Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos stürmt zum 5:3-Spektakel gegen AU Larissa

Ein Freitagabend, Flutlicht, 25.141 Zuschauer - und acht Tore. Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die eher nach Arcade-Spiel als nach taktischer Abhandlung klingen. Atromitos gewann am 7. Spieltag der 1. Liga Griechenland mit 5:3 gegen AU Larissa - in einem Spiel, das selbst der Stadionsprecher irgendwann aufgab, sachlich zu kommentieren.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da brannte es schon im Strafraum der Gäste: In der dritten Minute drosch Nevio de Almeida den Ball nach einem Zuspiel von Henri Couture ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste de Almeida später. Couture habe ihm einfach zugerufen: "Mach was draus!" - und Nevio tat es.

Atromitos blieb am Drücker, kombinierte sich mit langen Bällen - ganz im Sinne von Trainer Michael Graf, der offenbar den "langen Schlag als Kunstform" propagiert. In der 32. Minute dann das 2:0: Connor Kinmont, der schon im Aufwärmen aussah, als wolle er heute Geschichte schreiben, netzte nach Vorlage von Innenverteidiger Alkinoos Mitroglou ein. "Ich war eigentlich hinten eingeteilt", meinte Mitroglou später schmunzelnd, "aber wenn keiner vorne ist, muss halt einer aushelfen."

Doch wer dachte, Larissa würde sich ergeben, irrte. Nur zwei Minuten später schlug Louis Bloomfield zurück - nach feiner Vorarbeit von Savvas Anagnostou. "Wir wollten zeigen, dass wir auch Tore schießen können, nicht nur hinterherlaufen", sagte Bloomfield trotzig.

Die Pause kam für Larissa wie eine Verschnaufpause nach einem Sprint bergauf. Atromitos hatte mehr Ballbesitz (56 Prozent), mehr Torschüsse (16 zu 10) und den klar besseren Rhythmus. Trotzdem musste Trainer Graf in der Kabine laut geworden sein. "Ich habe nur gefragt, ob jemand Lust auf ein 3:3 hat", verriet er mit einem Grinsen. Offenbar nicht.

Denn kaum lief die zweite Halbzeit, nahm das Torfestival wieder Fahrt auf. In der 55. Minute glich Larissa tatsächlich aus: Der junge Aimilios Tziolis nutzte eine Verwirrung in der Atromitos-Abwehr - 2:2. Der Gästeblock jubelte, Trainer Bernard Dietz ballte die Faust. Ganze drei Minuten hielt die Euphorie. Dann machte Henri Couture ernst: Nach Pass von Gerhard Rieger donnerte er den Ball humorlos zum 3:2 ins Eck (58.).

Und Atromitos roch Blut. In der 65. Minute war es wieder Kinmont, der nach Riegers zweiter Vorlage des Tages das 4:2 markierte. "Gerhard hat mich zweimal so perfekt bedient, dass ich ihm danach einen Kaffee spendieren musste", sagte Kinmont lachend.

Larissa kämpfte, und als Maurice Blanchet in der 72. Minute nach erneutem Anagnostou-Zuspiel das 4:3 erzielte, keimte kurz Hoffnung auf. Doch dann kam die Szene, die Trainer Dietz später als "den Moment des Wahnsinns" bezeichnete: Caio Conceicao, der schon Gelb gesehen hatte, grätschte übermotiviert und sah in der 74. Minute Gelb-Rot. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", murmelte er bedröppelt.

Mit einem Mann mehr spielte Atromitos die Schlussphase routiniert herunter - und setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt: Wieder Kinmont, wieder Rieger mit dem Assist, wieder Netz. 5:3, Stadion in Ekstase.

Trainer Graf fasste es nüchtern zusammen: "Wir schießen fünf Tore, also kann ich nicht unzufrieden sein. Aber drei zu kassieren, das sind drei zu viel." Dietz hingegen sprach von einem "Abend, an dem wir alles gezeigt haben - auch das, was man besser lässt".

Bemerkenswert: Trotz der acht Treffer blieb das Spiel weitgehend fair - abgesehen vom Platzverweis. Larissa kassierte zwei Gelbe Karten (Conceicao, de Freitas), Atromitos keine. Die Statistik sprach eine klare Sprache: 56 Prozent Ballbesitz, 16 Schüsse aufs Tor, 52 Prozent Zweikampfquote - Atromitos war das aktivere, zielstrebigere Team.

Nach dem Abpfiff blieb das Flutlicht noch lange an. Die Fans sangen, Kinmont wurde zum Helden des Abends erklärt, und Nevio de Almeida klopfte seinem Trainer auf die Schulter: "Siehst du, manchmal hilft Angriff eben doch." Graf nickte nur trocken: "Manchmal."

Und so ging ein Abend zu Ende, an dem Atromitos nicht nur drei Punkte, sondern auch jede Menge Applaus sammelte - und Larissa trotz Niederlage zeigte, dass man auch mit acht Gegentoren in zwei Wochen noch Humor haben kann.

Nächste Woche geht’s weiter - hoffentlich mit etwas weniger Herzklopfen, aber wer will das schon wirklich?

07.08.643990 11:13
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Er hatte plötzlich Sehstörungen. Vielleicht hat er deshalb das Tor getroffen.
Matthias Sammer über Lars Ricken, der nach einen Zusammenprall ein Tor schoss und dann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste
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