Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Atromitos fegt Ioniktos mit 3:0 vom Platz - Ferreira zieht die Fäden

Es war ein Abend, an dem Atromitos alles gelang, was Ioniktos FC sich nur erträumen konnte - und das schon nach zehn Minuten. 26.663 Zuschauer im Athener Peristeri-Stadion sahen am Sonntagabend eine Mannschaft, die früh entschied, dass sie dieses Spiel nicht verlieren würde. Nach gerade einmal neun Minuten stand es 1:0 durch Xavi Mino, eine Minute später erhöhte Timm Rauch, und Trainer Michael Graf grinste an der Seitenlinie, als hätte er das Drehbuch selbst geschrieben.

"Ich schwöre, ich wollte eigentlich defensiver stehen", lachte Graf nach dem Spiel. "Aber die Jungs haben mich einfach ignoriert - zum Glück!" Tatsächlich war seine Elf zu Beginn wie entfesselt. Zwar gehörte Ioniktos der Ball - 56 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare Sprache - doch die gefährlichen Szenen gehörten Atromitos. 18 Torschüsse, drei Tore, eine gelbe Karte: Effizienz, die jedem Statistikfreund Tränen der Freude in die Augen treibt.

Das 1:0 fiel nach einem blitzschnellen Doppelpass zwischen Humberto Ferreira und Xavi Mino. Ferreira, der zentrale Mittelfeldstratege, hatte dabei so viel Zeit und Übersicht, dass man meinen konnte, er habe den Spieltakt der Ioniktos-Abwehr auf Pause gedrückt. Mino nahm den Ball, täuschte einmal an, und schob ihn unaufgeregt ins lange Eck. Nur 60 Sekunden später wiederholte sich das Schauspiel - fast identisch, nur mit anderem Hauptdarsteller: Ferreira als Passgeber, Rauch als Vollstrecker. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", stöhnte Ioniktos-Verteidiger Kirastas später, "aber anscheinend hatte er andere Pläne."

Ioniktos mühte sich redlich. Trainer Serkan Recber schickte seine Mannschaft mit einem offensiven Ansatz aufs Feld, ließ über die Flügel kombinieren, doch jeder Angriff endete in der vielbeinigen Abwehr von Atromitos oder in den sicheren Händen von Torwart Jannis Lee. "Wir hatten 55 Prozent Ballbesitz", seufzte Recber nach dem Spiel, "aber wir hätten auch 80 haben können - wenn man nicht aufs Tor schießt, zählt das alles nichts." Fünf Torschüsse von Ioniktos standen am Ende zu Buche, und keiner davon brachte Lee ernsthaft ins Schwitzen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem kleinen Schreckmoment für Atromitos: Izzet Aydemir sah in der 48. Minute Gelb, weil er beim Versuch, den Ball zu klären, mehr Gegner als Leder traf. Trainer Graf reagierte prompt und nahm ihn kurz darauf vom Feld. "Ich wollte nicht, dass wir plötzlich in Unterzahl spielen. Izzet ist ein guter Junge, aber manchmal denkt er, er sei im Ringen."

In der 60. Minute fiel dann die endgültige Entscheidung: Wieder war es Ferreira, der den Ball steil in den Lauf von Nicola Sala spielte. Der linke Flügelstürmer nahm Maß und schweißte den Ball trocken ins rechte obere Eck - 3:0, der Rest war Schaulaufen. Sala rannte jubelnd zur Bank, wo Graf ihm lachend zurief: "Das war eigentlich als Flanke gedacht, oder?" Sala grinste nur und hob die Schultern.

Von Ioniktos kam danach kaum noch etwas. Zwar versuchten Choutos und Godinez in der Schlussphase mit zwei Abschlüssen (83. und 89. Minute) Ergebniskosmetik zu betreiben, doch Atromitos’ Defensive blieb stabil. Dafür gab es in der 85. Minute noch eine Gelbe Karte für Ioniktos’ Lukas Giannakopoulos, der nach einem verlorenen Zweikampf den Ball frustriert wegschlug - Symbolbild eines Abends, an dem die Gäste zwar viel liefen, aber wenig erreichten.

Als Schiedsrichter Papadopoulos nach 92 Minuten abpfiff, fiel Trainer Graf seinem Co-Trainer in die Arme. "Das war Fußball, wie man ihn sich als Trainer wünscht - schnell, mutig, effektiv", schwärmte er. Und Humberto Ferreira, der Mann des Abends mit drei Torvorlagen, gab sich gewohnt bescheiden: "Ich spiele nur den Ball - die anderen machen die Kunst daraus."

Ioniktos-Coach Recber dagegen suchte nach Erklärungen: "Vielleicht lag’s am Mond, vielleicht am Rasen. Aber sicher nicht an der Einstellung." Ein Reporter fragte trocken: "Oder vielleicht an der Abwehr?" Recber schmunzelte gequält: "Auch die braucht mal Urlaub."

Atromitos springt mit diesem überzeugenden 3:0-Erfolg auf die Sonnenseite der Tabelle der 1. Liga Griechenland. Und während die Fans noch die Namen Mino, Rauch und Sala skandierten, blieb ein Gedanke hängen: Wenn Ferreira weiter so Regie führt, könnte Atromitos in dieser Saison noch für einige Überraschungen sorgen.

Ein Abend, an dem Statistik und Leidenschaft ein seltenes Bündnis eingingen - und Ioniktos die traurige Erkenntnis blieb, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt.

22.06.643990 03:58
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