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Athletic Madrid ringt Barcelona nieder - Teenager Helguera schreibt Geschichte

Ein kalter Februarabend in Madrid, 51.172 Zuschauer im Stadion, und doch lag etwas Sommerliches in der Luft - vielleicht war es der jugendliche Übermut eines 17-Jährigen namens Sergio Helguera. Der linke Verteidiger, sonst eher zuständig für das Stoppen gegnerischer Flügelstürmer, entschied in der 8. Minute, dass er auch mal wissen wolle, wie sich Ruhm anfühlt. Und siehe da: Nach einem Doppelpass mit Stürmer Elof Mattson zimmerte er den Ball unhaltbar ins rechte Eck. 1:0 für Athletic Madrid - und das Publikum tobte.

"Ich wollte eigentlich nur flanken", grinste Helguera nach dem Spiel schüchtern, während sein Trainer Rocky Schönknecht ihm liebevoll aufs Schulterblatt klopfte. "Wenn das eine Flanke war, dann will ich ab morgen nur noch Flanken sehen", knurrte Schönknecht augenzwinkernd.

Athletic Madrid begann die Partie mit einer klar offensiven Grundhaltung - Schönknecht ließ mutig anlaufen, setzte auf Tempo über die Außen und verzichtete auf übermäßiges Pressing. Barcelona dagegen, unter der Leitung des analytisch kühlen Walter Temmel, hielt mit gewohnt balanciertem Spiel dagegen, wollte kontrollieren statt kontern. Das Problem: Kontrolle ist schön, Tore sind schöner.

Während Barcelona den Ball etwas länger laufen ließ (Ballbesitz 51 Prozent), zeigte Madrid, wie man daraus Kapital schlägt. Die Hausherren feuerten insgesamt 18 Torschüsse ab, während die Gäste bei elf blieben. Und dann kam die 44. Minute, jene, in der Bernardo Fernan, der flinke Linksaußen, beschloss, die Halbzeitpause mit einem Feuerwerk einzuläuten. Nach feinem Zuspiel von Pablo Mendez zog Fernan aus spitzem Winkel ab - und der Ball rauschte ins Netz. 2:0. Die Zuschauer sangen, die Gästebank schwieg.

"Wir waren einfach zu brav in der ersten Hälfte", gab Barcelonas Kapitän Emilio Zapatero später zu. "Madrid war gallig, wir waren höflich." Trainer Temmel formulierte es nüchterner: "Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, um zu merken, dass das Spiel begonnen hat."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Barcelona kam druckvoller aus der Kabine, erhöhte Tempo und Risiko. Besonders Zapatero und sein Sturmpartner Alejandro Linares sorgten für Alarm, während Athletic zunehmend auf Konter lauerte. In der 68. Minute war es dann soweit: Zapatero vollendete einen schnellen Angriff über rechts, nach Vorlage von Linares, zum 2:1-Anschlusstreffer. Das Spiel war wieder offen.

"Da hab ich kurz gezweifelt", gab Schönknecht ehrlich zu. "Ich dachte, wenn die jetzt noch einen machen, muss ich wieder anfangen zu rauchen." Doch seine Jungs hielten stand - mit Einsatz, Leidenschaft und einer gehörigen Portion jugendlicher Frechheit. Besonders der 19-jährige Ricardo Quaresma auf der rechten Seite sorgte mit zwei beherzten Distanzschüssen für Entlastung, während Innenverteidiger Ivan Nuno die Lufthoheit über Barcelonas Flankenversuche behielt.

In den letzten Minuten entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch. Athletic, mittlerweile auf "Pressing: YES" umgestellt, rannte jedem Ball hinterher, als hinge das Abendessen davon ab. Barcelona kombinierte zwar gefällig, blieb aber zu umständlich im Abschluss. Ein letzter Versuch von Zapatero in der 88. Minute landete in den Armen von Madrids Torwart Roberto Dominguez - der danach theatralisch zu Boden ging, als hätte er den Ball mit der Seele gefangen.

"Das war ein Sieg des Mutes über die Rechenmaschine", kommentierte Schönknecht später. Temmel konterte trocken: "Wir haben den Taschenrechner vergessen, das war das Problem."

Statistisch betrachtet war es ein ausgeglichenes Duell: 48,9 Prozent Ballbesitz für Madrid, 51,1 für Barcelona, Zweikampfquote 51,8 zu 48,1 - aber auf der Anzeigetafel stand am Ende das, was zählt: 2:1.

Der Teenager Helguera, der Held des Abends, stand nach dem Schlusspfiff etwas verloren im Blitzlichtgewitter. "Meine Mutter hat gesagt, ich soll früh ins Bett gehen", murmelte er in die Mikrofone. Vielleicht hat er das dann auch getan - mit einem breiten Grinsen und dem Wissen, dass Madrid an diesem Abend einen neuen Publikumsliebling gefunden hat.

Und während die Fans noch feierten, ließ sich Coach Schönknecht auf der Bank nieder, sah in den Nachthimmel und sagte leise: "Ich liebe diesen verrückten Sport - aber meine Nerven nicht."

Ein Satz, der an diesem 11. Spieltag der Primera División wohl vielen Madrilenen aus der Seele sprach.

22.09.643990 17:26
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Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer
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