als im sportlichen Sinne.

Bucaramanga kontrollierte das Geschehen, spielte souverän, hatte 54 Prozent Ballbesitz und satte 17 Torschüsse. Barranquilla antwortete mit acht Versuchen - und einer gehörigen Portion Frust. Als Leandro Sousa in der 87. Minute Gelb sah, war das sinnbildlich: Bucaramanga konnte sich sogar noch kleine Scharmützel leisten, ohne die Kontrolle zu verlieren.

In der Nachspielzeit (93.) setzte Hermenegildo mit seinem dritten Treffer den Schlusspunkt - 2:5, ein lupenreiner Hattrick über 70 Minuten verteilt. "Ich wollte eigentlich auswechseln", gab Ancelotti später zu, "aber er sah so glücklich aus. Da wollte ich nicht stören."

Barranquillas Kapitän Johansson suchte nach Worten: "Wir haben das Spiel in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit verloren. Vielleicht auch ein bisschen den Glauben."

Man kann ihm kaum widersprechen. Bucaramanga war schneller, präziser, schlicht besser. Ihre Offensive spielte wie im Lehrbuch, während Barranquillas Defensive eher an spontane Improvisationskunst erinnerte.

Ein Fan auf der Tribüne brachte es beim Abpfiff auf den Punkt: "Fünf Tore - das sind ja fast so viele wie letzte Saison insgesamt!" Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem klatscht.

So bleibt festzuhalten: UD Bucaramanga schießt sich mit einem überzeugenden 5:2-Sieg an die Tabellenspitze, während Barranquilla dringend an seiner Abwehrordnung arbeiten muss - oder an der Fähigkeit, sich nach Rückschlägen neu zu motivieren.

Und Papa Ancelotti? Der lächelte beim Rausgehen milde und sagte nur einen Satz: "Wenn sie so weitermachen, muss ich wohl früher in Rente."

Manche Trainer müssen gar nichts mehr beweisen - außer, dass selbst in Kolumbien ein bisschen italienische Disziplin Wunder wirken kann.

15.07.643990 05:16
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Da kann er sich doch freuen, mit mir spielen zu können.
Stefan Effenberg nachdem der Transfer von Sebastian Deisler zum FC Bayern bekannt wurde
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager