Sverige Fotboll
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Atvidaberg feiert stürmischen Heimsieg - Ersboda verzweifelt an jungem Wirbelwind

Ein kalter Februarabend in Atvidaberg, Flutlicht, 20.000 Zuschauer - und ein 19-jähriger, der plötzlich beschließt, erwachsen zu werden. Hjalmar Johnsen, der jugendliche Linksaußen mit dem Babyface, ließ die Abwehr von Ersboda BK altern wie ungekühlte Milch. Zwei Tore und eine gelbe Karte später stand ein verdienter 3:1‑Sieg für Atvidaberg BK, der die Anhänger in der 1. Liga Schweden trotz Frosttemperaturen auf Betriebstemperatur brachte.

Dabei hatte die Partie zunächst so begonnen, wie es sich Gästecoach Piel Juergen wohl ausgemalt hatte: mutig, aggressiv, offensiv. In der 17. Minute war es Innenverteidiger Jordi Herreros, der nach einer Ecke von Julio Sancho die Kugel wuchtig über die Linie drückte - 0:1, und plötzlich roch es nach Auswärtssensation. "Ich dachte, wir hätten sie da, wo wir sie wollten", meinte Herreros später mit einem bitteren Grinsen. "Aber dann kam dieser Junge da vorne und wollte offenbar meine Karriere ruinieren."

Tatsächlich dauerte es nur zehn Minuten, bis Johnsen, nach feinem Zuspiel von Mario Aguas, die Kugel lässig ins lange Eck schlenzte. 1:1, und der junge Norweger zeigte dabei jene Unbekümmertheit, die Trainerin Lena Cyle bei der Pressekonferenz als "unverschämten Mut" lobte. "Ich habe ihm gesagt, er soll sich was trauen", erklärte sie, "und Hjalmar hat offenbar beschlossen, mich wörtlich zu nehmen."

Kurz vor der Pause dann die Kopie des ersten Treffers: Wieder Aguas, wieder Johnsen, wieder drin - 2:1. Der Jubel hallte durch das Stadion, und selbst der Stadionsprecher schien kurz sprachlos. "Ich dachte, ich wiederhole mich", scherzte er später im Kabinengang.

Ersboda versuchte es in Halbzeit zwei mit erhöhter Aggressivität und einigen Umstellungen. Juergen brachte Dimas Chalana und Sigmund Eriksson, um frische Impulse zu setzen. Doch Atvidaberg hatte längst die Kontrolle übernommen - 56 Prozent Ballbesitz, 19 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Besonders auffällig: Linksaußen Kian Corey, der sich nach der Pause in einen Dauerläufer verwandelte. In der 66. Minute wurde er belohnt, als er nach einem energischen Dribbling den Ball querlegte - und Mario Aguas vollendete zum 3:1.

"Das war kein Pass, das war Kunst", schwärmte Aguas hinterher, während er sich demonstrativ die Schuhe polierte. Corey grinste nur: "Ich wollte eigentlich schießen, aber ich hab’s mir anders überlegt."

Ersboda rannte fortan verzweifelt an, aber mehr als ein harmloser Versuch von Julio Sancho in der 72. Minute sprang nicht heraus. Die Gäste hatten zwar 43 Prozent Ballbesitz, doch ihre sieben Abschlüsse blieben meist harmlose Erinnerungen für Torhüter Albert Farinos. Kurz vor Schluss versuchte es Urban Karlson noch einmal mit einem Verzweiflungsball in den Nebel, der allerdings eher in Richtung Busparkplatz flog als aufs Tor.

In der 76. Minute musste Atvidabergs Innenverteidiger Anselm Lindblom verletzt vom Platz, was die Gastgeber jedoch kaum aus dem Tritt brachte. Cyle reagierte kühl, brachte den jungen Caio Conceicao - und der fügte sich nahtlos ein. "Ich hab’ ihm gesagt, er soll einfach nur rennen", schmunzelte die Trainerin. "Er hat mich beim Wort genommen."

Der Rest war Verwaltung, in schönster schwedischer Ordnung. Atvidaberg spielte die Partie souverän zu Ende, ließ Ball und Gegner laufen, und wenn doch einmal ein Ersboda-Angriff aufkeimte, stand der 34-jährige Mittelfeldstratege Nelson Tonel immer dort, wo es nötig war - meist mit einem ironischen Schulterzucken.

Nach dem Schlusspfiff herrschte in der Heimkabine ausgelassene Stimmung. Johnsen, von den Reportern umzingelt, gab sich bescheiden: "Ich hab nur gemacht, was die Mannschaft gebraucht hat." Mario Aguas, der Assistkönig des Abends, konnte sich eine Spitze nicht verkneifen: "Na klar, und ich war nur der Wasserträger."

Gästecoach Juergen hingegen suchte nach Worten - und fand schließlich den Humor: "Wenn du gegen Kinder verlierst, musst du dich fragen, ob du alt geworden bist."

So bleibt ein Abend, der Atvidabergs Fans noch lange in Erinnerung bleiben dürfte - nicht nur wegen der drei Punkte, sondern wegen eines Teenagers, der mit zwei Treffern und einem unverschämten Lächeln den Winter aus dem Stadion vertrieb.

Und irgendwo im Tunnel des Stadions hörte man, wie jemand sagte: "Wenn das die Zukunft ist, dann kann’s ruhig ein bisschen schneller Frühling werden."

10.09.643990 09:06
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