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Atletico Anzoategi ringt CD Guayana 1:0 nieder - Pokalheld Bruns trifft früh

Es war ein Finale, wie es die Fußballgötter lieben: laut, hitzig, und am Ende triumphierte nicht unbedingt die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft. Atletico Anzoategi besiegt CD Guayana im Pokalfinale mit 1:0 - und darf sich dank eines frühen Treffers von Guy Bruns (18.) in die Siegerliste eintragen. 20.000 Zuschauer verwandelten das Stadion in Puerto La Cruz in einen gelb-grünen Hexenkessel, der an Lautstärke kaum zu überbieten war.

Schon nach einer Viertelstunde hatte man das Gefühl, dass Atletico an diesem Abend einfach das Quäntchen mehr Fortune haben würde. Fabio Santos tanzte auf der linken Seite seinen Gegenspieler schwindlig, legte mustergültig quer - und Bruns drosch den Ball aus knapp 14 Metern unter die Latte. "Ich wollte ihn eigentlich flach schießen", grinste der Torschütze hinterher, "aber mein rechter Fuß hat offenbar andere Pläne gehabt."

Guayana-Trainer Karl Lenz stand da schon mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als wollte er dem Schicksal persönlich den Videobeweis zeigen. Seine Elf hatte nicht schlecht begonnen, mit viel Ballbesitz (am Ende 52 Prozent) und einer klaren Offensivausrichtung. Doch was nützt die schönste Statistik, wenn der Ball nicht ins Netz will? Zehn Torschüsse zählten die Statistiker für die Gäste - und jeder einzelne fand einen Weg, am glänzend aufgelegten Inigo Bergantinos im Atletico-Tor zu scheitern.

Die Szene des Spiels ereignete sich kurz vor der Pause: CD-Stürmer Lionel Beto tauchte völlig frei vor Bergantinos auf, schob überlegt - und sah, wie der Keeper mit einer Hand den Ball an den Pfosten lenkte. "Ich schwöre, der hat Flügel gehabt", fluchte Beto später halb bewundernd, halb verzweifelt. Sein Trainer Lenz kommentierte trocken: "Wenn man zehnmal aufs Tor schießt und keiner reingeht, dann war der Plan wohl zu kompliziert."

Atletico dagegen spielte, wie man es von einer Mannschaft kennt, die weiß, dass sie nur ein Tor braucht: kontrolliert, diszipliniert, fast schon stoisch. Trainername unbekannt, aber sein Einfluss spürbar - die Taktik blieb von der ersten bis zur letzten Minute "balanciert", das Pressing eher symbolisch. Kein wildes Anrennen, kein Risiko, nur der eiserne Glaube an die eigene Ordnung.

In der zweiten Halbzeit versuchte Guayana alles. Dominique Couture prüfte Bergantinos gleich dreimal (53., 80., 82.), Duarte Ramiro donnerte in der 91. Minute noch einen Schuss auf das Dach des Netzes, und irgendwo auf der Tribüne rief ein Fan verzweifelt: "Könnt ihr nicht einfach mal reinschießen?!" Die Antwort blieb aus - stattdessen kassierte Innenverteidiger Raul Morte noch Gelb (86.), als er Bruns unsanft daran erinnerte, dass auch Finalhelden blaue Flecken kriegen dürfen.

Nach dem Abpfiff war die Gefühlslage eindeutig verteilt: Ekstase auf der einen, Fassungslosigkeit auf der anderen Seite. Bruns wurde von den Fans auf die Schultern genommen, während Guayanas Verteidiger Melendez minutenlang auf dem Rasen kniete, als wolle er das Torloch suchen, das nie da war.

"Wir haben unser Herz rausgespielt", sagte Guayanas Kapitän Nikifor Sytschow mit glasigen Augen. "Aber heute war das Glück nicht auf unserer Seite. Vielleicht hat es sich im Stau verfahren." Trainer Lenz nickte nur und murmelte: "Der Pokal ist halt kein Schönheitswettbewerb."

Und Atletico? Die feierten. Laut, ausgelassen, mit allem, was ein südamerikanisches Finale eben braucht: Feuerwerk, Trommeln - und einem Bruns, der tanzend in die Kamera rief: "Ich hab’s euch doch gesagt - einmal schießen, reicht!"

Statistisch betrachtet war’s ein Spiel, das man auch anders hätte lesen können: 4:10 Torschüsse, 48 zu 52 Prozent Ballbesitz, 46 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Doch im Fußball zählen keine Excel-Tabellen, sondern Emotionen - und die gehörten an diesem Abend ganz klar den Hausherren.

So endet ein Pokalfinale, das weniger filigran als vielmehr kämpferisch war, aber umso ehrlicher. Atletico Anzoategi hat Geschichte geschrieben - und CD Guayana die bittere Lektion gelernt, dass man auch mit mehr Spielanteilen leer ausgehen kann.

Zum Schluss grinste Bruns in die Kameras und sagte: "Manchmal braucht man keinen schönen Fußball, nur einen guten Moment." Und das war er - der Moment, der Atletico zum Pokalsieger machte.

26.09.643993 07:30
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