Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos stolpert ins 1:1 - Larissa klaut den Punkt mit jugendlicher Frechheit

Ein kalter Februarabend in Athen, Flutlicht, 25.561 Zuschauer - und ein Spiel, das so typisch griechisch war wie ein Espresso um Mitternacht: laut, hitzig und am Ende unentschieden. Atromitos und AU Larissa trennten sich am 33. Spieltag der 1. Liga Griechenland 1:1 (0:0) - ein Ergebnis, das beiden irgendwie nicht so recht schmecken wollte.

Die Gastgeber von Trainer Michael Graf starteten mit viel Ballbesitz (am Ende satte 59 Prozent), aber wenig Biss. Larissa dagegen - unter der Leitung des erfahrenen Bernard Dietz - presste früh, rannte viel und hoffte auf Fehler. Und Fehler gab es, allerdings erst einmal vor allem im Abschluss: Schon nach sieben Minuten hatte Atromitos-Stürmer Daniel Celine die erste dicke Chance, doch sein Schuss landete mehr auf der Tribüne als im Tornetz. "Ich wollte eigentlich den Torwart tunneln", grummelte Celine später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Larissa antwortete prompt - der 23-jährige Mirko Kranjcar prüfte den Atromitos-Keeper Jannis Lee mit einem satten Schuss (8. Minute). Das sollte ein Vorgeschmack darauf sein, dass der junge Kroate später noch eine Hauptrolle spielen würde.

Die erste Halbzeit war ein Wechselspiel aus zaghaften Angriffen und lautstarken Zuschauerreaktionen. Besonders auffällig: Atromitos-Linksaußen Nicola Sala, der gleich viermal hintereinander den Abschluss suchte (22.-32. Minute), aber jedes Mal an einem Bein, einer Hand oder schlicht am Schicksal scheiterte. "Ich dachte irgendwann, das Tor bewegt sich", scherzte er nach dem Spiel.

Kurz nach der Pause reagierte Trainer Graf und brachte Connor Kinmont für Sala - eine goldrichtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Der 32-jährige Schotte brauchte acht Minuten, um sich warmzulaufen, dann war er zur Stelle: In der 67. Minute legte Celine mustergültig quer, Kinmont zog aus halblinker Position ab - 1:0 für Atromitos! Das Stadion bebte, und Graf ballte die Fäuste. "Connor ist wie ein alter Whisky - braucht Zeit, aber dann brennt er", grinste der Coach später.

Doch wer Larissa kennt, weiß: Aufgeben ist keine Option. Nur acht Minuten nach dem Rückstand schlug Kranjcar eiskalt zurück. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld zog er einfach mal ab - und traf flach ins rechte Eck (75.). Keeper Benjamin Gebhardt, der kurz zuvor für Lee gekommen war, flog vergeblich. 1:1, und plötzlich war die Partie wieder offen.

Die Schlussphase hatte dann alles, was ein nervenaufreibender Fußballabend braucht: Gelbe Karten (insgesamt vier, zwei pro Team), verletzte Spieler (Larissas junger Savvas Anagnostou musste nach 57 Minuten raus), und einen Trainer, der am Spielfeldrand fast zur Statue wurde. Dietz, der alte Fuchs, rief seinen Spielern immer wieder zu: "Pressing, Jungs, Pressing!" - und tatsächlich, Larissa drückte auf das zweite Tor.

In der Nachspielzeit hatte Kranjcar sogar noch die Chance zum Sieg, doch Gebhardt parierte mit einem Reflex, über den man in Athen noch ein paar Tage reden dürfte. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass mich der Ball trifft", sagte der Torwart lachend.

Statistisch gesehen war Atromitos das bessere Team - zwölf Torschüsse zu neun, mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle. Taktisch aber blieb alles beim Alten: defensiv ausgerichtet, auf Konter lauernd, und wenn’s mal gefährlich wurde, dann meist über die linke Seite. Larissa dagegen spielte mutig nach vorn, setzte auf Flügelangriffe und ein erstaunlich aktives Pressing in der Schlussphase.

"Wir hätten das Spiel gewinnen können - oder verlieren", fasste Dietz trocken zusammen. Graf hingegen suchte das Positive: "Unsere Defensive stand gut, auch wenn wir uns am Ende zu weit zurückgezogen haben. Aber das Publikum war fantastisch. 25.000 Leute, die 90 Minuten lang mitfiebern - dafür spielst du Fußball."

So blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das für Atromitos wohl eher zwei verlorene Punkte bedeutete, während Larissa den einen wie einen kleinen Pokal feierte. Auf der Pressekonferenz verabschiedeten sich die Trainer mit einem Handschlag, der fast so frostig war wie der Abend selbst.

Und irgendwo auf der Tribüne war ein Fan zu hören, der murmelte: "Wenn Kinmont so weiter trifft, müssen wir ihm bald eine Statue bauen." - Vielleicht ein bisschen früh. Aber in Athen weiß man: Hoffnung ist die schönste Nebensache des Fußballs.

13.04.643990 17:19
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