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Atvidaberg behält die Nerven - 2:1-Sieg im kalten Ersboda

Es war ein Abend, an dem man in Ersboda lieber die Thermoskanne als die Vuvuzela dabeihaben wollte. 20.000 Zuschauer froren, jubelten, litten - und sahen am Ende eine 1:2-Niederlage ihres Ersboda BK gegen ein abgeklärt auftretendes Atvidaberg BK, das sich mit skandinavischer Sachlichkeit und einem Hauch südamerikanischem Flair drei Punkte sicherte.

Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, wer den besseren Start erwischt hatte. Atvidabergs Angriffsreihe um Elof Afzelius und den blutjungen Hjalmar Johnsen schien auf Betriebstemperatur, als die Ersboda-Abwehr noch die Winterpause suchte. In der 17. Minute belohnte Johnsen seine nimmermüden Vorstöße: Nach einem maßgeschneiderten Pass von Sigfrid Bruun jagte der 19-Jährige den Ball trocken ins rechte Eck. "Ich dachte, ich treffe nur im Training so", grinste Johnsen später, "aber offenbar war heute Dienstag - äh, Spieltag."

Ersboda-Trainer Piel Juergen raufte sich die ohnehin schon dünner gewordenen Haare. "Wir wussten, dass sie über die Flügel kommen, aber offenbar wussten das meine Außenverteidiger nicht", knurrte er in der Halbzeit. Seine Sorgen wurden noch größer, als Atvidabergs rechter Verteidiger Caio Caneira in der 26. Minute plötzlich an der Strafraumkante auftauchte - und mit einem satten Schuss das 0:2 erzielte. Vorlagengeber Kian Corey hatte zuvor drei Gegner schwindlig gespielt, als hätte er das Standbein im Tanzkurs statt im Mittelfeld trainiert.

Doch Ersboda wäre nicht Ersboda, wenn sie sich so einfach geschlagen gäben. Nur fünf Minuten später zündete Julio Sancho den Hoffnungsschimmer. Nach einem Abpraller reagierte der Linksaußen am schnellsten und drosch den Ball unter die Latte - 1:2, und das Stadion bebte wieder. "Da dachte ich kurz, wir drehen das Ding noch", erzählte Sancho hinterher, "bis mir einfiel, dass Atvidaberg einfach nicht aufhört zu laufen."

Die Statistik sprach ohnehin gegen die Hausherren: 43 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse - solide, aber gegen die 14 Versuche und die 56 Prozent Ballkontrolle der Gäste zu wenig. Atvidaberg spielte schnörkellos, fast stoisch. Kein Pressing, kein übertriebener Einsatz, aber jede Aktion mit Plan. "Wir wollten den Ball behalten und die Uhr kontrollieren", erklärte Coach Nilsson (der an diesem Abend erstaunlich ruhig blieb, vielleicht, weil sein Tee dampfend warm war).

Im zweiten Durchgang mühte sich Ersboda redlich. Grenier und Quaresma kurbelten das Mittelfeld an, Hoskins lauerte vorne, doch der letzte Punch fehlte. In der 60. Minute brachte Juergen frische Beine: Jack Maxwell kam für Rudolf Uggla, wenig später ersetzte Jordi Herreros den jungen Dimas Chalana. Der Torwartwechsel in der 78. Minute - der 18-jährige Alrik Anderson durfte für Jesper Karlson ran - sorgte zwar für Applaus, änderte am Resultat aber nichts. Anderson blieb ohne Fehl und Tadel, musste aber auch kaum eingreifen, weil seine Vorderleute verzweifelt auf den Ausgleich drängten.

Atvidaberg blieb gefährlich. Afzelius prüfte zwischen der 70. und 82. Minute gleich dreimal den Keeper, und Johnsen hätte in der Nachspielzeit fast noch seinen zweiten Treffer erzielt. Stattdessen holte sich Adriano Mantecon in der 88. Minute den modisch gelben Karton ab - "ein Andenken", wie er später lachend sagte.

Am Ende stand ein 1:2, das so nüchtern wie verdient war. Ersboda rannte, Atvidaberg kontrollierte. Der Unterschied lag in der Effizienz: Während Atvidaberg aus wenigen klaren Chancen zwei Tore machte, verschoss Ersboda mit viel Herzblut seine Möglichkeiten.

"Wir haben gekämpft, aber manchmal gewinnt eben der, der weniger rennt und mehr denkt", resümierte Juergen mit einem bitteren Lächeln. Sein Gegenüber fasste es trocken zusammen: "Wir wollten den Ball, sie wollten den Sieg. Wir haben beides."

Ein Spiel mit allem, was der nordische Fußball braucht: Kälte, Kampf, und die Erkenntnis, dass selbst ein rechter Verteidiger wie Caneira plötzlich Torgefahr verströmen kann. Für Ersboda bleibt die Hoffnung, dass beim nächsten Mal nicht nur der Tee heiß bleibt - sondern auch die Offensive.

Und für die Zuschauer? Ein Abend, der trotz klammer Finger in Erinnerung bleibt - vielleicht, weil man sich an Niederlagen manchmal länger wärmt als an Siegen.

07.07.643993 08:30
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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