Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos zündet Offensivfeuerwerk - Arias FC sieht lange alt aus

Ein lauer Februarabend in Athen, Flutlicht, 20.000 Zuschauer - und ein Atromitos, der von der ersten Minute an so spielte, als wolle er allen beweisen, dass "Offensivgeist" kein leeres Wort ist. Am Ende stand ein 3:1-Auswärtssieg bei Arias FC, der ebenso verdient wie deutlich war.

Schon die Anfangsphase ließ erahnen, wohin die Reise gehen würde. Heinz Kroll prüfte den Arias-Keeper Ktesias Stephanopoulos gleich mehrfach, ehe Connor Kinmont in der 16. Minute den Bann brach. Nach einem schnellen Seitenwechsel über Rechtsaußen Timm Rauch zog Kinmont trocken ab - 0:1. "Wir wollten früh zeigen, dass wir Tore schießen können, nicht nur Flanken üben", grinste der britische Linksaußen später.

Während Arias FC sich noch sortierte, setzte Atromitos nach. Daniel Celine, der Mittelstürmer mit der Eleganz eines Eiskunstläufers und der Durchschlagskraft eines Presslufthammers, erhöhte in der 39. Minute auf 0:2. Die Vorlage kam von Izzet Aydemir, der sich zuvor durch die linke Seite gedribbelt hatte, als sei sie sein privater Garten. "Ich hab ihm einfach gesagt, lauf - und er lief", lachte Trainer Michael Graf nach dem Spiel.

Zur Halbzeit hatte Arias FC zwar 52 Prozent Ballbesitz, aber so richtig wusste niemand, was man damit anfangen sollte. "Ballbesitz ist schön, wenn man dabei auch das Tor trifft", murmelte ein Fan auf der Tribüne. Der Satz fasste die erste Hälfte treffend zusammen: viel Ball, wenig Wirkung.

Nach der Pause zeigte Atromitos, dass Offensivdrang kein Zufall war. Wieder Kinmont - diesmal in der 47. Minute. Nach einem Zusammenspiel mit Celine war der Ball im Netz, und die Gastgeber schauten sich ungläubig an. 0:3 - die Partie schien entschieden. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", meinte Arias-Verteidiger Bruno Etxebarria, "aber Kinmont hat wohl andere Maße für die Auslinie."

Arias-Trainer - dessen Name kurioserweise in den offiziellen Statistiken fehlte ("Vielleicht wollte er nach dem Spiel lieber anonym bleiben", spottete ein Kollege in der Pressebox) - reagierte spät, aber immerhin mit Mut. Er ließ offensiver spielen, und tatsächlich kam seine Mannschaft zu Chancen. Efthymios Gounaris prüfte den Atromitos-Keeper Jannis Lee in der 50. Minute, Markos Samaras zog aus der Distanz ab, und Diogenis Kirastas versuchte es mit einem artistischen Seitfallzieher, der immerhin für Applaus sorgte.

Atromitos spielte da schon mit angezogener Handbremse, wechselte in der 60. und 65. Minute doppelt: Henri Couture kam für Kroll, Xavi Mino ersetzte Celine. "Wir wollten das Spiel kontrollieren, nicht verschenken", erklärte Trainer Graf, der an der Seitenlinie mit einem Notizblock hantierte, als würde er gerade eine Doktorarbeit über Konterfußball schreiben.

Vier Gelbe Karten sammelten die Gäste - Beto (18.), Mitroglou (19.), Neil (41.) und Aydemir (87.) - was auf eine gewisse körperliche Präsenz schließen lässt. "Wir nennen das Leidenschaft", korrigierte Aydemir charmant, als man ihn darauf ansprach.

Und dann, als schon viele Fans Richtung Parkplatz strebten, kam doch noch der Ehrentreffer für Arias FC: Dorimedon Tsionanis traf in der 93. Minute nach Vorlage von Artemios Anastopoulos. Ein schöner Schuss - direkt unter die Latte. Die Tribüne jubelte, als wäre der Ausgleich gefallen. "Das war wenigstens etwas für die Moral", sagte Tsionanis, "und für die Statistik."

Am Ende blieb es beim 1:3. Die Zahlen untermauern, was das Auge sah: 9 Torschüsse für Arias, 16 für Atromitos. Der Ballbesitz lag leicht bei den Gastgebern (52:48), doch in den entscheidenden Momenten war Atromitos schlicht wacher, entschlossener - und gefährlicher.

"Wir waren mutig und effizient", fasste Michael Graf zusammen. "Und ehrlich gesagt: Das ist mir lieber, als 70 Prozent Ballbesitz und eine Niederlage."

Arias FC dagegen wird sich fragen müssen, wie man mit so viel Kontrolle so wenig Zählbares produziert. "Wir hatten gute Ansätze", meinte Mittelfeldmann Samaras, "aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb."

Ein Satz, der hängen bleibt - und der wohl den Unterschied an diesem Abend erklärt. Atromitos spielte zielstrebig, Arias spielte hübsch. Das Ergebnis? 1:3. Oder, wie ein griechischer Kollege schmunzelnd sagte: "Wer schön spielt, aber nicht trifft, darf wenigstens in der Galerie der Ästheten hängen."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Atromitos seine Ambitionen untermauerte und Arias FC noch lange überlegen dürfte, ob Ballbesitz wirklich alles ist - oder nur die höfliche Umschreibung für "Wir hatten den Ball, bis der Gegner traf".

10.06.643990 15:54
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager