Athlitiki Icho
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Athen zittert, lacht und siegt: AEL ringt OFE Kreta 3:2 nieder

Ein lauer Januarabend, Flutlicht, 36 000 Zuschauer - und ein Spiel, das alle Emotionen zwischen Euphorie und Nervenzusammenbruch bot. AEL Athen besiegte am 15. Spieltag der 1. Liga Griechenlands OFE Kreta mit 3:2 (2:1) und zeigte dabei, dass man auch mit 50 Prozent Ballbesitz und 12 Torschüssen pro Team ein kleines Fußball-Drama inszenieren kann.

Es begann so, wie es in Athen am liebsten beginnt: mit einem Tor in der ersten Minute. Achilleas Iosifidis, der Mann mit dem linkem Fuß und dem Hang zur Theatralik, drosch den Ball nach Pass von Silvestre Carcedo in die Maschen, noch bevor viele Zuschauer ihr zweites Souflaki ausgepackt hatten. "Ich wollte eigentlich erstmal warm werden", grinste Iosifidis später. "Aber der Ball kam so schön - da musste ich wohl."

Kreta wirkte kurz benommen, fing sich aber schnell. Felipe Jemez prüfte den Keeper Tiago Pinto mehrfach, ehe Guillermo Yanez in der 18. Minute nach feinem Zuspiel von Ktesias Salpingidis den Ausgleich erzielte. Ein Tor, das so elegant war, dass selbst die heimischen Fans kurz klatschten - aus Mitleid oder Bewunderung, wer weiß.

Doch Athen antwortete mit mediterranem Selbstbewusstsein. In der 34. Minute legte Jose Maria Costinha nach - ein junger, wieselflinker Rechtsaußen, gerade 21 Jahre alt. Nach Pass von Anargiros Lagonikakis zog er von rechts in den Strafraum, schlenzte den Ball ins lange Eck und riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Pokal gewonnen. Trainer Jorge Gutierrez brüllte begeistert: "So wollte ich das! Nur bitte nicht immer in der ersten Halbzeit alles Pulver verschießen!"

Mit 2:1 ging es in die Pause - und wer dachte, das Spiel würde nun in geordneten Bahnen verlaufen, hatte die Rechnung ohne OFE Kreta gemacht. Trainer Jeff Johnson brachte zur zweiten Halbzeit den 17-jährigen Sami Khedira (nein, nicht der, aber fast) für Niklas Reiter. Ein Wechsel, der sich prompt auszahlte: In der 53. Minute traf der Teenager nach erneutem Zuspiel des omnipräsenten Salpingidis zum 2:2. "Ich dachte, ich darf höchstens den Ball tragen", lachte Khedira nach dem Spiel, "und dann mach ich gleich ein Tor. Unglaublich."

Doch AEL blieb unbeeindruckt. Gerade zwei Minuten später war es wieder Carcedo - diesmal selbst als Vollstrecker -, der nach Vorlage von Lagonikakis den Ball unter die Latte zimmerte. 3:2, das Stadion bebte, und Gutierrez rannte an der Seitenlinie entlang, als wolle er selbst noch einen Treffer beisteuern.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams mit je zwölf Torschüssen, das Spiel wogte hin und her wie ein Boot im Hafen von Piräus. Kreta drückte, presste, kämpfte - und Athen verteidigte mit jener Mischung aus Nervenstärke und Verzweiflung, die man nur bei knappen Führungen kennt. "In der 80. Minute habe ich nicht mehr auf die Uhr geschaut", gestand AEL-Keeper Pinto. "Ich wollte einfach, dass es irgendwann vorbei ist."

Gelb sah in der 68. Minute Valantios Ioannidis, der offenbar vergessen hatte, dass Grätschen von hinten in dieser Saison noch immer keine gute Idee ist. Kreta warf in der Schlussphase alles nach vorn: Guillermo Yanez mit zwei Abschlüssen (65. und 76.), Blagoj Karaslawow in der Nachspielzeit mit dem letzten Versuch - doch Pinto hielt den Sieg fest.

Statistisch gesehen war es ein ausgeglichenes Spiel: 50,1 Prozent Ballbesitz für Athen, 49,9 für Kreta, Tacklingquote fast pari. Nur im Jubel lag AEL klar vorne. "Wir haben heute Herz gezeigt", sagte Gutierrez nach dem Schlusspfiff. "Und manchmal reicht das im Fußball." Sein Gegenüber Johnson blieb gelassen: "Wenn wir so weiterspielen, holen wir nächste Woche unsere Punkte zurück - hoffentlich gegen jemanden, der nicht jeden Ball ins Tor schießt."

Die Fans verabschiedeten ihr Team mit Sprechchören, und irgendwo zwischen Tribüne und Presseraum hörte man einen alten Mann rufen: "So spielt man Fußball, nicht Excel!" - ein passendes Fazit für ein Spiel, das mehr Leidenschaft als Logik bot.

Am Ende bleibt: AEL Athen gewinnt 3:2, weil es in den entscheidenden Momenten schneller, wacher und vielleicht auch ein bisschen frecher war. Drei Punkte, viel Schweiß und ein Abend, den man in Athen so schnell nicht vergisst.

Oder, wie Costinha mit einem Augenzwinkern meinte: "Wir hätten auch 5:4 gewinnen können - aber dann wäre es ja langweilig geworden."

30.06.643987 03:58
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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