Jamaica News Bulletin
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Barbican FC und Falmouth Villagers liefern sich ein 2:2-Drama im Tropenregen

Wenn 59.000 Zuschauer im Kingston Stadium ihre Pappschilder zu Fächern umfunktionieren, weiß man: Es war wieder einer dieser jamaikanischen Fußballabende, an denen Schweiß und Spannung in gleichen Mengen fließen. Am 29. Spieltag der 1. Liga Jamaica trennten sich Barbican FC und die Falmouth Villagers mit einem 2:2, einem Ergebnis, das so gerecht war, dass selbst der Schiedsrichter wohl genickt hat, als er den Schlusspfiff blies.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll für die Gastgeber begonnen. In der 19. Minute brachte der 21-jährige Nicolas Kendall Barbican in Führung - nach einer mustergültigen Flanke von Cristobal Mendez. "Ich hab den Ball einfach getroffen, ohne nachzudenken", grinste Kendall später. "Vielleicht sollte ich öfter nicht nachdenken." Trainer Peter Heinze hingegen wirkte weniger spontan: Er notierte sich etwas in sein Notizbuch - vermutlich "Kendall öfter nicht denken lassen".

Doch das Glück hielt nicht lange. Nach der Pause kamen die Villagers, von Coach Hermann Tüllinghoff offenbar mit einer Mischung aus Motivationsansprache und Donnerwetter wachgerüttelt, wie verwandelt zurück. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon schwitzt, dann wenigstens für etwas", erklärte Tüllinghoff schmunzelnd. Und siehe da, in der 48. Minute traf Juan Pablo Rocha nach Vorlage von Ashton Bradshaw zum Ausgleich. Ein Treffer, der so sauber herausgespielt war, dass die Barbican-Abwehr kurzzeitig kollektiv an die Kaffee-Pause dachte.

Die Villagers blieben dran - und in Minute 61 drehte Sebastien Gagne das Spiel. Nach Vorarbeit von Aki Lampi schlenzte er den Ball an Barbican-Keeper Christophe Martineau vorbei. "Ich hab nur gehofft, dass der Ball nicht wieder aufspringt wie ein Gummiball", sagte Gagne später, während er sich noch die Schweißperlen von der Stirn wischte. 2:1 Falmouth, und plötzlich roch alles nach Auswärtssieg.

Doch Barbican wäre nicht Barbican, wenn sie nicht mit jugendlichem Leichtsinn und ungebändigter Wut im Bauch zurückkämen. Der erst 21-jährige Michel Baskin, ohnehin einer der auffälligsten Spieler des Abends, sorgte in der 72. Minute für das 2:2, nach schöner Vorarbeit von Billy Bisson. Der Stadionsprecher brüllte den Namen so laut, dass selbst die Möwen am Hafen kurz innehielten. "Ich wusste, der Ball geht rein", sagte Baskin später mit einem Lächeln, das mehr Selbstbewusstsein als ein Karibikstrand Sonnenstunden hat.

Das Spiel blieb danach offen, wild und ein bisschen chaotisch - wie ein Calypso mit zu vielen Trommeln. Beide Teams hatten ihre Chancen: 10 Schüsse bei Barbican, 11 bei Falmouth, fast ausgeglichen auch der Ballbesitz (49,9 zu 50,0 Prozent). "Das war kein Fußballspiel, das war ein Spiegelbild des Lebens", philosophierte Trainer Heinze nach der Partie. "Mal bist du vorn, mal hinten, und am Ende steht’s unentschieden." Pressevertreter nickten ehrfürchtig, auch wenn mancher dachte: Vielleicht sollte er weniger Goethe lesen.

Kleine Dramen gab’s auch abseits der Tore: In der 17. Minute musste Barbicans Daniel Steiner verletzt vom Platz, ersetzt durch den jungen Connor Savard, der kaum ins Spiel fand, bevor er in der 59. wieder ausgewechselt wurde - ein Karrierehighlight der besonderen Art. "Zweimal Eintrag in der Statistik, aber keinen Ball berührt", witzelte Heinze. "Das schafft sonst keiner."

Die Villagers sammelten unterdessen fleißig Gelbe Karten - gleich drei an der Zahl, für Josef Kusin (38.), Aki Lampi (60.) und Caio Veloso (63.), was Tüllinghoff mit einem Achselzucken kommentierte: "Wenn man aggressiv presst, sieht das Schiri manchmal anders." Auch Barbicans Emmanouil Gekas holte sich in der 76. Minute Gelb ab - vermutlich, um nicht aus der Reihe zu tanzen.

Am Ende blieb es beim 2:2, ein Ergebnis, das beiden zwar einen Punkt bringt, aber keinem wirklich hilft. Barbican FC zeigte Moral, Falmouth Villagers Effizienz - und die Zuschauer bekamen ihr Geld mehr als wert. Selbst der Regen, der kurz vor Schluss über das Stadion zog, schien applaudieren zu wollen.

"Wenn wir so weiterspielen, werden wir irgendwann auch mal gewinnen", sagte Barbican-Torjäger Kendall mit einem Augenzwinkern. Trainer Tüllinghoff konterte trocken: "Dann hoffe ich, dass das nicht gegen uns passiert."

Ein Abend voller Tempo, Tropenhitze und taktischem Hin und Her - und am Ende steht ein Unentschieden, das sich anfühlt wie ein Kurzurlaub: schön, aufregend, aber irgendwie zu schnell vorbei.

11.08.643993 08:20
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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