Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos fegt Livadia FC mit 4:0 vom Platz - Galaabend in Athen

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob die Gäste den Bus rechtzeitig zum Stadion gefunden haben. Atromitos besiegte Livadia FC am 7. Spieltag der 1. Liga Griechenland mit einem klaren 4:0 - und das vor 27.000 bestens gelaunten Zuschauern, die schon nach zwei Minuten ahnten, dass dieser Abend gut werden könnte.

Denn kaum hatte der Stadionsprecher die Aufstellungen zu Ende gebrüllt, da zappelte der Ball schon im Netz. Joseph Cawdor, der bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, drückte nach Vorarbeit von Linksverteidiger Oscar Neil zum 1:0 ein. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Neil später, "aber Joe hat ja bekanntlich Magnetfüße." Trainer Michael Graf, sonst ein Mann der leisen Töne, brüllte seine Freude so laut heraus, dass selbst die Ersatzspieler zusammenzuckten.

Danach ließ Atromitos den Ball laufen - und Livadia laufen. Zwar hatte der Gast laut Statistik mit 50,7 Prozent sogar etwas mehr Ballbesitz, doch das war etwa so wertvoll wie ein Regenschirm in der Wüste. Während Livadia zögerlich kombinierte, hämmerte Atromitos aus allen Lagen: 20 Schüsse aufs Tor standen am Ende zu Buche, gegen mickrige vier der Gäste.

"Wir wollten mutig spielen", erklärte Livadia-Stürmer Miguel Gallego, "aber nach dem frühen Gegentor war die Luft raus." Sein Trainer - der Name blieb in der Hektik des Abends ungenannt, vielleicht auch aus Selbstschutz - stand ab der 30. Minute mit verschränkten Armen da und wirkte wie jemand, der im falschen Film gelandet war. Spätestens nach 35 Minuten, als Emilio Sa Pint für ein rustikales Einsteigen Gelb sah, war klar: Livadia hatte mehr Trefferchancen auf die Schienbeine als aufs Tor.

Atromitos hingegen spielte den Gegner müde. Humberto Ferreira und Archondis Salpingidis zogen im Mittelfeld die Fäden, während die Flügelzange Kroll und Sala ständig für Alarm sorgte. Nur das zweite Tor wollte lange nicht fallen. "In der Pause hab ich den Jungs gesagt: Lasst euch Zeit, aber nicht zu viel", verriet Trainer Graf mit einem Augenzwinkern.

Nach Wiederanpfiff brachte er Achilleas Agritis für den verwarnten Nevio de Almeida - ein Wechsel, der sich als goldrichtig erwies. In der 75. Minute war es eben jener Agritis, der mit einem feinen Pass den einlaufenden Oscar Neil bediente. Der Verteidiger mit Offensivdrang traf trocken zum 2:0. Neil hob danach entschuldigend die Hände, als wolle er sagen: "Ich bin eigentlich kein Stürmer, ehrlich!"

Keine 60 Sekunden später dröhnte das Stadion erneut. Diesmal war es Heinz Kroll, der nach Vorarbeit von Cawdor eiskalt zum 3:0 vollstreckte. Livadia wirkte nun wie ein Boxer, der zwar noch steht, aber schon seit Runden keine Deckung mehr hat.

Kroll hatte aber noch nicht genug. In der 88. Minute kombinierte er sich zusammen mit Nicola Sala durch die erschöpfte Defensive der Gäste und schob zum 4:0 ein. Sala rief ihm beim Jubel zu: "Jetzt reicht’s, Heinz, sonst kriegen die noch Mitleid!"

Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Livadia kam noch zu einem harmlosen Schüsschen, das Torhüter Jannis Lee lässig auffing, als wäre es ein verirrter Papierflieger. Atromitos dagegen hatte Lust auf Kunststücke - Hackenpässe, Lupfer, sogar ein Fallrückzieher-Versuch von Cawdor, der allerdings eher nach Bodenturnen aussah.

"Wir haben heute gezeigt, was in uns steckt", bilanzierte Trainer Graf nach dem Spiel. "Aber ich bleibe bescheiden - nächste Woche zählt wieder nur das Ergebnis." Kapitän Kroll sah das etwas anders: "Wenn wir so weiterspielen, kaufen wir uns bald goldene Stutzen."

Livadia hingegen trat bedrückt den Heimweg an. Ihr Schlussmann Vicente Valentin soll in der Kabine nur leise gemurmelt haben: "Vier Tore, und keiner war unhaltbar." Man darf gespannt sein, ob er nächste Woche wieder zwischen den Pfosten steht.

Am Ende blieb der Eindruck eines Spiels, das in seiner Klarheit fast schon unhöflich war. Atromitos spielte nicht nur besser, sondern auch schöner - offensiv, aggressiv im richtigen Maß und mit einem Hauch Übermut.

Ein Fan fasste es auf der Tribüne treffend zusammen: "Das war kein Fußballspiel, das war eine Oper - nur dass Livadia die Statisten stellte." Und tatsächlich: Wenn Atromitos diese Form hält, könnte man in Athen bald wieder von ganz anderen Höhen träumen.

Schlusswort? Vielleicht dies: Livadia FC hat den Ball, Atromitos die Tore - und das ist am Ende, wie so oft, der Unterschied, der zählt.

29.03.643987 13:49
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