Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Atlas stolpert, Chetumal tanzt: 1:3-Heimpleite mit Ansage

Ein warmer Frühlingsabend in Guadalajara, 36.000 Zuschauer, ein Flutlicht, das romantischer leuchtete als die Offensive von Atletico Atlas - und doch endete der 16. Spieltag der 1. Liga Mexico mit einem kalten Dämpfer für die Gastgeber: 1:3 gegen Atletico Chetumal. Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen.

Die ersten zwanzig Minuten gehörten allerdings den Gästen. Besonders Eugenio Taverna, der linke Wirbelwind aus Chetumal, testete gleich mehrfach die Aufmerksamkeit von Atlas-Keeper Ricardo Costa. Vier Torschüsse in den ersten sieben Minuten - manch anderer braucht dafür eine ganze Saison. "Ich wollte einfach mal schauen, ob der Ball rund bleibt", grinste Taverna später mit der Unschuld eines Straßenjungen, der gerade drei Fensterscheiben zertrümmert hat.

Doch Atlas fing sich. Ein gelber Karton für Chetumals Guy Lancaster (17.) weckte das Publikum auf, und plötzlich traute sich auch das Heimteam nach vorne. Guy Bossong, Rafael Pelaez und der junge Innenverteidiger Vicente Acevedo prüften Chetumals Torhüter Callum Greenwald - alles ohne Fortune. Dann, in der 37. Minute, explodierte das Stadion: Julian Antonio, der flinke linke Mittelfeldmann, schlenzte nach feinem Zuspiel von Filipe Assis den Ball ins lange Eck. 1:0, Jubel, Bierduschen, Hoffnung.

"Da dachte ich, wir hätten sie im Griff", sagte Atlas-Kapitän Fernando Sa Pint später mit einem bitteren Lächeln. Doch nur sechs Minuten später verfing sich das Netz auf der anderen Seite: Eugenio Taverna schob nach einem schnellen Gegenstoß trocken ein (43.). 1:1 zur Pause - ein Ergebnis, das den Spielverlauf treffend zusammenfasste: ausgeglichen, aber mit leichtem Hang zum Spektakel.

Trainer Bastian Roemmler von Chetumal blieb an der Linie erstaunlich ruhig. "Wir wussten, dass Atlas nachlässt, wenn man sie laufen lässt", erklärte er nach dem Spiel. Und seine Mannschaft tat genau das - ließ Atlas laufen.

Nach dem Seitenwechsel verflachte das Spiel zunächst, beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld. Gelbe Karten flogen wie Konfetti - Oscar Galindez (49.), Dominique Paré (57.) und schließlich Atlas’ Rafael Pelaez (90.) sammelten Verwarnungen wie Briefmarken. Atlas blieb bemüht, hatte über Beto und Bossong noch gute Szenen, aber die Präzision fehlte. Insgesamt neun Torschüsse, doch kaum einer brachte Greenwald ernsthaft in Bedrängnis.

Chetumal dagegen wartete geduldig. In der 70. Minute wechselte Roemmler gleich doppelt - Eskil Dahlstrom kam für den müden Paré, Patrick Hayman ersetzte Asimakis Tsionanis. Ein Schachzug mit Wirkung. Mit Hayman kam plötzlich Struktur in Chetumals Zentrum, und nur 13 Minuten später zahlte sich das aus: Nelio Celis, zuvor unauffällig, schlenzte nach Vorarbeit von Andrew Neville sehenswert ein (83.). 1:2, und das Stadion verstummte.

Drei Minuten später dann der endgültige Knockout: Wieder Taverna, wieder eiskalt. Hayman legte quer, der Stürmer zog ab - 1:3 (86.). "Ich hab gar nicht nachgedacht", gab Taverna später zu. "Wenn ich denke, schieße ich daneben." Humor hat er, der Mann des Abends.

Atlas war nun nur noch ein Schatten seiner selbst. Trotz fast ausgeglichenem Ballbesitz (49,8 zu 50,2 Prozent) und leidenschaftlichem Einsatz fehlte den Gastgebern die letzte Idee. "Wir spielen schön bis zum Sechzehner, aber danach sind wir höflich und fragen, ob der Gegner vielleicht platzieren möchte", spottete ein Fan auf der Tribüne, während Trainer Roemmler mit verschränkten Armen zufrieden in den Nachthimmel blickte.

Nach dem Schlusspfiff blieb Atlas’ Coach - dessen Name in den Unterlagen kurioserweise fehlt, vielleicht wollte er sich gar nicht mehr zeigen - wortkarg: "Drei Minuten haben uns das Spiel gekostet." Mehr wollte er nicht sagen, und man verstand ihn.

Chetumal hingegen feierte ausgelassen. "Das war reif", lobte Roemmler seine Elf. "Wir haben geduldig gespielt und die Räume genutzt, als Atlas müde wurde." Seine Spieler nickten - und grinsten, als Taverna anmerkte: "Ich habe heute mehr Schüsse als Abendessen gehabt."

So endet ein Abend, der aus Sicht von Atlas besser verdrängt wird. Chetumal nimmt drei Punkte mit, bleibt oben dran, und Atletico Atlas muss sich fragen, warum man nach schöner erster Halbzeit plötzlich kollektiv abschaltete.

Vielleicht lag’s am Flutlicht, vielleicht am Frühlingsabend. Oder einfach daran, dass Chetumal an diesem 31. März 2026 schlicht klüger Fußball spielte.

Schlusswort? Atlas hat wieder einmal bewiesen, dass Ballbesitz keine Punkte bringt - und Chetumal, dass Effizienz die schönste Taktik ist.

03.05.643994 23:15
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Da kann er sich doch freuen, mit mir spielen zu können.
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