Heraldo de Mexico
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Atlante tanzt Monterrey aus - 5:2-Spektakel im Estadio Azul y Blanco

Am 14. Januar 2026 verwandelten 39 434 Zuschauer das Estadio Azul y Blanco in ein Tollhaus - allerdings wohl eher zur Freude der Gäste. UD Atlante fertigte die Albiazules Monterrey mit 5:2 ab und zeigte dabei, dass "ausgewogen" in der Taktikbeschreibung manchmal schlicht "unaufhaltsam" bedeutet.

Dabei fing für Monterrey alles so verheißungsvoll an. Schon in der 5. Minute schlenzte Gabri Juarez nach feiner Vorarbeit des 18-jährigen Manuel Couto den Ball unhaltbar ins rechte Eck. Trainer Gerd Probierer sprang jubelnd an der Seitenlinie auf und brüllte: "So stelle ich mir das vor!" Zu diesem Zeitpunkt ahnte wohl niemand, dass es sein letzter Grund zur Freude bleiben würde.

Atlante reagierte kühl und präzise. Jason Koch, der rechte Mittelfeldmotor mit der Schusstechnik eines Snipers, glich in der 28. Minute nach elegantem Zuspiel von Emilio Ximenis aus. Nur drei Minuten später drehte Jack Williamson auf der Gegenseite nochmals auf - 2:1! Monterrey wähnte sich wieder obenauf. Doch Thierry Dubois, Atlantes französischer Wirbelwind, hatte andere Pläne: In der 41. Minute drosch er den Ball nach feinem Doppelpass mit Gerrit Vedder unter die Latte. Halbzeitstand: 2:2, und ein Gefühl, dass hier noch einiges passieren würde.

Die Statistik sprach da schon Bände: 11 Torschüsse für Atlante zur Pause, nur drei für Monterrey. Ballbesitz? 55 zu 45 Prozent - und zwar für die Gäste.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann ein einseitiges Schauspiel. Atlantes Innenverteidiger Ktesias Kampantais, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, köpfte eine Dubois-Flanke in der 47. Minute zum 3:2 ein. Monterreys Keeper José Cunha raufte sich die Haare: "Ich dachte, er würde nie schießen - er ist doch Verteidiger!"

Es folgte die große Jason-Koch-Show. In der 59. Minute traf er erneut, diesmal nach einer butterweichen Vorlage von Dubois - 4:2. Und als der überragende Nuno Santos in der 64. Minute nach einem blitzschnellen Pass von Koch auf 5:2 erhöhte, rieben sich selbst die neutralen Zuschauer die Augen. Santos grinste nach dem Treffer nur und sagte später: "Das war kein Sprint, das war Kunstunterricht."

Während Atlante weiter kombinierte wie im Training, versuchte Monterrey verzweifelt, den Anschluss zu halten. Jack Williamson und Duarte Moran vergaben in der 65. und 66. Minute die letzten ernsthaften Chancen. "Wir haben uns in Schönheit verrannt", seufzte Trainer Probierer nach dem Spiel.

Die Partie wurde zunehmend hitziger. Atlantes Rechtsverteidiger Jay Greaves sah erst Gelb (52.) und später, in der Nachspielzeit, Gelb-Rot - sinnbildlich für einen Abend, an dem selbst die Sieger über die Stränge schlugen. Auch Monterreys Abwehrspieler Alex Xavier (80.) und Tom Neubauer (87.) kassierten Gelb, was die Frustration der Hausherren treffend illustrierte.

In der 85. Minute musste Dimas Figo verletzt vom Platz - "muskuläre Probleme", wie es offiziell hieß. Ersatzmann Salvador Bujia kam, machte aber auch keinen Unterschied mehr. Atlante kontrollierte das Geschehen, ließ Ball und Gegner laufen, als befände man sich auf einem abendlichen Spaziergang durch den Parque Fundidora.

Atlantes Trainer Till Lindemann - nein, kein Rockstar, aber ähnlich expressiv - strahlte nach dem Schlusspfiff: "Wir haben heute einfach Spaß gehabt. Und wenn Fußball Spaß macht, kommt das Ergebnis von allein." Sein Gegenüber Probierer dagegen klang, als hätte er in eine Zitrone gebissen: "Wir wollten offensiv spielen, aber anscheinend haben wir das in beiden Richtungen verstanden."

Die Zahlen untermauern die Demütigung: 19 Torschüsse für Atlante, nur sechs für Monterrey. Ballbesitz 55 %, Zweikampfquote 56 % - die Gäste waren in jeder Disziplin überlegen.

Mit dem 5:2-Erfolg klettert Atlante in der Tabelle der 1. Liga Mexico deutlich nach oben und darf weiter von einem Platz im Meisterschaftsrennen träumen. Monterrey hingegen steckt nach der dritten Niederlage in Folge im grauen Mittelfeld fest - und muss sich fragen, ob "offensiv" vielleicht doch nicht die Lösung für alle Probleme ist.

Oder, wie es Jack Williamson mit einem bitteren Lächeln ausdrückte: "Wenn du fünf Tore kassierst, brauchst du auch nicht stolz auf zwei eigene sein."

Ein Abend, an dem UD Atlante das Lehrbuch schrieb und Albiazules Monterrey nur mitlesen durfte - mit Bleistift.

28.06.643987 13:13
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Bei diesem Schiedsrichter hätte auch unser Busfahrer eine gelbe Karte bekommen.
Rainer Calmund
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