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Athletic Madrid tanzt Levante schwindlig - Cuadrado trifft doppelt beim 3:0-Heimsieg

Wenn 36.428 Zuschauer schon nach drei Minuten von den Sitzen springen, dann riecht es nach einem dieser Abende, an denen Fußball leicht aussieht. Athletic Madrid besiegte am 11. Spieltag der Primera División den FC Levante mit 3:0 - und das Ergebnis schmeichelt den Gästen sogar ein wenig.

Denn kaum hatte Schiedsrichter Martínez angepfiffen, da zappelte das Netz bereits: Michel Baro, der quirligste Rechtsaußen der Liga, zog nach Zuspiel von Albert Jemez einfach mal ab. 1:0 - und Levantes Torhüter Xabi Cortes durfte sich fragen, ob er überhaupt schon warmgelaufen war. "Ich hab’ einfach draufgehauen", grinste Baro später, "Rocky hat gesagt, wir sollen mutig sein - also bitte!" Trainer Rocky Schönknecht nickte dazu trocken: "Mutig ja, aber nicht übermütig. Michel hat beides perfekt erwischt."

Danach rollte Angriff um Angriff auf das Levante-Tor. 19 Torschüsse notierte die Statistik für Madrid, nur vier für die Gäste. Ballbesitz? 53 zu 47 Prozent - und das, obwohl Athletic gar nicht auf Ballhalten spielte, sondern auf Torejagd. Cuadrado, der bullige Mittelstürmer, hatte in der 13., 48., 58., 87. und sogar 91. Minute Möglichkeiten - zwei davon nutzte er eiskalt.

Aber der Reihe nach: Levante versuchte nach dem frühen Schock, das Spiel zu beruhigen. Gelang nur bedingt. Diego Poncela sah in der 25. Minute Gelb, weil er Alfonso Álvarez an der Seitenlinie mehr umarmte als tackelte. "Das war kein Foul, das war Zuneigung", meinte Poncela später mit einem schiefen Lächeln. Sein Trainer Mister Unbekannt (der Name ist Programm) kommentierte lakonisch: "Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht - und Athletic bestraft das."

Die Madrilenen spielten ihr "OFFENSIVE"-System mit erstaunlicher Disziplin. Kein wildes Pressing, kein blindes Anrennen - einfach sauberes Passspiel, geduldige Kombinationen und dann der Stich. Kurz vor der Pause hätte Vicente Fernan erhöhen können, zielte aber auf den Torhüter statt aufs Tor. Rocky Schönknecht schüttelte an der Seitenlinie den Kopf und murmelte etwas, das nach "Das Üben wir Montag!" klang.

Nach dem Seitenwechsel wurde Levante endgültig in die eigene Hälfte gedrückt. Als Innenverteidiger Andrés Sancho in der 47. Minute verletzt raus musste, schien die Ordnung völlig dahin. Bradley Stanton kam für ihn - ein Mittelfeldmann als Notnagel in der Abwehr. Kurz darauf hatte Cuadrado die erste Chance, noch drüber. Aber in der 87. Minute war es so weit: Michel Baro flankte präzise, Cuadrado stieg höher als alle anderen und köpfte zum 2:0 ein.

"Ich wusste, dass Michel mich sieht", sagte Cuadrado danach. "Er hat Adleraugen - oder wenigstens gute Kontaktlinsen." Baro konterte lachend: "Ich hab den Kopf gesehen, der Rest war Glück."

Vier Minuten später derselbe Stürmer wieder im Rampenlicht: Nach Pass von Jose Enrique Santoy drehte sich Cuadrado an der Strafraumkante und schob trocken unten rechts ein. 3:0, das Stadion bebte. Rocky Schönknecht ballte an der Seitenlinie die Fäuste - ein seltener Gefühlsausbruch beim sonst stoischen Trainer.

Levante? Kämpfte, aber blieb harmlos. Sergio Futre versuchte es mehrfach aus der Distanz (5., 38., 66. Minute), doch Madrids Keeper Antonio Rivilla hätte vermutlich auch mit einem Roman in der Hand parieren können. Felipe Prieto holte sich kurz vor Schluss noch Gelb, vermutlich aus Frust.

Nach dem Spiel fasste Mister Unbekannt das Geschehen zusammen: "Wir haben 90 Minuten hinterhergelaufen. Athletic war heute einfach eine Klasse besser. Wir hätten vielleicht auch mit elf Verteidigern nichts geholt."

Die Zahlen untermauern seine Worte: 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, dazu eine Schussquote, die jeden Statistikfreund glücklich macht.

Athletic Madrid klettert mit diesem Sieg weiter nach oben - und Trainer Schönknecht warnte sofort: "Drei Tore sind schön, aber ich will keine Selbstgefälligkeit. Wir trainieren morgen." Ein Raunen ging durch die Mixed Zone - offenbar keine Gnade für Sieger.

Levante dagegen muss sich sortieren. Eine Abwehr, die in 90 Minuten kaum Zugriff fand, und ein Angriff, der praktisch nicht stattfand - das ist zu wenig für die 1. Liga.

Kurz vor Mitternacht verließen die letzten Fans das Stadion, noch immer summend vor Zufriedenheit. Einer fasste es auf der Tribüne treffend zusammen: "Wenn Fußball so aussieht, kann man Montag wieder lächeln."

Und Rocky Schönknecht? Er lächelte tatsächlich - für den Bruchteil einer Sekunde.

18.03.643994 12:20
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