Jamaica News Bulletin
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Barbican FC stiehlt den Blues den Rhythmus - 2:1-Auswärtssieg in Kingston

Das Flutlicht im Kingston Stadium glühte, die Trommeln der Fans dröhnten, und schon nach vier Minuten war die Stimmung elektrisiert - allerdings nicht so, wie es sich die 53.943 Zuschauer der Kingston Blues erhofft hatten. Henrick Oudekirk, der Mittelfeldmotor von Barbican FC, hatte gerade aus 18 Metern Maß genommen, nachdem Michel Baskin auf links clever durchgesteckt hatte. Der Ball zischte wie ein geölter Blitz ins rechte Eck, und plötzlich tanzten die Gäste aus Barbican im Regen, während die Blues noch nach dem Takt suchten.

Doch wer die Blues kennt, weiß: Sie sind keine Band, die nach dem ersten falschen Ton das Instrument in die Ecke stellt. In der elften Minute antwortete Lewis Devereux, der 32-jährige Linksaußen mit der Tendenz zu dramatischen Auftritten. Nach einer flinken Kombination über die rechte Seite legte Lewis Corraface quer, und Devereux drosch den Ball unter die Latte - 1:1. Das Stadion explodierte. "Ich dachte, der Keeper hebt gleich ab, so hat er sich gestreckt", grinste Devereux später.

Aber Barbican FC blieb unbeeindruckt. Kurz vor der Pause, in der 43. Minute, drehte der 22-jährige Michel Baskin das Spiel endgültig. Nach Pass von Daniel Steiner nahm er den Ball mit der Brust an und schlenzte ihn seelenruhig an Keeper Dimas Hermenegildo vorbei. "Ich hab einfach gemacht, was ich sonst auf dem Trainingsplatz mache - nur diesmal hat’s gezählt", sagte Baskin mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen schüchtern und siegessicher pendelte.

1:2 zur Pause - und die Blues mussten reagieren. Trainer Kevin Tüllinghoff, der schon in der Coaching-Zone unruhiger wurde als ein Tourist in der Rushhour von Kingston, versuchte es mit frischer Energie: Bettencourt kam rein, später Grantham. Die Statistik sprach eigentlich für sein Team: 13 Torschüsse zu 11, 50,5 Prozent Ballbesitz. Doch das Runde wollte einfach nicht mehr ins Eckige.

"Wir haben uns Chancen erarbeitet, aber manchmal klebt der Ball einfach wie eine schlechte Pointe", seufzte Tüllinghoff nach dem Spiel. Er hatte allen Grund, bitter zu klingen: Seine Mannschaft drückte in der zweiten Halbzeit, aber Barbican verteidigte mit der Präzision eines Zollbeamten. Besonders James Peltier auf der linken Seite zeigte eine Mischung aus robustem Zweikampf und leicht übermotiviertem Engagement - seine Gelbe Karte in der 88. Minute war da fast folgerichtig.

Zuvor hatte auch Alfonso Rocha bei den Blues Gelb gesehen, als er nach einem rustikalen Einsteigen die Geduld des Schiedsrichters testete. "Ich wollte nur den Ball spielen", meinte Rocha später, und sein Mitspieler Isaac Bail ergänzte trocken: "Ja, aber der Ball war drei Meter weiter."

In der Schlussphase versuchte Kingston alles. Dominique Bettencourt prüfte Barbican-Keeper Christoph Martineau gleich dreimal zwischen der 61. und 81. Minute. Martineau, ein Mann mit der Ruhe eines Yoga-Lehrers, klärte jedes Mal mit stoischer Gelassenheit. "Ich hab einfach nichts gesehen, was mich nervös machen musste", sagte er nach dem Abpfiff und zupfte sich die Handschuhe zurecht, als hätte er gerade einen Spaziergang beendet.

Auf der anderen Seite wechselte Barbican-Trainer Peter Heinze clever: Didier Greaves ersetzte den müde gelaufenen Travassos, Duverger kam für Morriss, und Gekas übernahm im Mittelfeld für den starken Oudekirk. Heinze kommentierte das taktische Feingefühl später mit einem schelmischen Grinsen: "Ich sag immer: Wenn du führst, wechsel nicht, um zu verwalten - wechsel, um das Chaos zu verhindern."

Und tatsächlich - Chaos kam keines mehr auf. Die Blues warfen in den letzten Minuten alles nach vorn, inklusive des Innenverteidigers Bail, der sich plötzlich im gegnerischen Strafraum fand und einen Kopfball über die Latte setzte. Die Fans hielten den Atem an, als der Schiedsrichter noch eine Minute Nachspielzeit anzeigte, aber Barbican brachte das Ergebnis mit kühlem Kopf nach Hause.

Am Ende hieß es 1:2 - ein Ergebnis, das statistisch fast auf Augenhöhe stand, aber in der Wirkung eindeutig war: Barbican FC führt nach dem zweiten Spieltag die Tabelle der 1. Liga Jamaica an, während Kingston Blues noch auf dem ersten Saisonsieg warten.

"Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", sagte Tüllinghoff in der Pressekonferenz, "aber wenigstens war’s ein teures Konzert." Sein Gegenüber Heinze konterte trocken: "Wenn wir so weiterspielen, dürfen wir die Zugaben planen."

Und irgendwo in der Nacht von Kingston, während die Fans langsam verstummten, lächelte Michel Baskin wohl noch immer - schließlich war sein Treffer der Unterschied zwischen Blues und Euphorie.

23.11.643993 00:25
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