Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos stolpert daheim - Kreta feiert mediterranes Offensivfest

Es war einer jener Abende in Athen, an denen die Flutlichter mehr Glanz versprühten als die Defensive von Atromitos. Vor 27.000 Zuschauern im heimischen Stadion verlor die Mannschaft von Trainer Michael Graf am 32. Spieltag der griechischen Super League mit 2:4 (1:3) gegen den spielfreudigen OFE Kreta. Das Ergebnis klingt deutlich - und war es auch, obwohl die Hausherren mit einem Traumstart begonnen hatten.

Bereits in der 7. Minute schien alles nach Plan zu laufen: Rechtsaußen Heinz Kroll, der an diesem Abend so viele Kilometer machte wie ein Marathonläufer im Vollsprint, nutzte die erste echte Gelegenheit eiskalt. Nach feiner Vorarbeit von Nicola Sala zimmerte er den Ball unter die Latte - 1:0, Jubel, Rauchfackeln, Euphorie. "Da hab ich kurz gedacht, das wird heute mein Abend", sagte Kroll später und grinste schief. "Leider hatte Kreta etwas dagegen."

Denn kaum war der Torjubel verklungen, schlug es auf der anderen Seite ein. Nur eine Minute später, in der 8. Spielminute, staubte ausgerechnet Innenverteidiger Bruno Sterling zum 1:1 ab, nachdem Atromitos-Keeper Jannis Lee einen Schuss von Jemez nur nach vorne abklatschen konnte. Die Gäste rochen Blut. Und sie blieben dran.

Der agile Guillermo Yanez traf in der 16. Minute zum 2:1 für die Gäste - ein technisch feines Solo nach Pass von Manuel Da Cru. "Wir wollten das Spiel schnell wieder drehen", erklärte Kretas Trainer Jeff Johnson nach der Partie. "Guillermo spielt, als wäre er auf einem Surfbrett - immer in Bewegung, immer elegant."

Atromitos dagegen wirkte nach dem frühen Doppelschlag wie ein Boxer, der zu viele Treffer kassiert hat, um noch klar zu sehen. Zwar kämpfte man sich über den Einsatz von Mittelfeldroutinier Gerhard Rieger zurück ins Spiel, doch kurz vor der Pause traf Duarte Caneira (45.) nach schöner Vorlage des jungen Sami Khedira zum 3:1. Und als der Schiedsrichter zur Halbzeit pfiff, sah man bei Trainer Graf eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Wut.

"Wir haben uns selbst geschlagen - dreimal nach Ballverlust im Aufbau", schimpfte der Coach in der Pause lautstark. Ein Journalist am Spielfeldrand will sogar gehört haben, wie er murmelte: "Ich hab doch gesagt, keine kurzen Pässe vor dem eigenen Sechzehner!"

Zur zweiten Halbzeit brachte Graf frische Kräfte - Timm Rauch kam ins Spiel, ebenso Connor Kinmont und Arnau Ortega. Und tatsächlich: Kurz nach Wiederanpfiff (51.) war es erneut Heinz Kroll, der den Anschluss herstellte. Nach Flanke von Rauch köpfte der bullige Stürmer zum 2:3 ein. Ein Hoffnungsschimmer, der die Fans noch einmal aufweckte.

Atromitos drängte, hatte mit 9 Torschüssen zwar etwas weniger als Kreta (12), aber nun mehr Intensität. Die Ballbesitzwerte (46 zu 54 Prozent) erzählten die Geschichte eines Spiels, in dem die Gastgeber viel liefen, aber selten wirklich die Kontrolle hatten.

Kreta blieb gefährlich - und eiskalt. Trainer Johnson brachte in der 45. Minute mit Markos Kirastas und Youngster Khedira frischen Wind. Beide sollten sich später als Glücksgriffe erweisen. In der Nachspielzeit (93.) war es der eingewechselte Kirastas, der nach Vorarbeit von Da Cru den Schlusspunkt setzte. 4:2 - und eine griechische Tragödie für Atromitos nahm ihr bitteres Ende.

"Wir haben bis zum Schluss gehofft", sagte Graf nach dem Abpfiff, "aber Hoffnung schießt keine Tore." Heinz Kroll hingegen nahm’s mit Humor: "Zwei Tore und trotzdem verloren - das ist wie ein schönes Date, bei dem man am Ende die Rechnung für alle zahlt."

OFE Kreta zeigte, warum sie in dieser Saison zu den offensivstärksten Teams der Liga gehören: aggressiv, pressingfreudig, aber nie kopflos. Selbst die 18-jährige Nachwuchshoffnung Sami Khedira (nein, nicht der Ex-Weltmeister, sondern sein gleichnamiger Namensvetter) fügte sich mit einer Vorlage nahtlos ein.

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem Applaus - und vielleicht einem stillen Stoßgebet für eine stabilere Abwehr. Atromitos-Coach Graf versprach Besserung: "Wir werden das analysieren. Vielleicht sollten wir mal üben, was man macht, wenn man führt."

Fazit: Ein kurzweiliges, torreiches Spiel, in dem Kreta die klarere Linie hatte und Atromitos trotz großer Moral am Ende leer ausging. Für die Statistikfreunde: 27.000 Zuschauer, 21 Torschüsse insgesamt, 53,6 Prozent Ballbesitz für die Gäste - und vier Mal Grund zum Feiern für OFE Kreta. Für alle anderen: ein Fußballabend, der zeigte, dass selbst ein Blitzstart manchmal nur das Vorspiel zum Unwetter ist.

Oder, wie es ein Fan beim Hinausgehen trocken formulierte: "Zwei Tore sind schön. Vier sind schöner."

14.09.643993 16:26
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