Sverige Fotboll
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Atvidabergs Offensiv-Feuerwerk: 3:2-Sieg gegen tapfere Nauco-Elche

Ein kalter Märzabend in Atvidaberg, Flutlicht, 20.000 Zuschauer, die Wurststände im Dauerstress - und ein Spiel, das so viel Tempo hatte, dass selbst der Stadionsprecher ins Schwitzen kam. Atvidaberg BK besiegte am Mittwochabend den FC Nauco mit 3:2 (3:1) und bot dabei eine erste Halbzeit, die Trainer Markus Engel später trocken als "kontrolliertes Chaos mit Zielwasser" beschrieb.

Schon die erste Minute zeigte, wohin die Reise gehen sollte: Iker Fernan prüfte den Gästekeeper mit einem satten Schuss - der Ball zischte nur Millimeter vorbei. "Ich wollte den gleich mal wachrütteln", grinste Fernan später, "leider war er schon wach." 14 Minuten später schlug er dann wirklich zu: Nach feiner Vorarbeit von Yves Bettencourt donnerte der Linksaußen den Ball zum 1:0 in die Maschen. Die Fans jubelten, die Bierbecher flogen, und Coach Engel ballte die Faust, als hätte er gerade selbst getroffen.

Doch Nauco antwortete mit erstaunlicher Frechheit. In der 28. Minute bediente der erfahrene Björn Dahlin den jungen Baltsar Carlsen, der mit gerade mal 19 Jahren eiskalt blieb und zum 1:1 einschob. "Ich dachte kurz, ich träume", sagte Carlsen später, "aber dann war der Ball wirklich drin - und der Jubel auch."

Das Problem: Der Traum dauerte nur drei Minuten. Atvidaberg wirkte wie angestachelt, und Ferdinand Anderson drosch den Ball in der 31. Minute von der Strafraumkante ins Netz - 2:1. "Ich hab gar nicht gesehen, dass der Torwart da war", witzelte Anderson nach dem Spiel. Und als vier Minuten später Alf Bengtsson das 3:1 erzielte, kippte das Stadion endgültig in Partystimmung.

"Da haben wir kurz vergessen, dass Fußball 90 Minuten dauert", seufzte Gästetrainer Mr Hawk später mit britischem Understatement. Seine Mannschaft fing sich nach der Pause etwas, profitierte von einem Torwartwechsel und brachte in der zweiten Halbzeit wieder Leben ins Spiel. Nach 65 Minuten kam der junge Tiburtius Johansson zwischen die Pfosten - und tatsächlich, Nauco wirkte gefestigt.

In Minute 70 dann der zweite Lichtblick für die Gäste: Martin Pfeiffer, der zuvor schon mehrfach gefährlich aufgetaucht war, nutzte einen Zuckerpass von Edvard Lundqvist und verkürzte auf 3:2. Das Tor fiel just in dem Moment, als ein Atvidaberg-Fan auf der Haupttribüne lautstark forderte: "Jetzt bloß nicht wieder zittern!" - der Fußballgott hörte offenbar mit.

Die Schlussphase wurde zum Nervenspiel. Iker Fernan scheiterte gleich zweimal (68. und 85. Minute) am glänzend reagierenden Johansson, während Nauco durch Carlsen (91.) und Nilsson (93.) noch einmal gefährlich wurde. "Da war’s kurz mucksmäuschenstill im Stadion", erinnerte sich Atvidabergs Keeper Felix Uggla, "und dann hab ich nur noch den Ball an die Latte klatschen hören." Danach war klar: Der Sieg bleibt hier.

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: 13:10 Torschüsse, 51 zu 48 Prozent Ballbesitz, und eine hauchdünne Zweikampfquote von 51,8 Prozent für die Gastgeber. Doch der Unterschied lag vorne - Atvidaberg traf einfach einen Tick entschlossener. "Wenn du gegen so eine Offensive spielst, brauchst du eigentlich zwei Torhüter", meinte Mr Hawk halb im Spaß, halb im Ernst.

Markus Engel hingegen war sichtlich zufrieden: "Drei Tore, drei verschiedene Torschützen - das nenn ich Teamgeist. Oder Glück. Oder beides." Und als ihn ein Reporter fragte, ob er in der zweiten Halbzeit nervös geworden sei, antwortete er mit einem Lächeln: "Ich war nur nervös, dass der Kaffee in der Kabine kalt wird."

Das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit stehenden Ovationen - und auch die Gäste erhielten Applaus für ihren couragierten Auftritt. Die Fans sangen, die Spieler klatschten ab, und irgendwo in der Mixed Zone soll ein Journalist gefragt haben: "Herr Hawk, was nehmen Sie Positives mit?" Der Engländer antwortete lakonisch: "Unsere Rückfahrt dauert nur zwei Stunden. Das ist immerhin etwas."

Am Ende bleibt ein Spiel, das keinen Moment langweilig war: ein Offensivspektakel, eine erste Halbzeit wie ein Sturmlauf und eine zweite, die zeigte, warum Fußball so herrlich unberechenbar ist. Atvidaberg klettert mit diesem Sieg weiter nach oben, Nauco fährt mit leeren Händen, aber erhobenem Kopf nach Hause.

Und in Atvidaberg? Da geht man mit einem zufriedenen Lächeln ins Bett - und vielleicht mit der Hoffnung, dass das nächste Spiel genauso wild wird, nur mit etwas weniger Herzklopfen in der Schlussphase.

23.02.643994 16:39
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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