Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Arias FC geht baden - Atromitos tanzt im Regen

Es war ein dieser Abende, an denen man sich fragt, warum der Fußballgott manchmal so grausam ehrlich ist. 20.000 Zuschauer im heimischen Stadion des Arias FC sahen am 26. Spieltag der 1. Liga Griechenland eine Partie, die zunächst Hoffnung machte - und dann gnadenlos in Richtung Fremdscham abbog. Am Ende stand ein 1:4 (1:2) gegen Atromitos, und man konnte fast das Gefühl haben, die Gäste hätten noch Lust auf mehr gehabt.

Dabei begann alles so vielversprechend. Schon in der 9. Minute ließ Artemios Anastopoulos das Stadion beben. Ein flacher Schuss aus halbrechter Position zischte ins lange Eck - 1:0! "Da dachte ich, das läuft heute", meinte der Torschütze später mit einem bitteren Lächeln. "Aber dann lief’s halt… in die andere Richtung."

Denn Atromitos, trainiert vom stets gelassen wirkenden Michael Graf, ließ sich durch den frühen Rückstand kaum beeindrucken. Vier Minuten später schlug Daniel Celine zurück, nach feiner Vorarbeit von Innenverteidiger Alkinoos Mitroglou - ja, richtig gelesen: ein Innenverteidiger als Assistgeber. "Ich habe einfach das gemacht, was sonst die Stürmer machen - nach vorne laufen und hoffen, dass einer trifft", grinste Mitroglou hinterher.

Ab da war klar: Arias hatte zwar den Ball, Atromitos aber die Tore. 57 Prozent Ballbesitz standen am Ende für die Gastgeber zu Buche, doch die Statistik verrät nur die halbe Wahrheit. Atromitos schoss doppelt so oft aufs Tor (18:9) - und traf dabei viermal ins Schwarze.

Kurz vor der Pause (40.) übernahm Nicola Sala endgültig die Regie. Nach einem schönen Steckpass von Humberto Ferreira schlenzte er den Ball aus spitzem Winkel über den Keeper Ktesias Stephanopoulos hinweg - 1:2. Während die Tribüne noch versuchte, sich zu sortieren, winkte Sala lässig in Richtung Gästeblock. "Ich wollte nur sagen: Wir sind noch nicht fertig", erklärte er später.

Nach der Halbzeit versuchte Arias-Trainer - dessen Name in diesem Bericht lieber ungenannt bleibt, um weiteren Schaden zu vermeiden - mit ruhiger Ansprache die Nerven seiner Spieler zu retten. "Ich sagte: Jungs, wir haben mehr Ballbesitz!", erzählte er. "Da hat einer gefragt: ’Und was bringt uns das?’ - Da wusste ich, dass es schwierig wird."

Und schwierig wurde es in der Tat. In der 56. Minute zeigte Heinz Kroll, was Zielstrebigkeit bedeutet. Nach schnellem Pass vom agilen Nevio de Almeida drosch er den Ball humorlos unter die Latte - 1:3. Fünf Minuten später kam es noch dicker: Joseph Cawdor, gerade erst eingewechselt, traf per Kopf nach einer Ecke von Isidoro Beto (65.) zum 1:4-Endstand.

Ab da war Partyzeit bei den Gästen. Trainer Graf blieb trotzdem sachlich: "Wir haben offensiv gespielt, weil wir Spaß daran haben. Und wenn man vier Tore schießt, darf man auch mal zufrieden sein."

Arias hingegen wirkte wie ein Team, das sich um seinen Ballbesitz sorgen muss. Da wurde quer gespielt, zurückgelegt, neu aufgebaut - und dann doch der Ball verloren. Die Fans quittierten das mit gedämpftem Applaus und einem resignierten "Na ja, wenigstens das erste Tor war schön."

In den letzten Minuten durfte sich Torhüter Stephanopoulos noch mehrfach auszeichnen, um ein Debakel zu verhindern. Atromitos blieb gnädig - oder müde -, und so blieb es beim 1:4.

Statistisch betrachtet war Arias gar nicht so schlecht: mehr Pässe, mehr Spielkontrolle, nur eben weniger Effektivität. Anders gesagt: Sie hatten den Ball, Atromitos hatte den Plan.

Beim Abpfiff blickte man in viele ratlose Gesichter. Anastopoulos stapfte vom Feld, schüttelte den Kopf und murmelte: "Wenn wir nächste Woche wieder so verteidigen, bringe ich meinen eigenen Torwart mit."

Michael Graf nahm’s gewohnt trocken: "Wir wussten, dass Arias viel Ballbesitz will. Also ließen wir sie. Und während sie überlegten, was sie mit dem Ball machen, haben wir Tore geschossen."

So einfach kann Fußball sein.

Und während die Lichter im Stadion langsam erloschen, blieb der bittere Beigeschmack eines Spiels, das mit Hoffnung begann und mit Ernüchterung endete. Arias FC taumelt, Atromitos jubelt - und die Fans wissen wieder einmal: Schönheit gewinnt keine Spiele. Tore schon.

16.11.643987 03:12
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Ich denke, dass ich auch jemand bin, den man sehr gut anfassen kann.
Andreas Möller
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