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Ein Flutlichtabend in der 1. Liga Griechenland, 22. Spieltag, 20.30 Uhr in einem gut gefüllten Stadion mit rund 20.000 Zuschauern: Astra Agrotikos empfing Atromitos - und für ganze sieben Minuten durfte der Heimanhang glauben, dass es ein schöner Abend werden könnte. Dann kam Atromitos. Und blieb. Am Ende stand es 1:3 (1:3), ein Ergebnis, das den Spielverlauf nüchtern wiedergibt, aber in seiner Wucht wohl noch eine Weile in den Köpfen der Astra-Fans nachhallen wird. Dabei begann alles so verheißungsvoll: In der 7. Minute zirkelte Efthymios Fotopoulos den Ball nach schöner Vorarbeit von Armandos Karagounis ins lange Eck. Der Jubel hallte noch, als der Stadionsprecher den Torschützen ausrief - und man hätte meinen können, die Partie würde so gemütlich weiterlaufen. "Wir dachten, wir hätten sie im Griff", sagte Fotopoulos später, "aber dann haben sie plötzlich angefangen, Fußball zu spielen." Und wie. Nur 13 Minuten später war der Vorsprung dahin: Heinz Kroll, der rechte Flügelstürmer von Atromitos, traf nach Vorlage von Carles Castano - und es war, man muss es so sagen, ein Tor mit Ansage. Atromitos hatte bis dahin bereits viermal auf das Tor geschossen, während Astra sich in Ballbesitz übte (am Ende 54 Prozent) - aber mit wenig Wirkung. Kroll grinste nach dem Spiel: "Ich hatte das Gefühl, der Ball wollte einfach rein. Da konnte ich ja schlecht nein sagen." Kaum hatte Astra sich sortiert, kam der nächste Schlag. In Minute 24 zog Nevio de Almeida, der linke Mittelfeldmann, von der Strafraumkante ab. Der Ball segelte unhaltbar ins rechte obere Eck - und Oscar Neil, der linke Verteidiger, durfte sich einen Assist gutschreiben. 2:1 für Atromitos, und das Spiel kippte endgültig. In der 35. Minute schließlich setzte Carles Castano selbst den Schlusspunkt des Torreigens. Nach Pass von Daniel Celine versenkte er den Ball trocken im Netz. 3:1 - und noch war nicht einmal Halbzeit. Die Heimfans klatschten verhalten, die Gästebank jubelte, und Trainer Michael Graf grinste mit verschränkten Armen. "Wir wollten offensiv starten - und das haben wir 45 Minuten lang getan. Danach war’s mehr Verwaltung als Fußball", kommentierte er später lakonisch. Tatsächlich blieb die zweite Hälfte torlos, aber nicht ereignislos. Astra hatte mehr Ballbesitz, kombinierte gefällig, doch im letzten Drittel fehlte der Mut zum Risiko. Acht Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel - gegen 18 von Atromitos. "Wir haben zu kompliziert gedacht", murmelte Karagounis, der Spielmacher, in der Mixed Zone. "Manchmal ist ein Pass weniger einfach mehr - aber das müssen wir wohl noch lernen." Ein kurzer Schreckmoment in der 79. Minute: Atromitos-Stürmer Connor Kinmont blieb nach einem Sprint liegen und musste ausgewechselt werden. Sein Ersatz, Nicola Sala, kam rein - und feuerte in den letzten Minuten gleich drei Torschüsse ab. "Ich wollte zeigen, dass ich da bin", sagte Sala lachend, "vielleicht ein bisschen zu oft." Auch sonst hatte Atromitos die Partie im Griff. Ihre offensive Ausrichtung hielt über 90 Minuten, nur gegen Ende schalteten sie auf Konterspiel um. Astra dagegen blieb bei seiner ausgewogenen, fast schon höflichen Spielweise - kein Pressing, kein Risiko. "Manchmal wünsche ich mir, dass sie wenigstens so tun, als wollten sie den Ball zurückerobern", knurrte ein Zuschauer auf der Tribüne. In der 81. Minute sah Ioannis Nikolaou noch Gelb, als er einen Flankenlauf von Kroll rustikal stoppte - der Ball war längst weg. "Ich bin eben leidenschaftlich", verteidigte sich der Linksverteidiger später, "und ein bisschen zu spät dran." Statistisch gesehen hätte Astra mehr draus machen können: Mehr Ballbesitz, fast gleich viele gewonnene Zweikämpfe, aber am Ende fehlte das, was Trainer Graf schlicht "Zielstrebigkeit" nannte. 3:1, drei verschiedene Torschützen, 18 Abschlüsse - was will man mehr? Astra-Trainer - dessen Name in der offiziellen Aufstellung kurioserweise fehlte, aber dessen Körpersprache Bände sprach - verzog nach dem Schlusspfiff keine Miene. Nur ein müdes "Wir müssen daraus lernen" war zu hören, während er in den Spielertunnel verschwand. Atromitos dagegen feierte ausgelassen. Ersatzkeeper Jannis Lee, der zur Halbzeit für Benjamin Gebhardt gekommen war, wurde von den Mitspielern in die Arme geschlossen - auch wenn er in einer ruhigen zweiten Hälfte kaum geprüft wurde. "Ich hab immerhin einmal den Ball gefangen", witzelte er. Am Ende bleibt ein klarer Sieg für Atromitos, ein gebrochener Heimtraum und ein Spiel, das sich in 45 Minuten entschied. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wir hatten den Ball, sie hatten den Torhunger. Und leider gewinnt immer der Hunger." Ein sarkastisches, aber treffendes Fazit für einen Abend, an dem Astra Agrotikos zwar spielte, aber Atromitos gewann. 30.09.643987 18:32 |
Sprücheklopfer
Ich glaube, er ist DIN A4.
Dragoslav Stepanovic auf die Frage, wie sein neuer Vertrag in Frankfurt aussieht