A Bola
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Arnau Iniguez trifft spät - Vitoria Setubal ringt Figueira da Foz nieder

Es war ein kühler Abend an der Atlantikküste, und wer ins Estádio da Figueira gekommen war, hatte wohl auf eine kleine Sensation gehofft. 16.000 Zuschauer, in dicken Jacken und mit heißem Kaffee bewaffnet, sahen ein Spiel, das lange roch wie ein 0:0 - bis Arnau Iniguez in der 76. Minute beschloss, dass er keine Lust mehr auf Kälte und Ergebnislosigkeit hatte. Mit seinem Treffer sicherte er Vitoria Setubal ein spätes, aber verdientes 1:0 gegen Figueira da Foz.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, allerdings nur im übertragenen Sinne: Bereits in der zweiten Minute prüfte Mario Bosingwa den Gästetorwart William Preher mit einem satten Schuss aus 20 Metern. "Ich dachte, der geht rein", murmelte Bosingwa nach dem Spiel und grinste dabei, als hätte ihm jemand den Ball heimlich eckig geschliffen. Doch Preher war auf dem Posten - und das blieb er auch.

Danach übernahm Setubal das Kommando. Die Statistik lügt nicht: 21 Torschüsse für die Gäste, ganze fünf für die Hausherren - eine klare Sprache. Vor allem der 34-jährige Arnau Iniguez zeigte, dass Erfahrung manchmal mehr wert ist als jugendlicher Elan. In der 5., 21., 24., 27. und 71. Minute tauchte er immer wieder gefährlich vor Torhüter Domingo Alves auf, der sich mehrfach auszeichnen konnte. "Alves war heute unser bester Mann", meinte Figueiras Trainer trocken. Dass der Name des Coaches auf dem Spielbericht fehlt, ist fast symbolisch - seine Elf spielte so, als hätte sie keinen Plan, wem sie eigentlich folgen soll.

Figueira da Foz versuchte es mit kontrolliertem Ballbesitz (46,7 Prozent sind immerhin fast die Hälfte), aber offensiv blieb vieles Stückwerk. Nikifor Chlystow rannte, kämpfte, gestikulierte - und vergab in der 11. und 81. Minute die besten Chancen. "Ich habe den Ball perfekt getroffen", sagte er nach dem Spiel und fügte mit einem Schulterzucken hinzu: "Leider war das Tor im Weg."

Setubal hingegen blieb geduldig. Trainer Ramon Seidel, stilvoll gekleidet in einem Mantel, der aussah, als käme er direkt aus Mailand, gestikulierte am Spielfeldrand, als wolle er die Schwerkraft neu erfinden. "Wir wussten, dass Figueira tief steht", erklärte er später. "Also haben wir den Druck Schritt für Schritt erhöht - bis sie keine Luft mehr bekamen."

Und dann kam Minute 76. Wieder war es Iniguez, der nach einem Querpass von Marvin Hoppe am schnellsten schaltete und den Ball trocken ins rechte Eck setzte. Kein Jubelsturm, kein Theatralik - nur ein kurzer Blick gen Himmel. Vielleicht Dankbarkeit, vielleicht einfach Erleichterung.

Die letzten Minuten wurden zum Nervenkrimi. Figueira warf alles nach vorne, sogar Innenverteidiger Adriano Manu tauchte plötzlich im gegnerischen Strafraum auf. Doch mehr als ein harmloser Abschluss von Joao Vaz in der 80. Minute sprang nicht heraus. Stattdessen gab es noch eine Gelbe Karte für Noe Ferreira, der in der 85. Minute seinen Frust in ein ziemlich ungeschicktes Foul umsetzte.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht dominiert", gab Seidel nach dem Abpfiff zu. "Manchmal reicht ein Moment der Klarheit - und Arnau hatte ihn." Der Held des Abends selbst zeigte sich bescheiden: "Ich habe einfach den richtigen Fuß zur richtigen Zeit gehabt. Und vielleicht ein bisschen Glück - aber das darf man ja auch mal haben."

Figueiras Torwart Alves schüttelte derweil im Kabinengang den Kopf: "Wenn du 21 Schüsse aufs Tor bekommst und nur einer geht rein, dann kannst du eigentlich zufrieden sein. Aber zufrieden bin ich nie, wenn wir verlieren."

Die Statistik unterstreicht seine Worte: Setubal hatte mit 53 Prozent Ballbesitz, 21 Schüssen und der besseren Zweikampfquote (57 Prozent) alle Zahlen auf seiner Seite. Figueira hingegen hatte nur das Publikum - und das wurde gegen Ende immer leiser.

Als der Schlusspfiff ertönte, blickte man in viele müde Gesichter. Vielleicht lag es am Ergebnis, vielleicht am Wind vom Meer. "Das war kein Feuerwerk", schrieb ein Fan auf einem Transparent, "aber wenigstens brannte kurz eine Kerze."

Ein Satz, der das Spiel perfekt beschreibt: wenig Glanz, aber ein ehrlicher Sieg für Setubal. Arnau Iniguez wird sich noch lange an seinen Treffer erinnern - und Figueira da Foz an die bittere Erkenntnis, dass man auch mit Balance auf dem Papier nicht automatisch Gleichgewicht auf dem Platz findet.

Vielleicht hilft da nächste Woche ein bisschen Unruhe. Oder ein Tor. Eines würde ja schon reichen.

05.01.643991 01:43
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Sicherlich haben wir im Moment einen kleinen Lauf, aber Lauf heißt ja bekanntlich Lauf, weil's von laufen kommt.
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