Athlitiki Icho
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Arias FC verspielt frühen Schwung - Kreta siegt eiskalt mit 3:1

Ein kalter Januarabend im Arias-Stadion, 20.000 Zuschauer, Flutlicht, und das Gefühl, dass hier heute etwas gehen könnte - zumindest für die ersten zwölf Minuten. Dann aber kam OFE Kreta, sah, spielte und siegte mit einer Abgeklärtheit, die fast schon unverschämt wirkte. Am Ende stand es 1:3 (1:1), und die Gesichter der Heimfans erinnerten an ungläubige Theaterbesucher nach einer missglückten Premiere.

Dabei startete Arias FC furios. Schon in der ersten Minute prüfte Artemios Anastopoulos den gegnerischen Keeper Kian Boutin mit einem kernigen Distanzschuss. Das Publikum war da, die Mannschaft war da - aber dann war da auch Blagoj Karaslawow. In der fünften Minute stürmte der pfeilschnelle Rechtsaußen von Kreta nach feinem Zuspiel von Niklas Reiter über den Flügel, zog nach innen und jagte den Ball humorlos ins rechte obere Eck. 0:1. Der Stadionsprecher hatte Mühe, das Tor anzusagen, so laut pfiffen die Heimfans.

Doch die Antwort kam prompt. In der 12. Minute flankte Rechtsverteidiger Kassandros Doxiadis punktgenau auf Christos Nikolopoulos - der 34-Jährige nahm den Ball direkt und drosch ihn ins Netz. 1:1, und plötzlich klang das Stadion wieder wie ein Sommerfest. "Da dachte ich, jetzt kippt das Spiel zu unseren Gunsten", sagte Nikolopoulos später mit einem gequälten Lächeln.

Bis zur Pause blieb es beim offenen Schlagabtausch. Arias FC hatte neun Torschüsse, Kreta deren 17 - und das bei 57 Prozent Ballbesitz der Gäste. Die Zahlen erzählten, was die Augen sahen: Kreta spielte reifer, Arias kämpfte tapfer. Trainer Jeff Johnson von OFE Kreta grinste nach dem Spiel: "Wir wussten, dass Arias offensiv kommt. Aber wir haben sie laufen lassen, bis sie müde wurden."

Die zweite Hälfte begann, wie sie endete - mit Kreta in Kontrolle. Das Team blieb offensiv ausgerichtet, aber geduldig. Arias FC presste kaum, das Mittelfeld stand zu tief, und während die Heimfans sich in die Sitzschalen duckten, bereitete Kreta seinen finalen Schlag vor. Guillermo Yanez, der schon in der 49. Minute knapp verpasst hatte, traf in der 83. Minute nach einem sehenswerten Doppelpass mit Karaslawow zur 2:1-Führung. Der Jubel der Gäste war laut, aber kurz - sie wussten, dass das Ding noch nicht durch war.

Drei Minuten später, als die Abwehr von Arias noch sortierte, kam Linksverteidiger Joel Anderson (!) aus dem Nichts und drosch den Ball zum 3:1 ins Netz. Wieder ein Pass von Reiter, wieder zu einfach. "Ich wusste gar nicht, dass Joel so schießen kann", witzelte Johnson später. Anderson selbst grinste: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber wenn’s passt, dann passt’s."

Von Arias kam danach wenig. Christos Nikolopoulos versuchte es zwar noch einmal in der 74. Minute, doch Boutin war zur Stelle. Trainerstatements nach dem Spiel klangen entsprechend gegensätzlich. "Wir haben gut angefangen, aber dann aufgehört, an uns zu glauben", murmelte Arias-Coach (der Name blieb ungenannt, vielleicht aus Selbstschutz). "Die Jungs wollten, aber Kreta war cleverer. Und wir zu brav."

Die Statistik unterstreicht die Ernüchterung: 43,6 Prozent Ballbesitz, nur neun Schüsse aufs Tor, eine Zweikampfquote von 47 Prozent - zu wenig, um ein Team wie Kreta zu ärgern, das seine Chancen eiskalt nutzte.

Ein kleiner Lichtblick für Arias: Die Stimmung auf den Rängen blieb fair, trotz Frust. Nach dem Schlusspfiff applaudierten viele Fans der Mannschaft, wohlwissend, dass die Niederlage weniger mit Einsatz als mit Cleverness zu tun hatte. "Wir sind keine Maschine", sagte Torschütze Nikolopoulos noch, "aber wir müssen lernen, wie eine zu spielen."

Kretas Spieler verabschiedeten sich mit breitem Grinsen und Selfies vor der Gästekurve - eine Szene, die Arias-Fans wohl lieber verdrängen würden. In der Liga-Tabelle bringt der Sieg Kreta endgültig in den oberen Bereich, während Arias weiter im Mittelfeld verharrt.

Fazit? Arias FC begann wie ein Feuerwerk und endete wie eine Wunderkerze im Regen. Kreta war schlicht die reifere Mannschaft - taktisch klug, effizient, mit einem Hauch südländischer Coolness. Und während Jeff Johnson nach dem Spiel lässig sein Jackett richtete und sagte: "Wir haben heute einfach Fußball gespielt", stand Arias ratlos daneben.

Vielleicht ist das die ehrlichste Zusammenfassung des Abends. Fußball wurde gespielt - nur leider nicht von beiden Teams gleich gut.

07.09.643987 20:27
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Wenn ich so Fußball gespielt hätte wie Berti Vogts, so als reiner Wadenbeißer, dann hätte ich mit 18 Jahren meine Fußballschuhe verbrannt.
Klaus Toppmöller
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