Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

Ängelholms FF verliert wilden Schlagabtausch gegen Ersboda BK mit 2:3

Ein Spiel, drei Wendungen, fünf Tore - und 20.000 Zuschauer, die wohl noch immer nicht genau wissen, ob sie Zeuge eines Leckerbissens oder eines taktischen Chaosabends geworden sind. Am 26. Spieltag der 1. Liga Schweden unterlag Ängelholms FF am Samstagabend im heimischen Stadion dem forsch auftretenden Ersboda BK mit 2:3 (1:1). Ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet gerecht war - aber nüchtern war an diesem Abend eigentlich gar nichts.

Schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass beide Teams nicht lange fackeln wollten. Nach sechs Minuten prüfte Sigvard Eriksson den Gästekeeper Valter Dahlin zum ersten Mal, drei Minuten später zappelte der Ball bereits im Netz - allerdings auf der richtigen Seite, aus Sicht der Gastgeber. Nuno Garcia, der 34-jährige Routinier im Sturm, vollendete nach einem blitzsauberen Zuspiel von Göran Holmqvist zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Manchmal hilft Erfahrung - und manchmal Glück. Heute wohl beides", grinste Garcia später.

Doch die Freude währte nicht lange. Ersboda, von Coach Piel Juergen gewohnt offensiv eingestellt, antwortete mit einer Mischung aus jugendlichem Übermut und taktischer Dreistigkeit. In der 44. Minute war es Adam Hoskins, der nach feiner Vorarbeit von Asier Quaresma den Ausgleich erzielte. Hoskins, der an diesem Abend ohnehin überall zu sein schien, rief nach dem Treffer in Richtung Heimkurve: "Jetzt wird’s spannend, oder?" - und bekam recht.

Kaum war der Pausentee eingeschenkt, da kippte das Spiel gleich zweimal innerhalb von zwei Minuten. Zuerst traf Ängelholms Linksverteidiger Harald Bloch in der 46. Minute zur erneuten Führung - ein Schuss, der so präzise war, dass man glauben konnte, er habe das Ziel mit einem Laser ausgemessen. Wieder hatte Holmqvist den entscheidenden Pass gegeben. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Bloch später lachend, "aber der Ball hat sich umentschieden."

Der Jubel war noch nicht verklungen, da schlug Ersboda zurück. Nur eine Minute später erzielte Paulus Ohlson den 2:2-Ausgleich, vorbereitet von Julio Sancho. Und wieder war die Heimabwehr gedanklich offenbar noch im Torjubel. Trainer Piel Juergen klatschte an der Seitenlinie so heftig, dass seine Brille beinahe davonflog. "Wir wollten sofort antworten. Das war kein Zufall, das war Charakter", sagte er nach dem Spiel mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Erleichterung pendelte.

In der 60. Minute schließlich fiel die Entscheidung: Urban Karlson, bis dahin eher unauffällig, verwandelte nach einem Pass von Hoskins zum 3:2 für Ersboda BK. Der Treffer war sinnbildlich für den gesamten Abend - schnell, direkt, kompromisslos. Ängelholm versuchte noch einmal alles, aber die Präzision fehlte. Sechs Torschüsse reichten nicht, um die Gäste ernsthaft ins Wanken zu bringen. Ersboda kam auf satte 13 Abschlüsse und hatte mit knapp 50 Prozent Ballbesitz die Kontrolle, wann immer es nötig war.

Die Schlussphase bot noch reichlich Emotionen: Gelbe Karten für Jesper Eriksson (74.) und Anders Ohlsson (90.) bei den Gastgebern - beides eher aus Frust als aus Notwendigkeit. Auf der anderen Seite sahen Jordi Herreros (35.) und Liam Bjorklund (64.) Gelb, weil sie offenbar vergessen hatten, dass Grätschen kein Kampfsport ist.

Torhüter Makar Iwanow von Ängelholm brüllte nach dem Schlusspfiff in Richtung seiner Abwehr: "Ich hab doch gesagt, Hoskins decken!" - worauf Verteidiger Anders Ohlsson nur trocken antwortete: "Welchen von den dreien meinst du? Der war überall."

Taktisch blieb Ängelholm über 90 Minuten ausgewogen, fast zu brav. Kein Pressing, kein Risiko - als hätte man Angst, das Spielfeld zu zertrampeln. Ersboda dagegen spielte von Beginn an offensiv, aggressiv, mit kurzen Pässen und dem Mut zum Schuss aus jeder Lage. "Unsere Philosophie ist einfach", erklärte Trainer Juergen nach dem Spiel. "Wer nicht schießt, trifft auch nicht. Und wer nicht trifft, fährt ohne Punkte nach Hause."

Ängelholms Coach, der nach dem Spiel nur wortkarg am Spielfeldrand stand, murmelte in Richtung der Journalisten: "Wir haben gut gespielt, aber vielleicht nicht gut genug, um das Spiel zu gewinnen. Und das ist leider der Unterschied zwischen Statistik und Realität."

20.000 Zuschauer erlebten einen offenen Schlagabtausch, der alles bot - außer defensive Ordnung. Wer Tore sehen wollte, kam auf seine Kosten. Wer taktische Disziplin suchte, eher nicht.

Am Ende jubelte Ersboda BK, während Ängelholm auf dem Rasen stand und sich fragte, wie man ein Spiel verlieren kann, in dem man zweimal führt. Die Antwort ist einfach: Indem der Gegner einfach öfter aufs Tor schießt - und trifft.

Oder, wie es Nuno Garcia beim Hinausgehen süffisant formulierte: "Manchmal ist Fußball wie ein Witz, den man selbst erzählt - aber keiner lacht, weil der Gegner die Pointe stiehlt."

Und genau das tat Ersboda BK an diesem Abend.

16.11.643987 04:01
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