Diarios de Futbol
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Atletico Chetumal siegt im Torfestival - 5:4 gegen Capibaribe Recife

Ein lauer Abend in Chetumal, 59.000 Zuschauer, ein Ball, neun Tore und ein Trainer, der nach dem Abpfiff aussah, als hätte er gerade einen Marathon hinter sich: Atletico Chetumal und Capibaribe Recife boten den Fans beim 5:4 (4:1) ein Spektakel, das irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendelte.

Von Beginn an war klar: Hier würde niemand auf Sicherheit spielen. Schon in der 5. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz - Eugenio Taverna brachte die Gastgeber nach Vorarbeit von Inigo Herrera in Führung. Trainer Bastian Roemmler, sonst ein Mann der kühlen Worte, riss die Arme hoch und rief in Richtung Bank: "So wollte ich das - mutig, nicht hübsch!"

Was dann folgte, war ein halbes Feuerwerk. Chetumal spielte, als gäbe es kein Morgen. Amaury Dominguez, der bullige Mittelstürmer mit der Rückennummer 9, legte gleich dreifach nach (18., 34. und 37. Minute). Zwei davon nach sehenswerten Zuspielen von Nevio Morte, der als Innenverteidiger offenbar beschlossen hatte, auch mal Offensivleben zu schnuppern. "Ich dachte, lass ihn doch mal machen - heute trifft eh jeder", grinste Torhüter Jerome Lujan später.

Capibaribe Recife hingegen wirkte, als hätten sie den Anpfiff verschlafen. Erst kurz vor der Pause meldete sich Gabriel Larsson mit einem satten Linksschuss zurück ins Spiel - 4:1 zur Halbzeit. Trainer Berti Bertilsson, sonst für seine ruhige Art bekannt, verschwand wortlos in der Kabine. "Ich musste mich selbst beruhigen. Ich wollte nicht, dass die Spieler merken, dass ich eigentlich schon Angst hatte", gab er nachher zu.

Doch wer dachte, das Spiel sei gelaufen, irrte gewaltig. Recife kam aus der Pause wie verwandelt - und Chetumal plötzlich mit wackligen Knien. Wieder Larsson (54.) und Lionel Quaresma (57.) verkürzten binnen drei Minuten auf 4:3, und plötzlich war das Stadion still geworden. "Da habe ich kurz die Geister von 2019 gesehen", flüsterte Roemmler später - damals hatte Chetumal in letzter Minute ein 4:0 noch aus der Hand gegeben.

Die Partie wogte hin und her. Es war kein geordnetes Fußballspiel mehr, eher ein improvisiertes Straßenfest mit taktischer Lizenz zum Chaos. Nach 73 Minuten brachte Evan Millington, der quirligste 22-Jährige der südlichen Hemisphäre, die Gastgeber mit dem 5:3 wieder etwas Luft. Sein Jubel: ein Hechtsprung in die Eckfahne - "weil mir nichts anderes eingefallen ist", wie er lachend erklärte.

Doch Recife weigerte sich, das Drehbuch zu akzeptieren. In der 90. Minute schlug erneut Gabriel Larsson zu - sein drittes Tor des Abends, diesmal nach Flanke von Yannik Boyer. 5:4, Nachspielzeit, die Nerven lagen blank. Und dann, als selbst der Schiedsrichter schon nervös zur Uhr blickte, kassierte Detlev Jacob noch Gelb - aus purem Frust, weil er meinte, der Ball sei "politisch motiviert ins Aus gesprungen". Die 59.000 im Stadion lachten, erleichtert, dass der Wahnsinn endlich vorbei war.

Statistisch betrachtet war das Spiel fast ausgeglichen: 51 Prozent Ballbesitz für Recife, 49 für Chetumal. Doch die Mexikaner schossen fast doppelt so oft aufs Tor (19 zu 9) - und das machte letztlich den Unterschied. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, aber wenigstens war’s unterhaltsam", resümierte Roemmler. Bertilsson hingegen murmelte nur: "Vier Tore auswärts und trotzdem verloren - das ist Fußball als Tragödie."

Ein paar Fans blieben noch lange nach Abpfiff auf den Rängen, als die Flutlichter schon gedimmt waren. Sie sangen, lachten, riefen nach Dominguez, dem dreifachen Torschützen, der mit breitem Grinsen in die Katakomben verschwand.

"Heute hat der Fußball gewonnen", meinte ein älterer Fan beim Hinausgehen. "Und mein Blutdruck verloren."

Chetumal bleibt damit im Rennen um das Achtelfinale der Copa Libertadores - mit mehr Toren als Nerven, aber immerhin mit drei Punkten. Und falls jemand fragt, was Fußball so faszinierend macht: Dieses 5:4 war die Antwort.

(Etwa 610 Wörter)

22.04.643994 06:51
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