Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Atlante tanzt Laguna aus - 3:0 und ein Hauch von Rock'n'Roll

Wenn Trainer Till Lindemann an der Seitenlinie steht, darf man ohnehin mit einer gewissen Theatralik rechnen. Doch was UD Atlante an diesem Freitagabend im Estadio Azul ablieferte, war mehr als nur Fußball - es war Performancekunst. Vor 40 231 Zuschauern fegten die Blauroten die Guerreros Laguna mit 3:0 vom Rasen, und das nach einer ersten Halbzeit, in der man sich noch fragte, ob beide Teams dieselbe Sportart betreiben.

Die Statistik sprach früh eine deutliche Sprache: Atlante 17 Torschüsse, Laguna 6; Ballbesitz 52 zu 48 Prozent - und doch stand es zur Pause 0:0. "Ich wollte schon anfangen, den Pfosten umarmen", witzelte Atlantes Verteidiger Ktesias Kampantais später, "so oft hat er mir den Ball zurückgegeben."

Aber dann kam Minute 48 - und mit ihr der Moment, in dem der Fels in der Abwehr plötzlich zum Stürmer mutierte. Nach einer Ecke von Pedro Figueras stieg Kampantais höher als alle anderen und köpfte den Ball wuchtig in die Maschen. Das Stadion bebte, die Fans sangen, und Lindemann grinste wie ein Rockmusiker nach dem ersten Gitarrenriff. "Ich hab ihm gesagt, wenn du schon nach vorne gehst, dann mach’s richtig", grinste der Trainer, der an diesem Abend auffällig oft mit den Händen dirigierte, als würde er eine Pyroshow anmoderieren.

Guerreros Laguna versuchte, mit kontrolliertem Offensivspiel zu antworten. Bruno Da Cru und Javier Gallego zwirbelten zwar ein paar ordentliche Bälle in die Spitze, doch Atlantes Hintermannschaft stand wie eine Wand aus Granit. Torhüter Antonio Santoy hatte einen vergleichsweise ruhigen Abend - "Ich hatte Zeit, meine Handschuhe neu zu sortieren", meinte er schmunzelnd.

In der 70. Minute folgte dann die endgültige Machtdemonstration der Hausherren. Zentralspieler Gerrit Vedder steckte den Ball perfekt durch die Abwehr, und Carles Bermudez bedankte sich mit einem trockenen Abschluss ins linke Eck - 2:0. Der Jubel? Eine Mischung aus Erleichterung und Ekstase. "Da war’s, das Tor, das wir schon in der ersten Halbzeit zehnmal hätten machen können", sagte Vedder und zuckte mit den Schultern, als wolle er sich selbst nicht ganz glauben.

Während Laguna-Coach (dessen Name in den Unterlagen auffällig fehlte, vielleicht wollte er’s so) stoisch an der Seitenlinie blieb, schien Lindemann den Takt vorzugeben: offensiv, aggressiv, Pressing auf Vollgas. Atlante presste, als hinge die Liga von diesem Spiel ab - und vielleicht tat sie das ja.

Mit zunehmender Spieldauer wurde Laguna immer fahriger. Nelson Peyroteo hatte schon in der 11. Minute Gelb gesehen, und man merkte, dass keiner mehr Lust auf weitere Karten hatte. Atlante dagegen wechselte clever: Thijmen Schoonhoven kam für den erschöpften Helmut Fritz und brachte frischen Wind über links.

In der 88. Minute setzte Bermudez dann den Deckel drauf. Diesmal war es wieder Kampantais, der nach vorne marschierte und die Kugel clever in den Lauf seines Stürmers spitzelte. Bermudez blieb eiskalt - 3:0. Ein Tor, das so schön war, dass selbst die gegnerischen Fans kurz klatschten.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir mehr können als nur kämpfen", sagte Lindemann nach dem Spiel, noch immer leicht verschwitzt, aber mit glänzenden Augen. "Und Ktesias? Der hat heute den inneren Mittelstürmer entdeckt." Kampantais selbst konterte trocken: "Wenn’s nach mir geht, bleib ich Verteidiger. Aber Tore schießen macht schon Spaß."

Guerreros-Kapitän Bruno Da Cru wirkte dagegen ernüchtert: "Wir wollten über die Flügel kommen, aber Atlante hat uns jedes Mal zugestellt. Am Ende war das einfach zu viel Druck."

Die Fans feierten ihre Mannschaft, als hätte sie gerade den Titel geholt. Und vielleicht war dieses 3:0 tatsächlich ein kleines Statement: Dass Atlante mehr ist als ein Team, das solide verteidigt - es ist eine Mannschaft, die, wenn sie will, Fußball in Kunst verwandelt. Und mit einem Trainer, der weiß, wie man aus 90 Minuten Sport eine Show macht.

Zum Schluss stand Lindemann vor der Kurve, hob den Arm und lachte. "Schöner Abend, oder?" rief er. Die Antwort kam aus 40 000 Kehlen. Und ja - schöner Abend trifft’s ganz gut.

06.01.643994 15:57
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir müssen vor dem Tor einfach cooler sein, einfach heißer.
Thomas Doll
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager