Jamaica News Bulletin
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Barbican FC überrollt die Destroyers - frühe Doppelschläge entscheiden das Spiel

Wer zu spät kommt, den bestraft der Fußball - und manchmal gleich doppelt in den ersten 15 Minuten. Die Duncan Destroyers mussten das am Sonntagabend im heimischen Stadion bitter erfahren: Mit 1:2 (1:2) unterlagen sie Barbican FC am 4. Spieltag der 1. Liga Jamaica vor 47.250 Zuschauern. Dabei war die Partie praktisch entschieden, bevor die Heimmannschaft überhaupt in den Rhythmus fand.

Schon in der 10. Minute schlug der 19-jährige Didier Greaves zu, ein Teenager mit dem Selbstbewusstsein eines Torjägers im besten Alter. Nach einem feinen Steckpass von Jean-Pierre Bosworth nahm Greaves Maß - und versenkte den Ball eiskalt rechts unten. Drei Minuten später revanchierte sich Bosworth bei seinem jungen Kollegen, allerdings auf seine eigene Art: Nicolas Kendall flankte flach von links, Bosworth nahm den Ball mit der Brust an und drosch ihn wuchtig unter die Latte. 2:0 nach 13 Minuten - die Destroyers wirkten kurzzeitig, als hätten sie vergessen, dass das Spiel tatsächlich schon begonnen hatte.

"Wir wollten hoch verteidigen, aber das sah dann eher aus wie ein Tag der offenen Tür", sagte ein sichtlich genervter Duncan-Kapitän Jacob Guillory nach Abpfiff. Trainer Peter Heinze von Barbican FC grinste dazu nur: "Wenn man so eingeladen wird, muss man auch höflich annehmen."

Immerhin zeigten die Destroyers danach Moral. Billy Malfoy, der erfahrene Rechtsaußen mit der Frisur eines Rockstars und der Eleganz eines Kneipenkickers, brachte seine Mannschaft in der 38. Minute zurück ins Spiel. Nach einem Doppelpass mit Guillory knallte er die Kugel aus 16 Metern in die Maschen - das Stadion tobte, und plötzlich lag wieder so etwas wie Hoffnung in der tropischen Abendluft.

Doch trotz steigender Angriffslust der Gastgeber blieb Barbican die reifere Mannschaft. Mit 56 Prozent Ballbesitz und 11 Torschüssen (gegenüber 9 der Destroyers) kontrollierten sie das Geschehen - nicht immer schön, aber effektiv wie ein Taschenrechner. Besonders auffällig: das Kurzpassspiel der Gäste, beinahe lehrbuchhaft, auch wenn Trainer Heinze später einwarf: "Kurzpässe sind nur dann schön, wenn sie nicht im eigenen Strafraum enden."

Die zweite Hälfte begann mit einer wahren Offensivwelle der Destroyers, die ihre offensive Ausrichtung nun voll ausspielten. Julien Bethune prüfte in der 46. Minute Keeper Christophe Bouchard, der mit einer Hand parierte - ein Reflex, der so spektakulär war, dass selbst die gegnerischen Fans kurz applaudierten. "Ich hab’ nur gehofft, dass er mich trifft, nicht den Ball", scherzte Bethune später.

Trotz allem Aufwand blieb der Ausgleich aus. Jacob Guillory, Dreh- und Angelpunkt des Spiels, scheiterte gleich dreimal (60., 69., 82. Minute) am glänzend aufgelegten Bouchard. Und vorne lauerte Barbican auf Konter, die zwar selten sauber ausgespielt wurden, aber immer gefährlich rochen. Didier Greaves vergab in der 90. Minute freistehend - vermutlich weil ihm einfiel, dass er ja eigentlich noch Hausaufgaben zu erledigen hat.

Ein kleiner Schreckmoment dann in der Nachspielzeit: Patrik Johnsen verletzte sich bei einem Zweikampf und musste ausgewechselt werden. Franck Mathieu kam für ihn - doch am Ergebnis änderte das nichts mehr. Barbican brachte das 2:1 über die Zeit und feierte ausgelassen mit den mitgereisten Fans, während die Destroyers ratlos in die Flutlichtnacht starrten.

"Wir haben zu spät gezündet", sagte Heimspieler Malfoy anschließend. "In der zweiten Halbzeit haben wir Fußball gespielt, in der ersten haben wir zugeschaut." Sein Trainer schwieg dazu vielsagend, während Heinze auf der anderen Seite zufrieden die Hände rieb: "Drei Punkte sind drei Punkte, auch wenn’s am Ende schmutzig wird."

Die Statistik untermauerte das Geschehen: Barbican gewann knapp mehr Zweikämpfe (51 zu 49 Prozent), hatte die bessere Passquote und wirkte in jeder Phase des Spiels etwas abgeklärter. Die Destroyers hingegen kämpften, liefen, pressten - aber wirkten dabei manchmal wie ein Chor, der den Einsatz verpasst.

Ein Trost bleibt den Heimfans: Die Moral stimmt, und die Offensive hat Feuer. Doch gegen einen cleveren Gegner wie Barbican FC reicht das nicht, wenn man die ersten 15 Minuten verschläft.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn sie so weiterschlafen, brauchen sie bald keinen Wecker mehr - sondern eine Tabelle mit Weckdienst."

Ein sarkastisches, aber treffendes Fazit eines Abends, an dem Barbican FC zeigte: Früh aufstehen lohnt sich auch im Fußball.

22.02.643987 17:32
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Es gibt jetzt gerade überall auf anderen Pressekonferenzen Trainer, die denselben Käse erzählen wie ich.
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